• 17.11.2014, 10:16:59
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Heinisch-Hosek: Effektiver Gewaltschutz nur durch gesellschaftliche Gleichstellung möglich

Frauenministerin bei Eröffnung der 16. WAVE Konferenz - "Viele Maßnahmen zur Prävention von Gewalt an Frauen und Kindern auf den Weg gebracht"

Utl.: Frauenministerin bei Eröffnung der 16. WAVE Konferenz - "Viele
Maßnahmen zur Prävention von Gewalt an Frauen und Kindern auf
den Weg gebracht" =

Wien (OTS/SK) - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat heute,
Montag, bei der Eröffnung der 16. Konferenz der "Women Against
Violence Europe" (WAVE) über "Zukunftsperspektiven zur Verhinderung
von Gewalt an Frauen und ihren Kindern" gesprochen und dabei betont:
"Rechtlich ist mit Einführung des Gewaltschutzgesetzes viel passiert
in Österreich. Gewalt gegen Frauen, auch in der Familie, ist keine
Privatangelegenheit mehr." Doch das Problem liege tiefer,
genderbasierte Gewalt habe ihre Ursache in gesellschaftlichen
Vorstellungen, die Männern und Frauen verschiedene Rollen zuordnen.
"Gewaltprävention muss also in eine umfassende Gleichstellungspolitik
eingebettet sein", stellte Heinisch-Hosek klar. ****

Das Ausmaß an Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist trotz breiter
Gleichstellungsmaßnahmen auch in Europa nach wie vor groß. Die
jüngste Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte
zeigt: Jede 3. Frau in der EU hat seit ihrem 15. Lebensjahr
körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren. In Österreich ist es
jede 5. Frau. "Effektive Präventionsarbeit muss auf verschiedenen
Ebenen ansetzen", betonte Heinisch-Hosek. Dabei spiele die
Enttabuisierung des Themas eine zentrale Rolle. Das Ausmaß der
genderbasierten Gewalt müsse öffentlich gemacht und Vorurteile
ausgeräumt werden. "Gleichzeitig muss die gesamte Gesellschaft das
Signal geben, dass Gewalt durch nichts zu rechtfertigen ist", stellte
die Ministerin klar. "Bis heute wirken zudem viele Rollenklischees,
die eine tatsächliche Gleichstellung erschweren", hier müsse bereits
in der Kindheit angesetzt werden: "Kindergärten und Schulen müssen
danach trachten, die Persönlichkeit jedes Kindes - unabhängig vom
Geschlecht - zu entfalten und jegliche Rollenzuweisungen zu
vermeiden", forderte die Frauenministerin.

Im Nationalen Aktionsplan zum Schutz von Frauen vor Gewalt gibt es
daher nicht nur einen Schwerpunkt zu Öffentlichkeitsarbeit, sondern
auch zu Maßnahmen zur Bekämpfung von Rollenstereotypen und
Sensibilisierungsprojekte an Schulen. Die Ministerin verwies auch auf
die laufende Kampagne "GewaltFREI leben", die u.a. österreichweit
zahlreiche Workshops mit Jugendlichen durchführt und auf
Beratungsangebote und Hilfseinrichtungen aufmerksam macht.

Um genderbasierter Gewalt an Frauen und Mädchen wirksam
entgegenzuwirken, sei zudem ein koordiniertes Vorgehen notwendig.
"Die Europaratskonvention gegen Gewalt an Frauen verlangt die
Einrichtung einer Koordinationsstelle gegen Gewalt, diese wird in
meinem Ressort aufgebaut", berichtete Heinisch-Hosek. Ein
funktionierender Opferschutz brauche Unterstützungseinrichtungen,
auch das Angebot einer Prozessbegleitung muss sichergestellt sein.
"Ein entscheidender Schritt war auch die Einrichtung der
Interventionsstellen gegen Gewalt in der Familie", den heutigen
Gewaltschutzzentren, so Heinisch-Hosek. Auch die rund um die Uhr
erreichbare Helpline, regionale Anlaufstellen oder Frauenhäuser geben
wichtige Hilfestellungen.

"Ein nachhaltiger Opferschutz muss aber auch am Täter ansetzen",
machte Heinisch-Hosek deutlich. In Zukunft müsse größeres Gewicht auf
die "opferschutzorientierte Täterarbeit" gelegt werden. Auch hier
seien im Nationalen Aktionsplan konkrete Schritte vorgesehen, um
Maßnahmen in diese Richtung voranzutreiben. Die Ministerin
gratulierte WAVE abschließend herzlich zum 20-jährigen Bestehen und
wünschte dem Netzwerk "noch mindestens weitere 20 erfolgreiche
Jahre". (Schluss) sc/bj

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