• 02.11.2014, 19:51:44
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Neues Volksblatt: "Frage der Würde" (von Christian Haubner)

Ausgabe vom 3. November 2014

Utl.: Ausgabe vom 3. November 2014 =

Linz (OTS) - Eine allgemeingültige Regelung zu finden für etwas, das
man genau genommen objektiv nicht entscheiden kann, das zählt wohl zu
den schwierigsten Aufgaben. Das Thema Sterbehilfe ist ein solcher
Bereich. Es besteht immer die Gefahr, anmaßend und besserwisserisch
zu erscheinen, wenn man schwer kranken Menschen oder deren
Angehörigen erklären möchte, wie in einer solchen Situation am besten
zu verfahren ist.
Dennoch darf die Tatsache, dass eine Fragestellung schwierig zu
beantworten ist, nicht dazu führen, dass man sich um eine Antwort
drückt. Und so ist festzustellen, dass zumindest mit aktiver
Sterbehilfe doch erhebliche Gefahren verbunden sein könnten. Das
bestätigt ein Blick in Länder, in denen diese erlaubt ist. Besonders
problematisch wird es etwa dann, wenn Menschen nicht mehr in der Lage
sind, ihren eigenen Willen kundzutun. Oder etwa, wenn es um schwer
kranke Kinder geht. Oder auch, wenn Menschen mit psychischen
Erkrankungen den Wunsch verspüren zu sterben.
Der bisherige heimische Weg, bei Bedarf Schmerztherapie und
Palliativmedizin zu erhalten und auch am Ende des Lebens Würde zu
erfahren, ist wohl der bessere. Ein Verbot aktiver Sterbehilfe im
Verfassungsrang könnte Sicherheit geben - indem es verhindert, dass
sich Betroffene und Angehörige in irgendeiner Weise unter Druck
gesetzt oder zu einer Entscheidung genötigt fühlen. Denn das wäre
würdelos.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB

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