Muchitsch gegen niedrigere Hürden für Rot-Weiß-Rot-Karte - "arbeitsmarktpolitisch derzeit kontraproduktiv"

"Wirtschaft will billige Arbeitskräfte"

Wien (OTS/SK) - Abgelehnt wird von SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch die Forderung der ÖVP, die Zugangshürden für die Rot-Weiß-Rot-Karte bei AkademikerInnen weiter zu senken. "Die derzeit geforderten Einstiegsgehälter sind nicht sehr hoch - ein weiteres Aufmachen der Kriterien wäre vielleicht der Wirtschaft genehm, weil sie dadurch mehr billige Arbeitskräfte bekommt. Arbeitsmarktpolitisch wäre es zum jetzigen Zeitpunkt kontraproduktiv", so Muchitsch am Mittwoch. ****

Für StudienabsolventInnen ist derzeit eine Entlohnung von 2.038,50 Euro brutto (rund 1.400 Euro netto) vorgesehen, um Zugang zur RWR-Karte zu erlangen. "Wenn die Wirtschaft beklagt, dass ein Fachkräftemangel droht, dann fragt sich, warum nicht die - ohnehin nicht allzu hohen - Gehälter gezahlt werden? Dann besteht auch die Möglichkeit, mit der Rot-Weiß-Rot-Karte in Österreich beschäftigt zu sein", so Muchitsch. Dass die Gehaltsgrenze keineswegs überzogen sei, zeige etwa auch das "Career Gehaltsranking 2013", wonach schon die meisten BHS-AbsolventInnen Gehälter in dieser Höhe erreichen. Der Verdacht liege jedenfalls nahe, dass es vor allem um mehr billige Arbeitskräfte geht, kritisiert der SPÖ-Abgeordnete.

Aber nicht nur die Gefahr von Lohndumping, auch die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt mache den Vorschlag kontraproduktiv. Denn jetzt schon steige die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Bachelorstudierenden an. Ende Oktober waren 1.660 Bachelors beim AMS vorgemerkt - um 32,2 Prozent mehr als im Oktober 2013. "Die aktuell schwierige Entwicklung am heimischen Arbeitsmarkt ist eine Folge der allgemeinen Konjunkturschwäche in Europa. Wir dürfen diese Situation aber nicht zusätzlich verschärfen", bekräftigt Muchitsch seine Position. (Schluss) sc/ah

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