• 18.11.2014, 11:59:15
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Jetzt fragen wir!

Anstatt über Kinder und ihre Rechte zu sprechen ließ die KJSÖ auf der KINDERpressekonferenz Kinder Frau BM Karmasin zu ihren Anliegen und Rechten direkt befragen

Utl.: Anstatt über Kinder und ihre Rechte zu sprechen ließ die KJSÖ
auf der KINDERpressekonferenz Kinder Frau BM Karmasin zu ihren
Anliegen und Rechten direkt befragen =

Wien (OTS) - "Wir wollen, dass Kinderrechte umgesetzt werden, dass
sie bekannt gemacht werden und dass sie Verankerung finden, sowohl in
der Verfassung als auch in den Köpfen und Herzen aller Menschen,"
brachte Anneliese Schütz, Bundesvorsitzende der Katholischen
Jungschar (KJSÖ), das zentrale Anliegen der KINDERpressekonferenz
gestern auf den Punkt.

Hoch hinaus wollte die KJSÖ mit ihrem Einsatz für Kinderrechte und
hat es damit nicht nur in luftige Höhen mit eindrucksvollem
Panoramablick über den Dächern Wiens geschafft, sondern auch etwas
vollbracht, dass eigentlich Normalität sein sollte und dennoch
seinesgleichen sucht: 35 Kinder aus der Jungschar Kottes (NÖ) und der
1d des GRG 16 Maroltingergasse (Wien) nahmen das Dachgeschoss des
Ringturms der Wr. Städtischen in Beschlag und verschafften ihren
Anliegen Gehör. "Ich freue mich, dass ich heute mit euch diskutieren
kann, denn das ist leider gar nicht üblich. Vielleicht können wir das
öfters machen, denn letztlich geht meine Politik ja an euch",
begrüßte Familienministerin Karmasin die Gelegenheit. Ingrid Kromer,
Erziehungswissenschafterin und Forscherin an der KPH Wien/Krems,
betonte, dass Kinderrechte und deren Kenntnis der Schlüssel zum
Wohlergehen der Kinder sind: "Kinderrechte, sofern sie bekannt sind,
die machen gesund, die machen gescheit, die machen stark und die
machen groß und darum ist es ganz wichtig, dass wir heute darüber
reden."

Dass Mitsprache eines ihrer zentralen Anliegen ist, machten
zahlreiche Fragen und Vorschläge der Kinder deutlich: Von Mitsprache
bei der Gestaltung von Spielplätzen bis hin zu Kindergemeinderäten
oder Schüler/innenparlamenten reichten die Ideen, die sie den
Podiumsgästen Frau BM Karmasin, Anneliese Schütz und Ingrid Kromer
mit auf den Weg gaben.

Gewalt auf der Tagesordnung

Als trauriger Bestandteil der unmittelbaren Lebensrealität der Kinder
stand Gewalt gegen und Mobbing zwischen Kindern weit oben auf der
Tagesordnung. Ingrid Kromer bestätigte, dass Gewalt in der Erziehung
in vielen Elternhäusern Österreichs noch immer salonfähig ist: "Aus
einer aktuellen Untersuchung wissen wir, dass bei rund einem Drittel
der Eltern die Überzeugung herrscht: Eine Ohrfeige hat noch keinem
Kind geschadet und kann oft besser erziehen als viele Worte". Dass
die "g'sunde Watschn" nicht die einzige problematische Gewaltform
ist, ergänzte Familienministerin Karmasin: "Viel perfider ist
psychische Gewalt: Kinder nicht mehr lieb haben, mit Kindern nicht
mehr sprechen, das ist genauso Gewalt und ist abzulehnen!" Sie will
durch Hilfestellungen für Eltern gegen Gewalt in der Erziehung
vorgehen: "Eltern machen das meist aus Überforderung, deswegen muss
man diese Eltern unterstützen."

Anneliese Schütz zeigte auf, dass Mobbing und Gewalt gegen Kinder
ernst genommen werden muss und Kinder damit keinesfalls alleine
gelassen werden dürfen: "Es ist wichtig, sich Unterstützung zu holen
und diese Sache gemeinsam mit anderen durchzustehen - ob das jetzt
Eltern sind oder Lehrer/innen oder andere Vertrauenspersonen." Auch
können Kinder selbst anderen Kindern helfen, ermutigte Ingrid Kromer
das Publikum: "Nicht wegschauen, mutig sein! Das machen nämlich die
Erwachsenen viel zu viel!"

