• 30.10.2014, 10:56:39
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Süßes sonst gibt's Umsatzeinbrüche

Die Katholische Jungschar kritisiert Halloween als inhaltsloses Fest für den Handel und unsensibles Spiel mit Kinderangst

Utl.: Die Katholische Jungschar kritisiert Halloween als
inhaltsloses Fest für den Handel und unsensibles Spiel mit
Kinderangst =

Wien (OTS) - "Süßes sonst gibt's Saures" - mit diesem Schlachtruf
bitten Kinder am 31. Oktober wieder um Süßigkeiten. Berge von
Naschereien und Gruselkostümen warten im Vorfeld des Totenfestes
darauf, verkauft zu werden. Der Süßwarenhandel, die Dekorations- und
Verkleidungsbranche freuen sich über eine zusätzliche Gelegenheit,
ihre Umsätze zu steigern. Kein anderes Fest bescherte dem Handel in
den vergangenen Jahren größere Umsatzsteigerungen als Halloween, das
mittlerweile mehr Geld in die Kassen spült als etwa der Fasching.

Die Katholische Jungschar steht dieser Kommerzialisierung des
Totenfests als größte Kinderorganisation Österreichs sehr kritisch
gegenüber. Kinder haben ein Recht auf eine ernsthafte, altersgemäß
gestaltete Auseinandersetzung mit Sterben und Tod. Anneliese Schütz,
Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar, erklärt: "Allerheiligen
ist das Fest des gemeinsamen Erinnerns und der Auseinandersetzung mit
dem Tod. Die Beschäftigung mit den Themen Tod, Sterben und
Jenseitsvorstellungen wird durch den Halloween-Trubel aber völlig
ausgeblendet und vom Konsumwahn zugedeckt. Kinder haben großes
Interesse an diesen Themen und ihre eigene Art, damit umzugehen.
Halloween darf je nach individuellem Geschmack Spaß machen, kann aber
auch besinnlich und ruhig gefeiert werden. Es ist wichtig, dass die
eigentlichen Inhalte des Fests und die Bedürfnisse sowohl von Kindern
und Erwachsenen nicht in einem inhaltsleeren, konsumorientierten
Geisterkult untergehen."

Die Katholische Jungschar kann dem US-amerikanischen Brauch aber auch
einiges Positives abgewinnen: "Viele Kinder verkleiden sich gerne und
schlüpfen in andere Rollen. Spielen ist sehr wichtig für die
Entwicklung von Kindern. Beim Spielen wird die Phantasie der Kinder
angeregt und sie machen emotionale und soziale Lernerfahrungen", so
Anneliese Schütz. Allerdings tritt sie in diesem Zusammenhang für
einen verantwortungsvollen Umgang mit Kinderängsten ein: "Kinder
wollen sich Gruseln. Der spielerische Umgang mit Angst hat für Kinder
großen Anreiz. Allerdings müssen sie selbst bestimmen können, welchen
gruseligen Situationen sie sich aussetzen und wann es reicht." Der
Katholischen Jungschar ist es wichtig, dass dabei keine Grenzen
überschritten werden. "Die Grenze zwischen dem was Spaß macht und
Ängste abbaut und dem was die seelische Gesundheit der Kinder
gefährdet, wird oft überschritten", ergänzt Anneliese Schütz.

Die Katholische Jungschar fordert in ihrem Positionspapier zu
Halloween den Verzicht auf jegliche Form von Gewalt- und
Streichandrohung. "Die Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern
darf nicht den Weg der "Erpressung" gehen, egal ob in lustig oder
ernst gemeinter Weise. Gerade zu Halloween zieht diese scheinbare
Akzeptanz von Streichandrohungen in einzelnen Fällen
Handgreiflichkeiten oder Gewalt nach sich", führt Anneliese Schütz
weiter aus.

Das Positionspapier der KJS zum Thema Halloween finden Sie auf der
Website: http://www.jungschar.at/index.php?id=807

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