Aktuelle Studie: Diabetes mellitus verursacht in Österreich jährliche Kosten von 1,94 Mrd. Euro

Wien, 7.11.2014 (OTS) - Sanofi Österreich veröffentlichte heute eine, von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH durchgeführte Studie zum Thema Krankheitskosten von Diabetes in Österreich. Im Rahmen der wissenschaftlichen Erhebung wurde erstmalig ein umfassendes Bild der Gesamtkosten für Österreich gezeichnet. Die Ergebnisse wurden heute, im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Rund 480.000 Menschen in Österreich leben mit einer Diabetes-Diagnose Dramatisch ist die Situation angesichts der Tatsache, dass in Österreich bis zu 645.000 Personen an Diabetes leiden, 430.000 davon als Typ-2-DiabetikerInnen bereits diagnostiziert, geschätzte 143.000 bis 215.000 sogar ohne Diagnose. Dies liegt daran, dass bei vielen Patienten der Diabetes erst nach Auftreten einer Folgeerkrankung entdeckt wird. Neben dem immunologisch bedingten Typ-1 Diabetes sind die überwiegende Mehrzahl der Diabetiker, Typ-2 oder so genannte "Altersdiabetiker". Insgesamt leiden etwa 8 - 9 Prozent der in Österreich lebenden Menschen über 15 Jahren an Diabetes.

Prim. Univ. Prof. Dr. Peter Fasching, Vorstand der 5. Medizinischen Abteilung, mit Endokrinologie, Rheumatologie und Akutgeriatrie, Wilhelminenspital der Stadt Wien, zeigt auf: "Rund 90 Prozent der diagnostizierten DiabetikerInnen in Österreich sind von einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung betroffen. Sie werden zumeist im niedergelassenen Bereich durch AllgemeinmedizinerInnen und FachärztInnen für Interne Medizin betreut. Etwa 18,9 Prozent dieser Betroffenen werden innerhalb eines Disease Management Programm begleitet, allerdings gibt es derzeit keine gesicherten Daten zur durchschnittlichen Behandlungsdauer im Rahmen dieser Programme. Noch immer fehlt in Österreich ein Diabetesregister, um valide Daten zur Diabetessituation in Österreich zu erhalten und weitere gesundheitspolitische Ziele danach ausrichten zu können; wie zB der Einsatz entsprechend ausgebildeter Ärztinnen zum Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie/Diabetologie."

"Sanofi hat eine lange Tradition in der Erforschung innovativer Therapien im Bereich Diabetes; seit 90 Jahren ist Sanofi an vorderster Front mit der Entwicklung und Erforschung von Therapien gegen die "Volkskrankheit Diabetes" beschäftigt. Gerade mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen, wie die stetig ansteigende Zahl von Menschen mit Diabetes, ist es wichtig, die geeigneten Rahmenbedingungen für optimierte Therapien und zur Minimierung von Folgeerkrankungen bei Diabetes zu schaffen", unterstreicht Mag. Sabine Radl. Geschäftsführerin von Sanofi Österreich, das langjährige Engagement des Unternehmens.

Ausgaben von 1,94 Mrd. Euro jährlich für Diabetes

Eine aktuelle von Sanofi in Auftrag gegebene Studie zeigt: pro Jahr werden in Österreich rund 1,94 Mrd. Euro für die Behandlung von Diabetes ausgegeben; die direkten Diabeteskosten, dh. Kosten für blutzuckersenkende Therapien, Diabetesmanagement, Akut- und Spätkomplikationen betragen 1,7 Mrd. Euro - dies entspricht ca. fünf Prozent der österreichischen Gesundheitsausgaben. Bei genauerer Betrachtung sieht man, dass die gesamten Arzneimittelkosten 285 Mio. Euro ausmachen, wovon wieder knapp die Hälfte für blutzuckersenkende Therapeutika ausgegeben werden (127,7 Mio. Euro). Den größten Anteil an den Gesamtkosten tragen die Spätkomplikationen mit 862,5 Mio. Euro pro Jahr (50,7% der direkten Krankheitskosten-Kosten).

Die Ergebnisse im Detail:

Typ-1-Diabetes
In Österreich leben rund 50.000 Typ-1-DiabetikerInnen. Die durchschnittlichen Kosten für einen Diabetes-Typ-1 Patienten betragen auf Basis der Berechnungen pro Jahr 4.600 bis 5.100 Euro. Dies bedeutet unter Miteinbeziehung der direkten (blutzuckersenkende Therapie, Diabetesmanagement, Akut- und Spätkomplikationen) und indirekten Kosten lebenslange Therapieausgaben von ca. 220.000 Euro pro PatientIn.

Die errechneten Gesamtkosten der Krankheit liegen bei 259,7 Mio. Euro pro Jahr, wovon 77,8 Prozent der Ausgaben (202,2 Mio. Euro) in direktem Zusammenhang mit der Versorgung der Diabetes-Erkrankung stehen. Die indirekten Kosten wie Krankenstände, verlorene Erwerbsjahre oder Erwerbstätigkeiten schlagen mit rund 57,5 Mio. Euro pro Jahr zu Buche. Die Arzneimittelkosten betragen 42 Mio. Euro, davon werden 34,1 Mio. Euro für blutzuckersenkende Therapeutika aufgewendet.

