Hitlergruß: FP-Bezirkschef legt Ämter zurück

Bezirksblätter veröffentlichen verfängliches Foto von Andreas Bors. Verdacht auf Wiederbetätigung.

Bezirk Tulln (OTS) - Im März wurde er zum Freiheitlichen Bezirkschef gewählt, als Obmann der Freiheitlichen Jugend hat er sich für den Erhalt der Clubbings auf dem Tullner Messegelände eingesetzt. Die Rede ist von Andreas Bors (25), bislang Personalhoffnung und Regionalreferent der FP-Niederösterreich mit festem Arbeitsplatz in der Parteizentrale. Doch jetzt wurde den Bezirksblättern ein Foto zugespielt, auf dem der heute 25-Jährige gemeinsam mit zwei anderen Herren die rechte Hand stramm erhebt. Eine Pose, welche die Mehrheit der Bevölkerung wohl als "Hitlergruß" wahrnimmt.

Bors selbst sieht das anders: "Das ist nur eine Momentaufnahme, kein Hitlergruß. Das Foto ist alt und stammt von einer Silvesterfeier. Ich habe mehrere Zeugen, die bestätigen können, dass wir nur Rapid-Lieder gesungen haben. Mit Wiederbetätigung hat das nichts zu tun."

Sollte die Darstellung Bors', für den die Unschuldsvermutung gilt, nicht stimmen, handelt es sich um keinen Lausbubenstreich. Denn laut Verbotsgesetz ist das Zeigen des Hitlergrußes in der Öffentlichkeit verboten. Strafrahmen: Bis zu zehn Jahre Haft. Vor welchem Hintergrund die verfängliche Geste tatsächlich erfolgte, sollte nun die Staatsanwaltschaft untersuchen. Ein Experte des Dokumentationsarchives des Österreichischen Widerstandes: "Es handelt sich bei Wiederbetätigung um ein Offizialdelikt. Wenn Verdachtsmomente auftauchen, muss die Staatsanwaltschaft ermitteln." Die FPÖ sieht die Sachlage etwas enger als ihr Mitarbeiter. Die Bezirksblätter konfrontierten die Landespartei am Montag mit der Aufnahme. Die Reaktion erfolgte prompt. Kurz nach Mittag legte Bors alle Ämter in der FPÖ zurück: "Für mich ist es eine politisch motivierte Aktion, dass dieses acht Jahre alte Bild genau jetzt an die Öffentlichkeit gespielt wird. Ich habe im Einvernehmen mit dem Landesgeschäftsführer der FPÖ NÖ sämtliche politischen Funktionen bis zur behördlichen Bereinigung der Angelegenheit ruhend gestellt."

Die FPÖ-Niederösterreich wird somit erneut von schweren Personal-Problemen der besonderen Art gebeutelt. Nach dem Höhlenmenschen-Zitat des Landesgeschäftsführers Christian Höbarth und dem eigenwilligen Youtube-Auftritt der Spitzenkandidatin in Gänserndorf, folgte Montagfrüh nun die nächste Krisensitzung in der neu errichteten St. Pöltner Parteizentrale.

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