ATV-Klartext: "Das Gwirks mit der Quote"

Martin Thür spricht mit Frauen aus Politik und Wirtschaft über den Weg zur Gleichberechtigung

Wien (OTS) - Seit Jahrzehnten fordern Frauen Quoten, um in Politik und Wirtschaft an die Schalthebel der Macht zu kommen. Mit enden wollendem Erfolg. Die SPÖ hat zwar eine Frauenquote, bei Parteirebellin Sonja Ablinger hat sich die Partei aber selbst nicht an die eigene Quotenregelung gehalten. Familienministerin Sophie Karmasin fordert eine flexible, freiwillige Quote, um die Wirtschaft nicht zu belasten und Unternehmerin Eveline Steinberger-Kern spricht über die Hindernisse vieler Frauen am Weg nach oben. Viele wollen Gleichberechtigung, über den Weg zu Halbe-Halbe ist man sich aber uneinig. ATV widmet sich am Montag, den 24. November 2014, in "Klartext - mit Martin Thür" dem "Gwirks mit der Quote".

Familienministerin Sophie Karmasin ist eine von fünf Frauen im Team der 16-köpfigen Bundesregierung. Die frühere Unternehmerin, die seit einem Jahr für die ÖVP das Familienministerium leitet, setzt sich im Gespräch mit Martin Thür für die "Flexi-Quote" ein, um den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Gesetzliche Quotenregelungen hält sie für "zu starr und zu strikt", sie setzt auf Flexibilität, Anreizmodelle und Freiwilligkeit. Und das, obwohl ÖVP-Parteichef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner im Jahr 2011 in diesem Zusammenhang betonte: "Freiwilligkeit bewirkt nichts." Karmasin halte vielmehr ein "gemeinsames öffentliches Bekenntnis" und einen "Umdenkprozess" für notwendig.

SPÖ-Parteirebellin Sonja Ablinger schied nach der letzten Wahl aus dem Nationalrat aus. Dort beträgt der Anteil an weiblichen Abgeordneten derzeit 30 Prozent. Nach dem Tod von Parlamentspräsidentin Barbara Prammer und den darauffolgenden Personalrochaden hätte Ablinger wieder zum Zug kommen müssen - hätte sich die SPÖ an ihr eigenes Statut und die darin festgehaltene Quotenregelung gehalten. Dass statt ihr einem Mann der Vorzug gegeben wurde, erhitzt besonders im Vorfeld des roten Parteitags am 28. und 29. November die Gemüter vieler Sozialdemokratinnen. Es gebe "viel Zorn und viel Unmut bei den Frauen", so Ablinger. Faymann habe sich bei der Diskussion um die Einhaltung der Quote nicht besonders hervorgetan. Er sei seiner Verantwortung in dieser Situation nicht nachgekommen.

Noch drastischer stellt sich der Frauenanteil in Führungspositionen in der Wirtschaft dar: Unter den Top 200 österreichischen Unternehmen haben lediglich zwölf Prozent eine weibliche Geschäftsführung. Unternehmerin Eveline Steinberger-Kern spricht in "Klartext" über den steinigen Weg, den Frauen gehen müssen, um in eine Führungsposition zu kommen. Häufig scheitere es daran, dass Frauen gar nicht den Führungsanspruch stellen würden. Steinberger-Kern empfiehlt, einfach öfter aufzuzeigen: "Wenn man wartet, bis man gefragt wird, (..) ist man schon die Zweite." Es sei "nicht schwierig, eine qualifizierte Frau zu finden, (..) aber es ist schwierig, einem qualifizierten Mann zu sagen: Du kommst jetzt nicht dran."

Zum Schluss der Sendung geht "Klartext"-Moderator Martin Thür selbstkritisch auf die Frauenquote unter den Gästen seiner Sendung ein. Diese sei mit Ausnahme der aktuellen Folge sehr niedrig. In den sieben Folgen der ersten "Klartext"-Staffel werden von 21 GespächspartnerInnen nur fünf Frauen gewesen sein. Neben einer langen Liste an Absagen von Frauen, in die Sendung zu kommen, führt Thür den Umstand auch auf den niedrigen Frauenanteil in der Politik zurück. Dennoch: Der Moderator gelobt für zukünftige Sendungen Besserung.

Der Trailer zur dritten Folge:
http://atv.at/klartext-mit-martin-thuer/trailer/d190273/
Nähere Infos zu "Klartext": http://atv.at/klartext-mit-martin-thuer/

Klartext - mit Martin Thür: "Das Gwirks mit der Quote"
Montag, 24. November 2014, 22.25 Uhr bei ATV

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