Industrie zum EU-Investitionspaket: Nur Strukturreformen sichern langfristig Investitionen und damit Jobs

IV-Präsident Kapsch und IV-GS Neumayer bei BUSINESSEUROPE-Präsidentenrat in Rom - Treffen mit Premier Renzi: EU-Investitionspaket darf nicht verpuffen

Wien (OTS/PdI) - "Das geplante EU-Investitionspaket von 300 Milliarden Euro und die Tatsache, dass die EU-Kommission die Investitionen in den europäischen Wirtschaftsraum als eine ihrer Top-Prioritäten versteht, ist grundsätzlich zu begrüßen. Die 300 Milliarden werden jedoch verpuffen, wenn wir die dringend benötigten begleitenden Strukturreformen nicht durchführen. Um langfristig Investitionen und damit europäische Jobs zu sichern, müssen wir unsere knappen Mittel effizientest einsetzen", betonte Mag. Georg Kapsch, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), bei einem Treffen der europäischen Industrie- und Arbeitgeberpräsidenten des europäischen Industrie- und Arbeitgeberdachverbandes BUSINESSEUROPE heute, Freitag, in Rom gegenüber dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi. "Wir müssen in die Strukturen gehen und dürfen nicht nur Geld in die Hand nehmen. Es geht primär um Strukturreformen, sekundär um Investitionen. Wir brauchen Entbürokratisierung, mehr Freiheit und weniger Lasten - nur so können die Unternehmen Europas die dringend benötigten Arbeitsplätze schaffen", betonte Kapsch.

"Der politische Ruf nach mehr Finanzmitteln für eine Investitionsoffensive als Allheilmittel für Wachstums- und Beschäftigungsimpulse greift viel zu kurz. Denn Strukturreformen, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und solide öffentliche Finanzen sind zentrale Voraussetzungen für mehr Investitionen in Europa", betonte Kapsch. Europa weise eine große Schwäche bei seiner Investitionstätigkeit auf. So seien die Bruttoanlageninvestitionen der EU-28 in den vergangenen Jahren gegenüber dem Niveau vor der Krise stark gesunken - 2013 19,3 Prozent des BIP; 2006-2008 über 22 Prozent des BIP -, mit besonders starken Einbrüchen in den Problemländern. Im Unternehmenssektor würden europaweit noch immer Ersatzinvestitionen gegenüber Investitionen in die Erweiterung bzw. den Ausbau der Produktion dominieren. "Das ist ein klares Zeichen des fehlenden Vertrauens in den Industriestandort Europa sowie Ausdruck mangelnder Wettbewerbsfähigkeit quer durch viele Branchen", so IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer bei dem Treffen, an dem auch die Generaldirektoren der europäischen Industrie- und Arbeitgeberverbände teilnahmen.

Langfristig könne man Investitionen nur dann sicherstellen, wenn es gelinge, die Attraktivität des europäischen Wirtschaftsraumes neu zu beleben. "Dafür müssen die Blockaden eingerissen werden, die Investitionen hemmen. Dringend gefragt sind Maßnahmen zur Lösung bekannter Probleme, wie etwa der zu hohen Energiekosten, der übertriebenen Lohnnebenkosten, des schlechten Zugangs zu Unternehmensfinanzierungen und dabei insbesondere die unterentwickelte Risikokapitalkultur, der wachsenden Überregulierung und einiges mehr", erklärte Neumayer. "Auch noch so kluge technische Einzellösungen werden wenig bewirken, wenn potenzielle Investoren aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nur geringe Hoffnungen in Europa setzen. Die Rückgewinnung des Vertrauens in den Standort durch konkrete strukturelle Reformmaßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene muss daher das Gebot der Stunde sein."

BUSINESSEUROPE - Europas bedeutendster Arbeitgeberdachverband -vertritt mehr als 20 Millionen kleine, mittlere und große Unternehmen in Europa. Der Verband vereint 40 Arbeitgeber- und Industrieverbände aus 34 Ländern und ist offizieller Arbeitgeberpartner des Europäischen Sozialen Dialoges.

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