- 18.11.2014, 09:01:41
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Energiepreismonitor: AK kritisiert zu hohe Strom-Fixkosten
Stromversorger geben gesunkene Einkaufspreise nur ungenügend an Haushalte weiter
Utl.: Stromversorger geben gesunkene Einkaufspreise nur ungenügend
an Haushalte weiter =
Wien (OTS) - Wie der AK Energiepreismonitor zeigt, steigen die
pauschalen Strompreisbestandteile. Zu diesen Fixpreisen zählen der
Energie-Grundpreis, der Leistungspreis bei den Netztarifen und die
Ökostrompauschale. "Haushalte mit niedrigem Stromverbrauch werden
durch die Erhöhung von Fixpreisen besonders belastet", kritisiert AK
Energieexperte Dominik Pezenka. Und: Der Strom-Großhandelspreis sinkt
und sinkt - seit Mitte 2008 hat der Großhandelspreis um fast die
Hälfte nachgegeben (minus 45 Prozent). Die Preissenkungen werden aber
nur unzureichend an die Haushalte weitergegeben. "Nur rund die Hälfte
der großen Stromversorger haben die Preise in den letzten Jahren
gesenkt. Und selbst bei diesen, ist die Preissenkung zu gering
ausgefallen", zieht AK Pezenka eine ernüchternde Bilanz angesichts
der aktuellen Zahlen des AK-Energiepreismonitors.
Nicht nur einzelne Strom-Versorger erhöhen fixe
Strompreis-Bestandteile, wie zuletzt beispielsweise recht kräftig die
EVN. Mit Jahreswechsel werden auch die Fixkosten bei den
Stromnetztarifen in den meisten Bundesländern deutlich steigen. Dem
nicht genug: Mit 1.Jänner 2015 wird auch die sogenannte
Ökostrompauschale wegen einer gesetzlichen Vorgabe und den
gestiegenen Förderkosten für die Ökostromanlagen deutlich angehoben.
Aus Sicht der AK ist der Anstieg von Fixkosten generell
problematisch, denn dieser belastet KleinverbraucherInnen
überproportional. Das sind oftmals Haushalte, deren Haushaltsbudget
ohnehin schon knapp ist: PensionistInnen, AlleinerzieherInnen und
Haushalte mit geringerem Einkommen. Und: höhere fixe Pauschalen im
Strompreis vermindern mögliche Kostenvorteile durch
Energiesparmaßnahmen. So betragen beispielsweise die Strom-Fixkosten
für KleinverbraucherInnen (1.500 kWh/Jahr) in Niederösterreich
bereits heute rund 30 Prozent der gesamten Stromrechnung. Seit Juli
2008 beobachtet die AK die Großhandelspreise für Strom und Gas und
vergleicht sie mit den Haushalts-Energiepreisen von 14
Strom-Anbietern und 12 Gas-Anbietern in Österreich.
Der Stromgroßhandelspreis liegt im November 2014 45 Prozent unter dem
Ausgangswert von Juli 2008, ein neuer Tiefststand seit Beginn des AK
Energiepreismonitors. Doch nur rund Hälfte der beobachteten
Stromanbieter hat auf diesen Preisverfall überhaupt reagiert und die
Energiepreise leicht nach unten angepasst. Zuletzt (per 1. Oktober)
hat die größte Vertriebsgesellschaft, die Energie Allianz (Wien
Energie, EVN, Energie Burgenland) eine Preissenkung um insgesamt rund
10 Prozent für einen durchschnittlichen Haushalt (3.500 kWh/Jahr)
durchgeführt. Die Preissenkung bei der EVN wurde jedoch für
Strom-Kleinverbraucher (unter 1.250 kWh Jahresverbrauch) durch eine
gleichzeitige und deutliche Anhebung des fixen Energie-Grundpreises
wieder aufgehoben. Die Salzburg AG hat für 1. Jänner 2015 eine
Preissenkung angekündigt. In der Gesamtbetrachtung zeigt sich jedoch,
dass bei vielen anderen Anbietern die Preise aktuell noch immer
deutlich höher sind als 2008 - teilweise sogar im zweistelligen
Prozentbereich. "Ganz klar: die anderen Stromversorger müssen
nachziehen und den Preisvorteil im Einkauf an die Haushalte
weitergeben", fordert Pezenka. Wer nicht warten will, kann den
Anbieter oder zumindest den Tarif wechseln.
Bei Erdgas ist die Situation ähnlich. Zwar ist der
Gas-Großhandelspreis seit Mitte 2008 "nur" um zwei Prozent gesunken,
im gleichen Zeitraum sind die Haushalts-Preise bei fast allen
beobachteten Gas-Anbietern gestiegen - bei den meisten sogar über 20
Prozent. Auch hier gilt: wer die Preise der Anbieter vergleicht, kann
sein Haushaltsbudget merkbar entlasten.
AK-Tipps für Haushalte:
+ Vergleichen Sie die Preise mit dem Strom- und Gaspreisrechner.
+ Achten Sie bei einem möglichen Tarif- bzw. Anbieterwechsel auf
befristete Rabatte, automatische Preisanpassungen und
Bindungsfristen.
+ Haushalte die GIS-befreit sind, haben Anspruch auf eine Deckelung
der Ökostrom-Förderkosten (max. 20 Euro pro Jahr) Anträge sind beim
Gebühren Info Service (GIS) zu stellen.
Service: Der AK-Energiepreis-Monitor und Tarifrechner sind unter
www.arbeiterkammer.at abrufbar.
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