Kinderrechte als Strategie gegen Kinderarmut

Fragen, wie etwa einem Mitschüler geholfen werden solle, der sich den
Schulskikurs nicht leisten könne, oder wo Kinder bei Regen spielen
könnten, wenn die eigene Wohnung zu klein dafür ist, machten
deutlich, dass Kinderarmut ein weiteres Top-Thema auf der Agenda der
Kinder ist. Ingrid Kromer kennt die Schieflage in Österreich aus
ihren Forschungen: "Da haben ganz wenige ganz viel und ganz viele
ganz wenig. Und das trifft natürlich Mädchen und Buben besonders
stark. Sind Eltern nicht in der Lage, für ihre Kinder zu sorgen - sei
es durch geringes Einkommen, keine Arbeit, Krankheit - dann rutschen
Kinder automatisch mit in die Armutsfalle. Kinder werden jedoch nicht
gefragt, ob sie das wollen!" Sie betont, dass Kinder nicht zuletzt im
Hinblick auf Armutsbekämpfung bereits in der Gegenwart als
eigenständige Persönlichkeiten ernst genommen werden müssen und die
vorbehaltlose Umsetzung der Kinderrechte eine wirksame Strategie
gegen Kinderarmut ist: "Kinder dürfen nicht gezwungen sein, die
Armutskarrieren ihrer Eltern fortzuführen. Dafür braucht es einen
gesetzlichen Rahmen."

Kinderlärm ist Zukunftsmusik

BM Karmasin stellte eine bundesweite Gesetzesregelung in Bezug auf
Kinderlärm in Aussicht, der bisher nur in wenigen Bundesländern als
unzumutbare Lärmquelle aus der Gesetzgebung ausgenommen wurde: "Wir
wollen, dass das in ganz Österreich möglich ist, dass Kinder spielen
können, laut sein können. Ich glaube das ist zumutbar. Für mich ist
Kinderlärm Zukunftsmusik!" Anneliese Schütz forderte, dass Kinder und
Kinderlärm nicht nur in den eigenen vier Wänden Akzeptanz finden:
"Öffentliche Plätze und Orte gehören nicht nur Erwachsenen, sondern
ganz klar auch euch Kindern!"

Kinder müssten über ihre eigenen Rechte besser aufgeklärt und dazu
ermutigt werden, diese auch einzufordern, verlangte Ressortchefin
Karmasin und möchte Österreich zum familienfreundlichsten Land
Europas machen.
Kinder können ihre Rechte aber nicht alleine umsetzen. Die KJSÖ sieht
in Österreich noch viel Handlungsbedarf und fordert einmal mehr, alle
Kinderrechte in den Verfassungsrang zu heben.

Kinderrechteaktion der Katholischen Jungschar

Die Katholische Jungschar versteht sich als Sprachrohr für Kinder und
deren Rechte und hat es sich zum Ziel gesetzt, Kinder, aber auch
Erwachsene für Kinderrechte zu sensibilisieren. Das Schwerpunktrecht
ihrer diesjährigen Kinderrechteaktion ist das Recht auf Ruhe und
Freizeit sowie auf Spiel und altersgemäße Freizeitbeschäftigung
(UN-Kinderrechtskonvention Art. 31). Unter dem Slogan da spiel'n
jetzt wir! setzten wir Zeichen für mehr Raum und Partizipation von
Kindern in unserer Gesellschaft.
In den kommenden Tagen verteilt die KJSÖ in allen Bundesländern
Kinderrechtepostkarten. Zahlreiche Radiostationen in Österreich
spielen bis zum 20. November, dem Internationalen Tag der
Kinderrechte, einen von der Katholischen Jungschar produzierten
Radiospot zu 25 Jahren Kinderrechten.
Nähere Informationen zur Aktion und den Radiospot finden Sie unter:
http://www.jungschar.at/index.php?id=1296

Pressefotos zur einmaligen Verwendung: http://we.tl/FKAqDwPsNR
(C) KJSÖ/Elisabeth Hagel

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KJS

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