- 10.11.2014, 10:46:39
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Landwirtschaft: Best- statt Billigstbieter verhindert Zwei-Klassen-Konsumenten
10% mehr Inlandsnachfrage bringt 10.000 neue Jobs
Utl.: 10% mehr Inlandsnachfrage bringt 10.000 neue Jobs =
Wien (OTS) - "Österreich will die neue EU-Vergaberichtlinie früher
als vorgesehen umsetzen. Dabei muss auch für den Lebensmitteleinkauf
in öffentlichen Einrichtungen das Prinzip Best- statt Billigstbieter
gelten. Tagtäglich werden Abertausende Konsumenten in
Regierungsgebäuden, Schulen, Internaten, Kasernen, Krankenhäusern,
Pflege- oder Altersheimen verpflegt. Doch beim öffentlichen Einkauf
von Lebensmitteln werden derzeit ökologische Kriterien wie kurze
Transportwege, nachhaltige Produktion etc. selten bis gar nicht
berücksichtigt. Daher muss es in Zukunft um das beste und nicht um
das billigste Angebot gehen, verlangte Hermann Schultes, Präsident
der Landwirtschaftskammer Österreich.
"Regionalität, nachvollziehbare Herkunft, breite Vielfalt und
höchste Qualität sind die Markenzeichen unserer Lebensmittel,
erkennbar am AMA-Gütesiegel. Wer in der öffentlichen Beschaffung dem
Bestbieter und nicht dem Billigstbieter den Zuschlag erteilt, schafft
zweifach Nutzen: Er sichert die Arbeitsplätze beim Verarbeiter sowie
in der Landwirtschaft und er verhindert die Zwei-Klassen-Gesellschaft
bei den Konsumenten. Wer jedoch beim Billigstbieter kaufen muss,
exportiert heimische Arbeitsplätze und macht Abertausende Konsumenten
zum Kunden zweiter Klasse. Vielfalt und Qualität ist für alle da und
die rechtlichen Regeln müssen so gemacht werden, dass auch alle
Konsumenten diese Vielfalt und Qualität genießen können", so
Schultes.
Nachhaltige Kostenwahrheit
"Ganz klar, das stärkste Argument für Qualitätsprodukte aus
Österreich sind die heimischen Arbeitsplätze. 10% mehr
Inlandsnachfrage bringt 10.000 neue Jobs. Dass die Politik keine
einzige Maßnahme auslassen darf, um den regionalen
Wirtschaftskreislauf anzukurbeln und Arbeitsplätze zu sichern, zeigt
auch die momentane Arbeitslosenstatistik. Umso mehr muss man umdenken
und die öffentliche Beschaffung stärker nach regionalen
Qualitätskriterien ausrichten", zeigte Jakob Auer, Präsident des
Österreichischen Bauernbundes, auf, dass inländische Arbeitsplätze
und öffentliche Beschaffung eng zusammenhängen.
Ab April 2015 gilt EU-weit die Herkunftskennzeichnung für Fleisch.
Für Auer ein erster Schritt und die Voraussetzung dafür, dass nach
Schweizer Vorbild die Gastronomie ihre Kunden auf der Speisekarte
über die Herkunft des Fleisches informieren sollte. "Das zweite
wichtige Argument ist die heimische Qualität. Österreichische
Fleischprodukte mit AMA-Gütesiegel sind streng geprüft und wegen
ihrer herausragenden Qualität Spitzenreiter bei den Lebensmitteln.
Österreichische Milchprodukte sind durch die Bank gentechnikfrei
erzeugt. Das ist ein im Grunde unbezahlbarer Vorteil, der das
Kriterium Mehrkosten von 10% bis 15% in den Hintergrund treten lassen
sollte", spricht sich Bauernbund-Präsident Auer für eine nachhaltige
Kostenwahrheit aus, die auch etwaige unerwünschte Folgekosten in den
Kalkulationen mitberücksichtigt.
(Schluss)
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