- 05.11.2014, 15:04:05
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Muchitsch gegen niedrigere Hürden für Rot-Weiß-Rot-Karte - "arbeitsmarktpolitisch derzeit kontraproduktiv"
"Wirtschaft will billige Arbeitskräfte"
Utl.: "Wirtschaft will billige Arbeitskräfte" =
Wien (OTS/SK) - Abgelehnt wird von SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch
die Forderung der ÖVP, die Zugangshürden für die Rot-Weiß-Rot-Karte
bei AkademikerInnen weiter zu senken. "Die derzeit geforderten
Einstiegsgehälter sind nicht sehr hoch - ein weiteres Aufmachen der
Kriterien wäre vielleicht der Wirtschaft genehm, weil sie dadurch
mehr billige Arbeitskräfte bekommt. Arbeitsmarktpolitisch wäre es zum
jetzigen Zeitpunkt kontraproduktiv", so Muchitsch am Mittwoch. ****
Für StudienabsolventInnen ist derzeit eine Entlohnung von 2.038,50
Euro brutto (rund 1.400 Euro netto) vorgesehen, um Zugang zur
RWR-Karte zu erlangen. "Wenn die Wirtschaft beklagt, dass ein
Fachkräftemangel droht, dann fragt sich, warum nicht die - ohnehin
nicht allzu hohen - Gehälter gezahlt werden? Dann besteht auch die
Möglichkeit, mit der Rot-Weiß-Rot-Karte in Österreich beschäftigt zu
sein", so Muchitsch. Dass die Gehaltsgrenze keineswegs überzogen sei,
zeige etwa auch das "Career Gehaltsranking 2013", wonach schon die
meisten BHS-AbsolventInnen Gehälter in dieser Höhe erreichen. Der
Verdacht liege jedenfalls nahe, dass es vor allem um mehr billige
Arbeitskräfte geht, kritisiert der SPÖ-Abgeordnete.
Aber nicht nur die Gefahr von Lohndumping, auch die aktuelle
Situation am Arbeitsmarkt mache den Vorschlag kontraproduktiv. Denn
jetzt schon steige die Zahl der arbeitslos vorgemerkten
Bachelorstudierenden an. Ende Oktober waren 1.660 Bachelors beim AMS
vorgemerkt - um 32,2 Prozent mehr als im Oktober 2013. "Die aktuell
schwierige Entwicklung am heimischen Arbeitsmarkt ist eine Folge der
allgemeinen Konjunkturschwäche in Europa. Wir dürfen diese Situation
aber nicht zusätzlich verschärfen", bekräftigt Muchitsch seine
Position. (Schluss) sc/ah
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