• 05.11.2014, 10:33:47
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Bundesminister Ostermayer: Kunstrückgabe ist Sinnbild für unsere Verantwortung, NS-Verbrechen klar zu verurteilen

Konferenz "Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen - Hintergründe - Auswirkungen"

Utl.: Konferenz "Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus.
Mythen - Hintergründe - Auswirkungen" =

Wien (OTS) - "Diese Konferenz fügt sich in eine Reihe von
Veranstaltungen, die eine Gemeinsamkeit teilen, nämlich die Aufgabe,
das düsterste Kapitel unserer Vergangenheit aufzuarbeiten", sagte
Kulturminister Josef Ostermayer gestern, Dienstagabend, bei der
Eröffnung der Konferenz "Bergung von Kulturgut im
Nationalsozialismus. Mythen - Hintergründe - Auswirkungen" im
Bundeskanzleramt. Der Minister nahm dabei Bezug auf die Eröffnung der
Gedenkstätte des ehemaligen Außenlagers des KZ Mauthausen in Wiener
Neudorf, das neue Denkmal für Deserteure am Wiener Ballhausplatz und
die Grundsteinlegung für das Wiener Simon Wiesenthal Zentrum, die
ebenfalls ein wichtiger Beitrag dazu wären, aus der Geschichte zu
lernen.

"2014 ist ein Jahr der Gedenktage: 100 Jahre Ausbruch des Ersten
Weltkrieges, 80 Jahre Bürgerkrieg in Österreich, 75 Jahre Beginn des
Zweiten Weltkrieges. Denkmäler und wissenschaftliche
Auseinandersetzung haben die Aufgabe, zu einer Wiedergutmachung -
soweit möglich - beizutragen und die Erinnerung wach zu halten. Denn
immer weniger Menschen haben diese dunkle Phase unseres Landes selbst
erlebt. So trägt auch diese Veranstaltung dazu bei, dass nachfolgende
Generationen nie jene Grausamkeiten vergessen, die andere Menschen
ertragen mussten", so Ostermayer.

Ariel Muzicant, Ehrenpräsident der Israelitischen Kultusgemeinde
Wien, bezeichnete die Konferenz als einen weiteren "Puzzlestein" in
der österreichischen Geschichtsaufarbeitung. Es gebe noch einiges
tun, aber viel sei bereits erreicht worden: "In Österreich ist ein
wirklicher Gesinnungswandel erfolgt", so Muzicant. Bundesminister
Ostermayer wies darauf hin, dass die Veranstaltung gemeinsam von der
Kommission für Provenienzforschung und der Israelitischen
Kultusgemeinde Wien organisiert wurde: "Ich sehe darin ein Zeichen,
dass wir auf dem richtigen Weg sind. Kunstrückgabe und
Provenienzforschung sind keine rückwärtsgewandten Tätigkeiten,
sondern ein Sinnbild unserer heutigen Verantwortung, die Verbrechen
des NS-Regimes klar zu verurteilen und unrechtmäßig zugefügte,
materielle Nachteile bestmöglich wieder gut zu machen."

Mit dem Kunstrückgabegesetz, das zuletzt sein 15-jähriges Bestehen
gefeiert hat, habe Österreich international vorbildhaft agiert, "wenn
auch spät, aber nicht zu spät", so der Kulturminister. "Mit klaren
Regelungen und Prozessen sowie der klaren Entscheidung für die
Naturalrestitution im Falle einer Rückgabeempfehlung bekennt sich die
Republik Österreich zu einer klaren Haltung bei durch das NS-Regime
zugefügtem Unrecht." Ostermayer bedankte sich bei all jenen, die
seither an der Umsetzung des Gesetzes mitgewirkt haben, insbesondere
der Kommission für Provenienzforschung und dem Kunstrückgabebeirat.

"Diese Konferenz wird noch weiter dazu beitragen, dass die Strukturen
des NS-Kunstraubes und der Rückgaben nach 1945 besser verstanden und
Versäumnisse nachgeholt werden. Das ist gut, weil wir uns nur durch
eine offene Diskussion der Gegenwart und Zukunft stellen können" so
Bundesminister Ostermayer, der abschließend dem Organisationsteam der
Konferenz dankte und allen Teilnehmenden eine erfolgreiche
Veranstaltung wünschte.

Die zweitägige Konferenz "Bergung von Kulturgut im
Nationalsozialismus" widmet sich der Bergung von Kunst- und
Kulturgütern während der Jahre 1938 bis 1945 und ihren Auswirkungen
in der Nachkriegszeit. Es werden verschiedene Bergungsmaßnahmen
einzelner Museen und Institutionen sowie die damit verbundenen
Ungereimtheiten näher beleuchtet. Die Ergebnisse der Konferenz sollen
einen wichtigen Beitrag für die aktuelle Provenienzforschung leisten
und dazu beitragen, Forschungslücken zu schließen.

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes http://fotoservice.bundeskanzleramt.at
kostenfrei abrufbar.

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