• 14.11.2014, 11:57:30
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Universitäre Autonomie erfordert Governance, Leadership und Kommunikation

ExpertInnen aus Frankreich und Österreich diskutierten im Institut Francais Anforderungen und Möglichkeiten eines modernen Universitätsmanagements

Utl.: ExpertInnen aus Frankreich und Österreich diskutierten im
Institut Francais Anforderungen und Möglichkeiten eines
modernen Universitätsmanagements =

Wien (OTS) - "Das Zusammenwirken der Organe - Rektorat, Senat und
Universitätsrat - untereinander und mit den nachgeordneten Ebenen ist
wesentlich für eine gelingende Entwicklung der Universitäten und soll
nicht Gegenstand einer gesetzlichen Regelung sein", so der
stellvertretende Vorsitzende des Rates für Forschung und
Technologieentwicklung und ehemalige Rektor der Technischen
Universität Wien, Univ.-Prof. Dr. Peter Skalicky. Gerade aber in der
Kommunikation zwischen all diesen Ebenen ortet er
Verbesserungspotenzial, das dringend genutzt werden muss. Damit nimmt
Skalicky Bezug auf die Ergebnisse einer vom Forschungsrat
beauftragten Studie betreffend "Governance und Managementstrukturen
an österreichischen Universitäten" und die dabei durchgeführten
Online-Befragungen sowie die ergänzenden Interviews. Deren
gemeinsamer Tenor war, dass Verbesserungen der Kommunikationskultur
im Fokus jeder zukunftsorientierten Universitätsleitung stehen
sollten. "Eine Verbesserung der Kommunikationskultur", so Skalicky,
"können und müssen die Universitäten im Rahmen ihrer Autonomie selbst
erreichen. Sie sind dazu auch absolut in der Lage."

Finanzielle Autonomie ohne budgetären Spielraum

In den zehn Jahren seit Implementierung des UG 2002 haben sich die
Rahmenbedingungen für die Universitäten nicht gerade verbessert. Die
enormen Steigerungen der Studierendenzahlen, die gleichzeitig nur
geringe Zunahme an wissenschaftlichem Personal und die knapp
bemessenen Budgets bedeuten letztlich nur wenig Spielraum für
eigentlich notwendige Veränderungen - Stichwort:
Forschungsinfrastruktur - angesichts des verstärkten nationalen und
internationalen Wettbewerbs.

Nicht zuletzt mit den engen finanziellen Rahmenbedingungen
zusammenhängend gibt es auch Handlungsbedarf im Bereich
Personalentwicklung. "Eine mittel- oder gar langfristige
Personalentwicklung findet an den Universitäten derzeit nicht oder
nur sehr eingeschränkt statt", so Forschungsratsmitglied und
Präsentatorin der Studie, Dr.in Gabriele Ambros.

Erfahrungen aus Frankreich

Auch in Frankreich erlangten die Universitäten 2007 mehr
Unabhängigkeit und damit die Möglichkeit zu strategischem Management.
Das "Gesetz zur Entwicklung der Lehre und Forschung an den
Hochschulen" von 2013 erweiterte schließlich die pädagogische
Autonomie, betonte die Rolle des Unternehmenssektors bei der
universitären Ausrichtung, und verstärkte die Kooperationen zwischen
den Universitäten. Für Jacques Fontanille, Professor an der
Universität Limoges und ehemaliger Kabinettchef der französischen
Ministerin für das Hochschulwesen, Geneviève Fioraso, sind damit neue
Elemente eines "französischen Universitätsgesetzes für das 21.
Jahrhundert" im Entstehen.

Hintergrund

Mit dem 2002 beschlossenen Universitätsgesetz (UG 2002) wurden weite
Teile des österreichischen Universitätsrechts neu geordnet. Vor allem
die Entlassung der Universitäten in die Autonomie und die mit 1.
Jänner 2004 wirksame Ausgliederung aus der Bundesverwaltung und
Umwandlung der Universitäten zu juristischen Personen des
öffentlichen Rechts bedeuten mehr Möglichkeiten, aber auch mehr
Herausforderungen. Das Budget wird den Universitäten seither vom
zuständigen Ministerium alle drei Jahre im Wege der
Leistungsvereinbarungen zugeteilt. Gleichzeitig sieht das UG die
Vorlage umfangreicher Berichte - vom Entwicklungsplan, dem
Leistungsbericht, über die Wissensbilanz bis hin zum
Rechnungsabschluss und die hochschulstatistische Datenmeldung - durch
die Universitäten vor.

Die Ergebnisse der Studie "Analyse der Governance- und
Management-Strukturen an österreichischen Universitäten - im Lichte
der Autonomie der Universitäten seit dem Universitätsgesetz 2002"
(online abrufbar unter www.rat-fte.at) wurden heute präsentiert im
Rahmen der Veranstaltung
"Governance und Management an Universitäten -
Entwicklung von Strukturen für die Zukunft"
Palais Clam-Gallas, Währinger Straße 30, 1090 Wien

Präsentation der Studie: Gabriele Ambros (RFTE)
Keynotes: Christoph Badelt (WU Wien)und
Jacques Fontanille (Universität Limoges)

Podiumsdiskussion mit Cyrille van Effenterre (französischer
Botschaftsrat für Wissenschaft in London), Jacques Fontanille
(Universität Limoges), Sabine Seidler (TU Wien) und Peter Skalicky
(RFTE).

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