- 10.11.2014, 10:56:37
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Das Können der jungen Leute hin zur Meisterschaft fördern
Haslauer: Land startet "Meister-Scheck" als kostenlose Meisterprüfung und höhere Förderung für Meister- und Befähigungskurse
Utl.: Haslauer: Land startet "Meister-Scheck" als kostenlose
Meisterprüfung und höhere Förderung für Meister- und
Befähigungskurse =
Salzburg (OTS) - "Alle internationalen Vergleiche und Erfahrungen
zeigen immer wieder eines: Die österreichische Ausbildungskultur in
Form von Lehre und Meisterprüfung ist eine Vorzeige-Bildungsform und
verdient größtmögliche Unterstützung. Daher wird das Land Salzburg ab
Jänner 2015 den 'Bildungs-Meisterscheck' einführen." Dies kündigte
Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer heute, Montag, 10. November, in
einem gemeinsamen Informationsgespräch mit dem Präsidenten der
Salzburger Wirtschaftskammer (WKS), Konrad Steindl und Josef Mikl,
Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKS, an.
Meister-Scheck - notwendig und gerecht
"Wir sorgen damit für Fairness in den Bildungsangeboten und diese
Maßnahme ist ein Gebot der Stunde, wenn es um die Unterstützung bei
der Fachkräfteausbildung geht", betonte Landeshauptmann Haslauer.
Denn während Schulbesuch und Studium an Universität für die Schüler
und Studierenden gratis sind bzw. von der Allgemeinheit bezahlt
werden, müssen die Anwärter für die Meister- und Befähigungsprüfungen
sowie die Werkmeisterausbildung zum Teil beträchtliche Kosten auf
sich nehmen. "Diese Hürde zur Höherqualifizierung hin zum Meister
oder Unternehmer wollen wir senken. Wir brauchen bestausgebildete
junge Menschen, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können.
Unsere tüchtigen jungen Fachkräfte sind eines der größten Assets
unseres Landes. Wenn wir hier stärker fördern, fördern wir das Können
der Menschen und damit direkt die Qualität des Standortes", so
Haslauer.
Steigende Arbeitslosigkeit und dennoch Fachkräftemangel
Wie aktuelle Studien zeigen, sehen Salzburgs Unternehmen einen
steigenden Bedarf an Fachkräften sowie einen schärfer werdenden
Wettbewerb um die richtigen Mitarbeiter/innen. Sie machen sich Sorgen
bzw. sind skeptisch, ob dieser Bedarf gedeckt werden kann. Die
demographische Entwicklung wirkt sich zudem mittel- bis längerfristig
auf das Angebot an Fachkräften in Salzburg aus. Es verlassen mehr
Personen altersbedingt den Arbeitsmarkt als neue eintreten. In allen
Szenarien sinkt die Anzahl der Lehrlinge in den kommenden zehn bis 15
Jahren, und zwar je nach Szenario um zehn bis 20 Prozent - und dies
schlägt natürlich auch auf die Verfügbarkeit von künftigem
Spitzenpersonal mit Lehr- und Meisterabschluss durch.
Kostenlose Meisterprüfung, mehr Förderung für
Vorbereitungskurse
Bei Meisterprüfungen oder Befähigungsprüfungen (auch
Unternehmerprüfungen) fallen für die angehenden Meisterinnen und
Meister zwei Kostenblöcke an. Zum einen sind Prüfungsgebühren zu
bezahlen, mit denen die Kosten für die externen Experten zu bezahlen
sind, welche die Prüfungen abnehmen. Zum anderen müssen die
hochwertigen Meisterprüfungskurse bezahlt werden, die mit mehreren
Modulprüfungen abzuschließen sind.
Die Förderung, die ab 1. Jänner 2015 wirksam wird, stellt eine
Kombination aus Refundierung der Prüfungsgebühren und einer
verstärkten Förderung über den Salzburger Bildungsscheck dar. Die
Prüfungskosten werden zur Gänze vom Land Salzburg übernommen. Die
dementsprechenden Gelder wurden für das Budget 2015 eingeplant.
Die Anträge dazu können nach Erlangung des Meister- bzw.
Befähigungsprüfungszeugnisses gestellt werden. Eingereicht werden
kann bis zu sechs Monate nach der erfolgreichen Prüfung bei der
"Meisterprüfungsstelle" der Wirtschaftskammer Salzburg. Gefördert
werden auch Gebühren für Prüfungen, die in anderen Bundesländern
absolviert wurden. Voraussetzung ist jedoch der Hauptwohnsitz oder
Arbeitsort des neuen Meisters oder der Meisterin im Bundesland
Salzburg.
Die Kosten für die notwendigen Vorbereitungskurse werden zu 50
Prozent, maximal jedoch 2.000 Euro aus Geldern des Bildungsschecks
übernommen.
Der "Meister" soll gleichbedeutend wie der "Bachelor" sein
"Qualifikation ist die Grundlage für Qualität - in der
Güterproduktion wie auch in Erbringung von Dienstleistungen. Deshalb
ist uns jede Unterstützung und jeder Anreiz, der für Menschen
geschaffen wird, sich höher zu qualifizieren, besonders wertvoll",
sagte Josef Mikl, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKS.
Denn Qualität sei die einzige Chance, im Wettbewerb als
"Hochlohnland" bestehen zu können und sich gegenüber
Niedriglohnländern zu behaupten. Dem in vielen Betrieben beklagten
Facharbeitermangel könne nur durch weitere, zusätzliche Qualifikation
entgegengetreten werden, die in Gewerbe und Handwerk mit
Meisterprüfung bzw. Befähigungsprüfung, dem "Akademikertitel des
Handwerks", seinen Höhepunkt findet. "Deshalb bemühen wir uns auch,
die offizielle Anerkennung im europäischen Qualifikationsrahmen auf
dem europäischen Level 6, der gleichbedeutend mit dem Bachelor ist,
für unser Handwerk und deren Meisterprüfungen zu bekommen."
Fakten zur Meisterprüfung
2013 wurden in Salzburg, insgesamt 334 Befähigungs- und
Meisterprüfungen abgelegt (Meisterprüfungen 114),
221 davon kommen aus dem Bundesland Salzburg,
223 von allen sind männlich, 111 weiblich,
die "Top fünf" der Meister- und Befähigungsprüfungen: Haustechnik
(Gas-, Wasser-, Heizungs-Installateure): 51, Baumeister: 30,
Befähigungsprüfung Gastgewerbe: 26, Friseure: 25, Elektrotechniker:
17.
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