• 14.11.2014, 14:03:15
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Schultes: Zittern um Öl- und Gasversorgung nimmt noch weiter zu

Internationale Energieagentur unterstreicht hochriskante Versorgungslage in Europa

Utl.: Internationale Energieagentur unterstreicht hochriskante
Versorgungslage in Europa =

Wien (OTS) - Beim gestern in Wien präsentierten World Energy Outlook
2014 (WEO 2014) der Internationalen Energieagentur (IEA) hat
Chefökonom Fatih Birol die hochriskante Versorgungslage mit Erdöl und
Erdgas in Europa unterstrichen. "Die Situation hat sich gegenüber dem
Vorjahr deutlich verschlechtert, der derzeit fallende Erdölpreis darf
über die zunehmende Abhängigkeit Europas von immer weniger
Ölproduzenten im hochexplosiven Krisengebiet des Nahen Ostens nicht
hinwegtäuschen. Das Jahr 2020 wird laut IEA zum kritischen
Scheidepunkt für die Versorgungslage, da sich ab diesem Zeitpunkt der
bereits sichtbare Rückgang der nordamerikanischen Ölproduktion mit
den durch Kriege ausfallenden Investitionen in die Ölproduktion des
Nahen Ostens überschneidet und verstärkt negativ auf den Ölmarkt
durchschlägt", verweist Hermann Schultes, Präsident der
Landwirtschaftskammer Österreich, auf die sich immer gefährlicher
zuspitzende Situation für Österreichs Energieversorgung.

Kontraproduktive Subventionen für fossile Energieträger
beenden

Ausführlich widmet sich der neue World Energy Outlook in einem
eigenen Kapitel den kontraproduktiven Förderungen für fossile
Energieträger. Chefökonom Birol plädiert eindeutig dafür, die
staatlichen Subventionen für fossile Energie im Ausmaß von weltweit
etwa 550 Mrd. USD pro Jahr zu beenden, da durch künstliche
Preissenkungen die notwendigen Investitionen sowohl in erneuerbare
Energien als auch in effizienzsteigernde Maßnahmen behindert werden.

"Das Missverhältnis von vierfach höheren Subventionen für den
Konsum fossiler Energieträger als für den Ausbau der Erneuerbaren auf
globaler Ebene muss dringend behoben werden. Es kann doch nicht sein,
dass die fortschreitende Klimabelastung durch fossile Energie auch
noch mit mehreren hundert Milliarden Dollar pro Jahr subventioniert
wird", hält Schultes fest.

Lösung liegt bei intelligenten dezentralen
Versorgungskonzepten in der Region

"Vizekanzler Reinhold Mitterlehner hat vollkommen recht, wenn er
von der Internationalen Energieagentur neben den ausführlichen
Analysen und Trendpräsentationen mehr Gewicht bei der Darstellung von
Lösungswegen einfordert. Einerseits ist die Forschung und Entwicklung
zur Erarbeitung belastbarer Zukunftslösungen zu intensivieren,
andererseits muss aber vor allem auch intelligenten dezentralen
Versorgungskonzepten in der Region mehr Aufmerksamkeit gewidmet
werden. Unsere immer riskantere Abhängigkeit von Krisenregionen ist
auf Dauer nur mit der optimalen Weiterentwicklung aller heimischen
Energiequellen zu reduzieren. Hier spielen unsere nachwachsenden
Rohstoffe auf Pflanzenbasis die wichtigste Rolle", erinnert der
LK-Präsident an den maßgeblichen Beitrag der Land- und
Forstwirtschaft zu einem nachhaltigen Energiesystem.

Konstruktive Zukunftskonzepte vorantreiben

"Die Botschaft des World Energy Outlook ist klar: Wir müssen in
der Energiepolitik jene unterstützen, die nach vorne schauen und an
konstruktiven Lösungen für die Systeme der Zukunft arbeiten, und jene
stoppen, die noch immer eine rückwärtsgewandte Energiepolitik mit dem
Rückspiegel betreiben wollen. Die energieintensive Industrie ist in
Europa besonders gefordert, das steigende Risiko bei der Öl- und
Gasversorgung ernst zu nehmen und positive Beiträge zur Steigerung
der erneuerbaren Energien zu leisten. Gerade die Standorte der
energieintensiven Industrie sind von einer nachhaltig gesicherten
Energieversorgung in Europa abhängig", unterstreicht Schultes.
(Schluss)

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