- 12.11.2014, 08:55:39
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Biologische Landwirtschaft feiert 90. Geburtstag
Was jetzt in aller Munde ist, wurde vor 90 Jahren erfunden. 1924 wurde das erste Konzept für Bio-Landwirtschaft entwickelt. Laufend verbessert ist es gerade heute für Überraschungen gut.
Utl.: Was jetzt in aller Munde ist, wurde vor 90 Jahren erfunden.
1924 wurde das erste Konzept für Bio-Landwirtschaft
entwickelt. Laufend verbessert ist es gerade heute für
Überraschungen gut. =
Wien (OTS) - Biologisch erzeugte Lebensmittel sind in den letzten
Jahren von einem Randphänomen zu einem Megatrend geworden: ob
Feinkostladen oder Diskonter - alle haben sie breit im Programm. Den
Anfang nahm die Idee zur biologischen Landwirtschaft aber in einer
Zeit, als der Einsatz von Stickstoffdüngern und die Technisierung der
Landwirtschaft gerade erst in Gang kamen. Schon in den 1920er Jahren
bemerkten Landwirte in Deutschland eine nachlassende Vitalität bei
ihrem Getreide. Daraus entwickelte sich die biologisch-dynamische
(kurz: biodynamische) Landwirtschaft, die bis heute Bestand hat,
stetig weiter entwickelt und heute weltweit angewendet wird. Sie war
auch die Vorlage für die EU-Bio-Verordnung. Erstaunlich genug:
Biodynamische Landwirtschaft hat für die Bedürfnisse heutiger
Konsumenten viel mehr zu bieten als natürliche Lebensmittel. So ist
ein weitgehender Tierschutz und ein nachweisbarer Humusaufbau - der
bei der CO2-Reduktion hilft - Folge dieser Landwirtschaft. Und sie
hat eine klare Antwort und Alternative zur Gentechnik.
Ältester Bio-Hof in Österreich seit 1927
Die besorgten Bauern wandten sich an den Philosophen Rudolf Steiner,
der damals eine schillernde Figur war. Er hatte schon Anregungen für
die Waldorf-Schulen gegeben und die Anthroposophische Medizin.
Steiner gab daraufhin 1924 in seinen acht "Landwirtschaftlichen
Vorträgen" den Impuls zur biologisch-dynamischen Landwirtschaft.
Seine Ideen wurden sofort aufgegriffen. Der älteste biologische
Bauernhof in Österreich ist der Wurzerhof in Kärnten. Dort wird seit
1927 biodynamische Landwirtschaft betrieben. Biodynamische Produkte
werden seit 1928 unter dem Markennamen Demeter verkauft.
Ganzheitlicher Ansatz: Hoforganismus
Als die EU daran ging, Regelungen für die Bezeichnung "bio" zu
entwickeln, waren die biodynamischen Regulierungen Vorbild dafür.
Allerdings wurde vieles weggelassen und vor allem der wesentlich
ganzheitlichere Ansatz nicht übernommen. Demeter-Bauern verfolgen das
Konzept eines "Hoforganismus". Der Bauernhof wird dabei mit seiner
einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt, den dort arbeitenden Menschen
und dem Grund und Boden als ein Organismus begriffen. Ein Großteil
der Rohstoffe, wie Futter und Dünger, soll vom eigenen Hof kommen.
Nicht alle Flächen werden wirtschaftlich genutzt. So soll sich eine
nachhaltige Kreislaufwirtschaft entwickeln.
Tierschutz inklusive
Das bringt weitere Vorteile, die heute hoch im Kurs stehen. So etwa
einen weitestgehenden Tierschutz: Tiere müssen "wesensgemäß" gehalten
werden, das heißt zum Beispiel, dass Kühe nicht schmerzhaft enthornt
werden. Schafe haben ihre langen Schwänze, Schweine behalten ihre
Zähne und Hühner einen unveränderten Schnabel.
Alternative zur Gentechnik
Auch Pflanzen werden "wesensgemäß" gezüchtet. Das heißt, es werden
keine Hybridsorten, die für die Wiederaussaat nicht geeignet sind,
verwendet. Vielmehr bewahren Demeter-Bauern alte Getreidepflanzen wie
Emmer, Einkorn oder Dinkel und züchten diese weiter. Daraus ergibt
sich eine klare Ablehnung von Gentechnik. Denn dabei werden Gene
kreuz und quer zwischen Pflanzensorten und sogar von Tieren in
Pflanzen verschoben. Biodynamische Landwirtschaft hat daher auch eine
inhaltlich klare Begründung zur Ablehnung von Gentechnik: sie ist das
genaue Gegenteil von wesensgemäßer Züchtung.
Humus-Aufbau
Und noch einen großen Vorteil bringt die biodynamische
Landwirtschaft: der Boden wird nicht nur erhalten sondern aufgebaut.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen eine Zunahme des Humus auf
biodynamisch bewirtschafteten Böden. Und Humus bindet CO2.
Erreicht wird dieser erstaunliche Effekt durch den Einsatz von
"dynamisierten Mitteln".
Präparate aus Schafgarben, Kamille, Löwenzahn, Eichenrinde und
Brennnessel werden dem Stallmist beim Kompostieren beigemischt,
sogenannte Aschenpräparate zur Beikraut- und Schädlingsbekämpfung
verwendet.
Dazu kommt, dass Demeter-Bauern bewusst auf natürliche Rhythmen und
den Jahreskreislauf achten.
Auf der ganzen Welt vertreten
Heute ist Demeter die einzige weltumspannende Organisation
biologischer Landwirte. Ca. 8.000 Bauern auf allen Kontinenten wenden
die Demeter-Richtlinien an. In 50 Ländern bewirtschaften sie an die
160.000 Hektar Fläche biologisch-dynamisch.
In Österreich bearbeiten rund 180 Demeter-Bauern ca. 6.000 Hektar
Fläche. Gleichzeitig ist Demeter die Marke, unter der die Produkte
der Demeter-Bauern verkauft werden. Demeter steht hier für lebendige
Kooperation zwischen Bauern, Erzeugern von Lebensmitteln und
Konsumenten.
Über Demeter
Demeter ist die älteste und einzige weltweit aktive Vereinigung im
Bereich der biologischen Landwirtschaft. Demeter-Bauern arbeiten nach
den Richtlinien biodynamischer Landwirtschaft, die seit 1924 ständig
weiter entwickelt wurden. Der Grundimpuls stammt vom Vater der
Anthroposophie, Rudolf Steiner. Die Demeter-Regeln sind konsequenter
und wesentlich weitreichender als die EU-Richtlinien zur
organisch-biologischer Landwirtschaft. Gleichzeitig ist Demeter die
Marke, unter der die Produkte der Demeter-Bauern verkauft werden.
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