- 29.10.2014, 10:31:01
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Bünker zum Reformationsjubiläum 2017: "Das Gemeinsame in den Mittelpunkt stellen"
Reformationsempfang in Wien - Feierlichkeiten anlässlich 500 Jahre Reformation sind ökumenische Chance
Utl.: Reformationsempfang in Wien - Feierlichkeiten anlässlich 500
Jahre Reformation sind ökumenische Chance =
Wien (OTS/epdÖ) - Im Jahr 2017 feiern die Evangelischen Kirchen in
Europa 500 Jahre Reformation. Auch die drei evangelischen Kirchen in
Österreich - die lutherische, reformierte und methodistische Kirche -
beteiligen sich an den Feierlichkeiten. Über den Stand der
Vorbereitungen und über die Pläne für das Jubiläumsjahr sprach der
evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker beim traditionellen
Reformationsempfang der Evangelischen Kirchen in Österreich am 29.
Oktober in der Akademie der Wissenschaften in Wien.
In seiner Rede stellte Bischof Michael Bünker das Gemeinsame in Bezug
auf das Reformationsjubiläum in den Mittelpunkt. Dies umfasse mehrere
Dimensionen. So sei es von Anfang an ein Anliegen gewesen, dass sich
alle drei evangelischen Kirchen in Österreich gemeinsam auf das
Jubiläumsjahr vorbereiten. Ebenso wichtig sei es, das
Reformationsjubiläum in seiner gesamteuropäischen Dimension
wahrzunehmen. Die Reformation sei ein "europaweiter Aufbruch, an
verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten" gewesen, erklärte
Bünker, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer
Kirchen in Europa (GEKE) ist. Insofern werde mit dem Jahr 1517 nicht
die lutherische Reformation gefeiert. Vielmehr handle es sich dabei
um einen "symbolischen Brennpunkt", da es schon vor Luther
reformatorische Bewegungen wie beispielsweise rund um Jan Hus in
Tschechien gab.
Wichtig sei das Miteinander aber auch und gerade in Bezug auf die
Ökumene, hier vor allem mit der Römisch-katholischen Kirche, aber
auch mit Baptisten und Mennoniten. Die Inhalte der Reformation hätten
Auswirkungen auf das Miteinander der christlichen Kirchen. Das
Reformationsjubiläum könne eine Chance sein, "vereint in den
Unterschieden voranzugehen. Es gibt keinen anderen Weg, um eins zu
werden", zitierte Bischof Bünker Papst Franziskus in seiner Rede.
Vor den über 300 Festgästen hob Bünker die globale Dimension der
Reformation hervor. "Die Reformation ist eine Weltbürgerin", so der
Bischof wörtlich. Die befreiende Erfahrung des wiederentdeckten
Evangeliums habe zu einer Neubestimmung im Verhältnis des Menschen zu
Gott, zu sich selbst und zu den Mitmenschen geführt. Reformation
lasse sich nicht auf ein kirchliches Erneuerungsprogramm beschränken,
sei "mehr als eine Reform", nämlich "Aufbruch weit über die Kirche
hinaus" mit Auswirkungen bis heute. Das Reformationsjubiläum bedeute
daher "nicht nur sich selbst zu feiern, sondern aufzubrechen in die
Welt". Klar ist für Bünker auch, dass sich beim Reformationsjubiläum
der "Blick nicht zurück, sondern nach vorne" richten werde.
Zu den konkreten Plänen sagte Bischof Bünker, dass bereits einiges
auf Schiene gebracht sei, sich aber gleichzeitig noch vieles im
Ideenstadium befinde. Die GEKE knüpfe etwa ein Netz europäischer
"Städte der Reformation". In Österreich werden Wien, Steyr,
Klagenfurt und Graz dabei sein, Villach ist bereits nominiert.
Allen Projekten gemeinsam sei es aber, dass man die befreiende
Botschaft des Evangeliums, wonach der Mensch nicht aus eigener Kraft
und Leistung leben kann, sondern allein aus der Liebe Gottes, wieder
"verständlich und erfahrbar" machen möchte. "Das ist die
Herausforderung, vor der wir als Kirchen gemeinsam stehen", betonte
der Bischof.
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