Christian Ragger: Reformunfähigkeit erschwert Lösung im Ärztekonflikt

Mit Einsparungen durch Strukturverbesserung könnte man Gehaltserhöhungen finanzieren

Klagenfurt (OTS) - "Wenn unsere Nachbarländer Salzburg und Steiermark die Grundgehälter der Spitalsärzte anheben, wird man nur schwer argumentieren können, warum das in Kärnten nicht gemacht. Wir würden damit eine Schwächung des Ärzte-Standortes Kärnten riskieren", erklärt der Obmann der Kärntner Freiheitlichen LR Mag. Christian Ragger vor den Verhandlungen morgen Freitag. Es werfe kein gutes Licht auf die Gesprächskultur in der KABEG, wenn das Thema in den anderen Ländern geräuschlos abgehandelt werden kann, aber in Kärnten Streikdrohungen im Raum stehen und Patienten verunsichert werden. Natürlich seien die Ärzte-Forderungen eine Bedrohung für das Budget. Die 100-Millionen-Grenze beim Nettodefizit 2015 werde womöglich nicht zu halten sein. "Es rächt sich jetzt der Stillstand in der Gesundheitspolitik. Kärnten ist eines der wenigen Bundesländer, das den Strukturplan Gesundheit - die Festlegung, wo Leistungen stationär und ambulant erbracht werden sollen - immer wieder verschiebt.
Jetzt will man sogar bis nach der Gemeinderatswahl warten", kritisiert Ragger. Mögliche Einsparungen, die man als Gegenfinanzierung für die Ärztegehälter brauchen würde, könnten nicht realisiert werden. Es sei ein Faktum, dass mangelnde Angebote und leistungsfeindliche Strukturen im ambulanten Bereich (bei Hausärzten und Fachärzten) zu einer ständig wachsenden Inanspruchnahme der Spitalsambulanzen führen. Das erhöht wiederum den Druck auf die Spitalsärzte. "Die Gesundheitsreform, die genau da ansetzen und eine bessere Abstimmung zwischen stationär und ambulant erreichen wollte, funktioniert in Kärnten überhaupt nicht. Genau diese Unfähigkeit erschwert die Lösung im Konflikt um die Ärztegehälter", meint Ragger abschließend.

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