- 10.11.2014, 12:19:10
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Mitterlehner: Wettbewerb um talentierteste Jugendliche wird härter
Wirtschaftsminister bei Enquete zur dualen Ausbildung: Erfolgsquote verbessern, neue Zielgruppen erschließen - Lehre mit Matura erleichtern - Großes Lehrberufspaket
Utl.: Wirtschaftsminister bei Enquete zur dualen Ausbildung:
Erfolgsquote verbessern, neue Zielgruppen erschließen - Lehre
mit Matura erleichtern - Großes Lehrberufspaket =
Wien (OTS/BMWFW) - "Als exportstarkes Land ist Österreich im
internationalen Wettbewerb besonders auf qualifizierte Fachkräfte
angewiesen. Daher müssen wir das international anerkannte
Erfolgsmodell Lehre weiterentwickeln und noch attraktiver machen",
sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am Montag zum Auftakt
der Enquete zur Zukunft der dualen Berufsausbildung in Österreich.
Obwohl die Lehre beste Karrierechancen biete, habe sie gegenüber
anderen Ausbildungen teilweise noch ein Imageproblem. "Daher muss das
öffentliche Bewusstsein für die Vorteile der Lehre verbessert werden.
Wir brauchen nicht nur Akademiker, sondern auch einen qualifizierten
Mittelstand", so Mitterlehner.
Als größte Herausforderung nannte Mitterlehner den demographischen
Wandel. "Obwohl sich nach wie vor rund 40 Prozent eines Jahrgangs für
eine Lehre entscheiden, sinken die Lehrlingszahlen aufgrund
geburtenschwacher Jahrgänge. Gleichzeitig steigt der Wettbewerb der
Unternehmen mit den weiterführenden Schulen um die talentiertesten
Jugendlichen. Daher müssen wir nicht nur die Erfolgsquote der
Ausbildung verbessern, sondern auch neue Zielgruppen für die Lehre
erschließen", sagte Mitterlehner. Eine wichtige Initiative dafür ist
das Coaching-Programm für Lehrlinge und Betriebe, das bis Sommer 2015
österreichweit ausgerollt wird. "Damit wollen wir beispielsweise auch
Jugendliche mit Migrationshintergrund stärker für eine Lehre
begeistern, um deren Talente zu nützen", so Mitterlehner.
Ein Maßnahmenschwerpunkt ist die laufende Modernisierung der
Ausbildungsinhalte. "Im nächsten Jahr werden 17 Lehrberufe
modernisiert und neu gestaltet. Das ist eines der größten
Lehrberufspakete seit den 1980er Jahren. Wir legen zum Beispiel einen
Schwerpunkt auf die Mechatronik, die mit den Modulen
Medizingerätetechnik, alternative Antriebe und Robotik aufgewertet
wird. Und mit dem Einzelhandel wird der am stärksten nachgefragte
Lehrberuf modernisiert", so Mitterlehner. Darüber hinaus setzt sich
Mitterlehner dafür ein, dass die Berufsorientierung in den Schulen
verstärkt wird. "Viele wissen gar nicht, dass über 200 Lehrberufe zur
Wahl stehen", bekräftigt Mitterlehner.
Zur weiteren Qualifizierung will Mitterlehner einerseits Modelle wie
Lehre mit Matura verstärken, um begabte Jugendliche anzusprechen,
sowie andererseits niederschwellige Angebote für den Einstieg ins
System ausbauen, um Jugendliche ohne Ausbildung besser zu erreichen.
"Wir müssen die Durchlässigkeit des Ausbildungssystems in beide
Richtungen stärken", betonte Mitterlehner. Als zusätzliche Maßnahme
wird gemeinsam mit den Sozialpartnern das Qualitätsmanagement in der
Lehre verstärkt, um den effizienten Einsatz der Förderinstrumente zu
unterstützen.
Fachexperten zum Erfolgsmodell duale Ausbildung
Experte Thomas Mayr vom ibw hob bei der Enquete die Bedeutung der
dualen Ausbildung für eine nachhaltige und soziale
Wirtschaftsentwicklung hervor. AMS-Vorstand Johannes Kopf referierte
über die erfolgreiche Integration von jungen Erwachsenen in den
Arbeitsmarkt. Therese Steffen Gerber vom Eidgenössischen Department
für Wirtschaft, Bildung und Forschung zog einen internationalen
Vergleich über das Erfolgsmodell. Im Anschluss diskutierten
Mitterlehner und Hundstorfer mit Vertretern der Oppositionsfraktionen
im Nationalrat über die aktuellen Herausforderungen für die Lehre.
"Entscheidend ist, dass wir nicht nur bei der Lehre, sondern auch im
Bildungssystem ansetzen - zum Beispiel um die Grundkompetenzen und
Kulturtechniken zu verbessern", sagte Mitterlehner in seinem
Statement.
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