Führen Frauen Firmen besser?

Frauen führen knapp ein Drittel der Unternehmen Österreichs. Sind die von Frauen gelenkten Unternehmen besser aufgestellt? Bisnode D&B hat die Zahlen.

Wien (OTS) - Von den rund 550.000 aktiven Unternehmen, die in Österreich registriert sind, wird laut Daten des Wirtschaftsinformationsdienstleisters Bisnode D&B nicht ganz ein Drittel von Frauen geleitet oder innegehabt. In Hinsicht auf die finanzielle Stabilität, die Insolvenzhäufigkeit, die Größe und die Branchenverteilung der von Frauen geführten Unternehmen gibt es interessante Unterschiede zu den anderen zwei Dritteln der österreichischen Firmenlandschaft, nämlich den von Männern geführten.

Die prägnanteste Zahl ist die Verteilung der Insolvenzen: während sich männliche Unternehmensleiter für 82 Prozent der bundesweiten Insolvenzen verantwortlich zeichnen, sind nur 18 Prozent auf Frauen an der Unternehmensspitze zurückzuführen. Die Männer müssen sich somit dem Vorwurf stellen, überproportional viele Pleiten zu verursachen.

Wenig sehr gute Ratings, aber auch wenig schlechte

Kann man daraus den Schluss ziehen, dass Frauen für höhere Stabilität ihrer Firmen stehen? Nicht unbedingt, wie die Risikobewertung von Bisnode D&B zeigt. Der Riesenanteil der von Frauen gelenkten Firmen bekommt vom führenden Wirtschaftsinformationsdienstleister nur eine durchschnittliche Risikobewertung: über 76 Prozent haben Rating 3, was auf einer Skala von 1 bis 4 eben nur ein sehr durchschnittlicher Wert ist. Bei den von Männern geführten Pendants entfallen 55 Prozent auf das Rating 3. Unternehmen mit Chefs weisen zu 35 Prozent sehr gute oder gute Ratings (also Rating 1 oder 2) auf, während solche mit Chefinnen nur zu 18 Prozent diese Beurteilung erreichen. Am anderen Ende der Skala, dem Rating 4, das ein sehr hohes Ausfallsrisiko eines Unternehmens bezeichnet, schwingt das Pendel wieder in die andere Richtung aus. Innerhalb der Gruppe der männergeführten Organisationen entfallen über acht Prozent auf diese schlechte Beurteilung, innerhalb der frauengeführten nur fünf Prozent. Geht man davon aus, dass im geschlechterübergreifenden, bundesweiten Schnitt das Rating 3 die am häufigsten vergebene Risikobewertung ist, liegen die Unternehmenslenkerinnen zwar gut im Schnitt, ihre Firmen sind aber weitaus seltener finanziell sehr stabil, aber eben auch seltener sehr instabil.

Klein(st)unternehmerinnen

Österreich ist ein Land der Klein- und Kleinstunternehmen. Beinahe 98 Prozent haben weniger als 50 Mitarbeiter. Doch auch hier gibt es große Unterschiede: Unter allen von Frauen geführten Unternehmen haben beinahe 80 Prozent weniger als zehn Beschäftigte. Der entsprechende Wert bei männergeführten Arbeitgebern beträgt knapp unter 60 Prozent. Ein Blick auf das geschlechterspezifische Branchenmuster gibt Erklärungsansätze für diese signifikante Verteilung bei der Unternehmensgröße. Die Branchen mit den höchsten Anteilen an Chefinnen sind Gesundheits- und Sozialdienste (inklusive Personenbetreuung), Herstellung von Bekleidung, Einzelhandel mit Bekleidung und Zubehör und persönliche Dienstleistungen wie beispielsweise Friseure, Waschsalons, Schönheitssalons oder Fotografen. Hier sind somit durchwegs Branchen vertreten, die eine kleinstunternehmerische Struktur haben.

Branchen, die einen sehr hohen Anteil an Chefs aufweisen, sind einerseits beschäftigungsintensive Industrien wie Metall- und Maschinenherstellung, aber auch das Bau- und Baunebengewerbe (jeweils zu über 90 Prozent). Generell zeigt sich, dass die Führung von Herstellungsbetrieben mit rund 80 Prozent sehr männerdominiert ist. Wenig überraschend ist auch, dass landwirtschaftliche Betriebe zu über 85 Prozent von Männern geleitet werden.

Über die Bisnode Austria Gruppe

Bisnode D&B Austria (ehemals Dun & Bradstreet) gehört zur schwedischen Bisnode Gruppe, dem europäischen Marktführer für digitale Wirtschaftsinformationen. Mit Bisnode D&B erhalten Sie alles aus einer Hand: Bonitätsdaten zu über 235 Mio Unternehmen weltweit, zu über 500.000 österr. Unternehmen und zu über 7,5 Mio österreichischen Privatpersonen sowie weltweite bonitätsgeprüfte Direktmarketingdaten für Ihre Neukundenakquise. Bisnode beschäftigt über 3.000 MitarbeiterInnen in 19 europäischen Ländern.

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