Typ-2-Diabetes
Pro Jahr werden in Österreich für die Behandlung von etwa 425.000 Typ-2-Diabetikern rund 1,676 Mrd. Euro aufgewendet; die durchschnittlichen Kosten für einen Diabetes-Typ-2 Patienten betragen auf Basis der Berechnungen pro Jahr 3.250 bis 3.950 Euro. Werden diese Zahlen auf die lebenslangen Therapiekosten eines Typ-2-Diabetikers umgelegt, so betragen diese ca. 58.400 Euro pro PatientIn.

89,6 Prozent der Ausgaben (1,5 Mrd. Euro) stehen in direktem Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung der Erkrankung. 174 Mio. Euro fallen pro Jahr an indirekten Kosten bei einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung an. Die gesamten Arzneimittelkosten betragen ca. 243 Mio. Euro, davon entfallen 93,7 Mio. Euro der Kosten auf den Einsatz blutzuckersenkender Therapien.

"Die vorliegende Arbeit ist die erste umfassende Krankheitskostenstudie zu Diabetes für Österreich und gibt ein differenziertes Bild der Versorgungskosten zu der Erkrankung. Diese Kosten sind additiv zu den allgemeinen Versorgungskosten jedes einzelnen zu verstehen, sodass also die Versorgung des Typ2-Diabetikers im Durchschnitt pro Jahr um ca. 3.300 Euro bis 4.000 Euro mehr kostet als die des vergleichbaren Nicht-Diabetikers, betont Studienautor Dr. Wolfgang Habacher, Leiter der Kompetenzgruppe Gesundheitswissenschaften am Institut HEALTH - Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH, Graz.

Habacher weiter: "Es zeigt sich auch, dass die Kosten der blutzuckersenkenden Arzneimittel mit ca. 6,6 Prozent der gesamten Versorgungskosten keinen großen Anteil ausmachen, sondern das wesentlichste Element das Management der Spätkomplikationen darstellt. Auch aus dieser Sicht stellt also die Vermeidung der Spätkomplikationen das zentrale Ziel der Krankenversorgung dar. Auch diese Arbeit bestätigt jedoch wieder, dass ein Interessensausgleich zwischen den wichtigsten Zahlern in Österreich wichtig ist, denn die Kosten einer guten Versorgung der Diabetiker zur Vermeidung von Spätkomplikationen tragen die Krankenversicherungen, während eine Reduktion von Spätkomplikationen den Financiers der Krankenhäuser zu gute kommt."

Diabetes - eine der teuersten chronischen Krankheiten, höchste Zeit etwas zu tun!

"Wir stellen Therapieoptionen und Information in guter Qualität bereit und diese müssen die richtigen Menschen erreichen. Für Ärzte ist es im Alltag nicht immer einfach, den Menschen die Informationen einfach und laiengerecht verständlich zugänglich zu machen. Ein Angebot für Ärzte muss geschaffen werden, damit sie ihren Patienten Informationen leichter übermitteln können. Genauso müssen wir uns aber bemühen, die noch gesunden Menschen, die in ein Risikoprofil fallen, frühzeitig aufzufangen und über Diabetes und seine Folgeerkrankungen aufzuklären. Sanofi ist es daher ein großes Anliegen, über innovative Therapieoptionen hinaus, gesundheitsfördernde Angebote zur Verfügung zu stellen und durch qualitative Informationen und Schulungen, die österreichische Bevölkerung in ihrer Gesundheitskompetenz stärken. Ebenso ist es mir ein besonderes Anliegen, dass der Zugang zu innovativen Therapien in Österreich vereinfacht wird, damit Menschen mit Diabetes die für sie optimale Behandlung erhalten", so Radl abschließend.

Vollpublikation im kommenden Jahr

Anfang 2015 werden die gesamten Daten in einer Vollpublikation veröffentlicht. Dabei wird auch eine dritte Frage im Fokus der Studie stehen: welche Kosten könnten bei optimaler Einstellung eines Diabetes-Patienten im Gesundheitssystem eingespart werden?

Über Sanofi in Österreich

Als eines der weltweit führenden pharmazeutischen Unternehmen nehmen wir unsere Verantwortung gegenüber den ÖsterreicherInnen ernst und wollen als gleichwertiger Partner im Gesundheitswesen anerkannt werden. Wir sind nicht nur Hersteller und Verkäufer von Arzneimitteln, sondern bieten Lösungen. Im Zentrum aller unserer Bemühungen steht der Patient.
Sanofi ist ein führendes, globales Pharmaunternehmen, das therapeutische Lösungen erforscht, entwickelt und vertreibt, um das Leben der Menschen zu verbessern. Sanofi ist an den Börsen in Paris (EURONEXT: SAN) und New York (NYSE: SNY) gelistet.

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