• 28.10.2014, 09:21:37
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ÖH Uni Wien - Aufforderung: Keine Toleranz den Burschenschaftern auf der Rampe der Universität Wien

Breite Diskussion um Burschenschaften und extreme Rechte an der Universität Wien sehr erfreulich

Utl.: Breite Diskussion um Burschenschaften und extreme Rechte an
der Universität Wien sehr erfreulich =

Wien (OTS) - Jeden Mittwoch versammeln sich deutschnationale
Burschenschafter um 12 Uhr vor der Uni Wien - den sogenannten
"Burschibummel". Seit jeher sieht die Uni Wien diesem Treiben
tatenlos zu und duldet stillschweigend die Inszenierung der
Rechtsextremen. "Mit dem Beschluss der Universitätsvertretung vom
24.10.2014 fordern wir als ÖH Uni Wien das Rektorat auf, endlich den
"Burschibummel" zu verbieten", so Cathy Schneider, Stephanie Marx und
Camila Garfias vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.

"Es kann nicht sein, dass die Uni Wien nur mit der Hausordnung
argumentiert und in ihren Stellungnahmen sich weder ihrer eigenen
Geschichte stellt, noch klare Worte bezüglich der Burschenschafter in
ihren Räumlichkeiten findet", kritisiert das Vorsitzteam das
Schweigen der Universitätsleitung. Schon Stefan Zweig beleuchtete in
seiner Autobiographie "Die Welt von Gestern", wie deutschnationale
Burschenschafter jüdische Studenten in antisemitischen
Ausschreitungen aus der Uni prügelten. Auch heute noch vernetzen sich
die Burschenschaften im Wiener Korporationsring (WKR) an Tagen wie
dem Burschenschafter-Kommers am 29. November oder dem bekannten
WKR-Ball, um ihrem Gedankengut zu frönen und es weiter
gesellschaftsfähig zu machen.

Die ÖH Uni Wien fordert die Universität Wien dazu auf, ein klares
Zeichen gegen rechtsextremes Gedankengut und jene, die dieser
Ideologie Vorschub leisten, zu setzen und dem wöchentlichen Bummel
deutschnationaler Burschenschafter die Toleranz zu entziehen.
Der Beschluss der Universitätsvertretungssitzung stellt katholische
Verbindungen dabei nicht mit deutschnationalen gleich. Festzuhalten
ist, dass auch erstere eine reaktionäre und frauenfeindliche
Ideologie haben und ihre historischen Rolle von 1933-1938
totschweigen und dadurch relativieren. Es liegt auch an Verbindungen
wie dem katholischen ÖCV, eine klare Grenzlinie zu faschistischen
Ideologien zu ziehen und nicht empört in ein Horn mit den
Deutschnationalen zu blasen und sich damit mit ihnen gemein zu
machen.

Zudem geht der Antrag in einem Punkt auf das "Couleur"-Tragen an der
Universität ein. Die "Farbe", also Burschenband und Deckel, etc.,
spielen für die Burschenschafter eine wichtige Rolle, fungieren sie
doch nicht als "Kleidungsstück", sondern Symbol und Erkennungszeichen
der Gesinnungsgenossen [sic!]. Die Uni Wien wird laut Antrag der
Universitätsvertretung aufgerufen, sich klar von deutschnationalem
und rechtem Gedankengut zu distanzieren.

"Der unsäglichen Tradition des Mittwochsbummel der Deutschnationalen
muss endlich ein Ende bereitet werden. Es kann nicht länger
akzeptiert werden, dass Rechtsextreme sich in der Art zur Schau
stellen!", schließt das Vorsitzteam unisono. "Wir freuen uns auf
jeden Fall darüber, dass mit diesem Antrag endlich wieder eine breite
Diskussion gestartet werden konnte."

______
Der vollständige, von der Universitätsvertretung beschlossene Antrag,
kann hier nachgelesen werden:
http://oeh.univie.ac.at/aktuelles/stories/oeh-uni-wien-fordert-klare-
worte-von-der-universitaetsleitung

Die ÖH Uni Wien hat die Broschüre "Völkische Verbindungen. Beiträge
zum deutschnationalen Korporationsunwesen in Österreich" heraus
gegeben. Mit dieser Broschüre sollen Geschichte, Hintergründe und
Verstrickungen völkischer Korporierter beleuchtet werden und sie soll
zur weiteren Auseinandersetztung anregen:
http://oeh.univie.ac.at/sites/default/files/CMS/dokumente/downloads/v
oelk_verbindungen.pdf

Einen guten Überblick zum Cartellverband bietet die Publikation
"Konservatismus. Elitarismus. Männerbündelei":
http://www.oeh.ac.at/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/2013/oeh-k
on.eli.maen_web.pdf

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