• 31.10.2014, 09:13:35
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Das Recht, das "Coleur" zu tragen, muss gewahrt bleiben

Klubobmann Gabmann unterstützt die studentische Tradition

Utl.: Klubobmann Gabmann unterstützt die studentische Tradition =

St. Pölten (OTS) - Österreich ist ein offenes und tolerantes Land,
wie es einem modernen Staat entspricht. So wird etwa jede Bekleidung
aus den verschiedensten Kulturkreisen toleriert, mag sie sich auch in
unsere Kultur nicht oder nur beschränkt einfügen. Aber das ist eine
Tradition, welche in den demokratischen Verfassungsstaaten heute
selbstverständlich ist; dies war aber nicht immer so und ist Ergebnis
eines langen und engagierten "Kampfes", in dem farbentragende,
freiheitsliebende Studenten eine bedeutende Rolle spielten. Nun will
der linke Flügel der ÖH gegen die eigene Tradition intolerant
vorgehen und in fundamentale demokratische und rechtsstaatliche
Positionen der Coleurstudenten eingreifen. Die ÖH oder Teile davon
fordern ohne irgendeine Rechtfertigung oder Rechtsgrundlage, dass das
Tragen von Coleur an der Uni Wien verboten wird. Traditionelle
studentische Bekleidung, bestehend aus Band und Deckel
(Kopfbedeckung), ist Ausdruck eines alten studentischen Brauchtums,
welches sich die Farbstudenten lange erkämpfen mussten. Das geplante
Coleurverbot der ÖH soll den rechts stehenden Burschenschaften
Einhalt gebieten. Dabei übersieht die ÖH - oder möchte es vielleicht
übersehen -, dass es verschiedenste Gruppen von Coleurstudenten gibt:

Obwohl das Coleur auf der Universität sowohl von Mitgliedern der
Burschenschaften als auch der katholischen Studentenverbindungen des
Cartellverbandes getragen wird, trennen diese beiden studentischen
Organisationen ideologische Welten. Der Cartellverband (CV) wurde
Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet und setzte sich immer für
Toleranz und soziales Engagement ein. Den Nationalsozialismus hat der
Cartellverband stets bekämpft. Einige seiner Mitglieder standen im
Kampf gegen den Nationalsozialismus an vorderster Front und ließen -
getreu dem Grundsatz "Farbe tragen heißt Farbe bekennen" - für die
Freiheit Österreichs ihr Leben.

Das Recht ihre Verbindungsfarben zu tragen, haben sich die
katholischen Studentenverbindungen des Cartellverbandes vor über
hundert Jahren auf den damals meist nationalliberal geprägten
Universitäten erkämpft. Zuletzt war es das nationalsozialistische
Regime, das den Studenten 1938 das Farbetragen und die Verbindungen
an sich verboten hat.

"Wenn nun Teile der ÖH das Verbot des Tragens des Coleurs verlangen,
ist das Ausdruck einer totalitären Gesinnung" meint Ernest Gabmann
jun. "Die eigenen Traditionen verbieten zu wollen, ist eine
Geisteshaltung, von der sich alle distanzieren sollten, denen
Freiheit und Toleranz wichtig sind. So etwas rüttelt an den
Grundfesten des modernen Verfassungsstaates, in dem die Freiheit der
Meinungsäußerung und die Vereins- und Versammlungsfreit
unverzichtbare Werte sind" so Gabmann. Er verwehrt sich daher
dagegen, dass wieder Maßnahmen wie in der Zeit des Diktats angedacht
sind und spricht sich für eine liberale Einstellung aus. Das Tragen
des Coleurs ist laut Gabmann Ausdruck unserer
christlich-abendländische Tradition. "Ich werde alles tun, damit
nicht wieder das Coleur und die katholischen Studentenverbindungen
wie 1938 verboten werden!" schließt Gabmann.

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