Steuerberater sehen Einsparungspotential bei Sozialversicherungen

Administrative Entlastung für Unternehmen und Behörden

Wien (OTS) - Die Zusammenlegung der jetzt neun Gebiets- und sechs Betriebskrankenkassen zu einem bis drei Trägerorganisationen würde nach Ansicht des Präsidenten der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Klaus Hübner, für die österreichische Wirtschaft und für die Behörden eine enorme administrative Entlastung und erhebliche Einsparungen bringen. Damit widerspricht Hübner Sozialminister Rudolf Hundstorfer, der einer Reform mangels Einsparungspotential eine Absage erteilt hat.

"Unser Steuer- und Sozialversicherungssystem hat die Grenze der Administrierbarkeit erreicht" beschreibt Klaus Hübner, Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder die derzeitige Lage. Vor allem der Verwaltungsaufwand im Bereich der Sozialversicherung und der Lohnsteuer ist überbordend und muss reformiert werden.

Neben dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger existieren in Österreich derzeit 22 Sozialversicherungsträger. Zusätzlich zu neun Gebietskrankenkassen gibt es noch sechs Betriebskrankenkassen sowie weitere sieben Sozialversicherungsanstalten für gewisse Berufsgruppen oder Bereiche. "In Zeiten von knappen Budgets sollten endlich die notwendigen Reformen angegangen werden und Einsparungspotenziale genutzt werden", so Hübner. Zusätzlich würden die Zusammenlegungen für die Wirtschaft eine ganz erhebliche Entlastung an unnötiger Bürokratie und mehr Rechtssicherheit bringen.

Ein österreichweit tätiges Unternehmen sieht sich beispielsweise in seiner alltäglichen Arbeit mit neun Gebietskrankenkassen konfrontiert. Abgesehen von gewissen behördeninternen Doppelgleisigkeiten, müssen sich die Unternehmer auch immer wieder mit abweichenden Rechtsansichten in derselben Rechtsfrage auseinandersetzen aus denen sich skurrile Folgewirkungen ergeben. Mitarbeiter, die zwischen mehreren Standorten wechseln, sind bei einem Bundesländerwechsel bei einem regionalen Träger abzumelden und bei dem anderen regionalen Träger wieder anzumelden. Pro Meldung muss ein Meldevorgang, eine Kontaktaufnahme mit dem Mitarbeiter, eine entsprechende EDV-unterstützte oder manuelle Ablage, eine Zuordnung von SV-Beiträgen etc. erfolgen.

Die Steuerberater treten weiterhin dafür ein, die vorhandenen Mehrfachgleisigkeiten abzubauen und die neun Gebietskrankenkassen sowie die sechs Betriebskrankenkassen zu einem bis drei Träger zusammenzulegen. Damit könnte ein einheitlich dezentral organisierter und bundesweit tätiger Sozialversicherungsträger für alle unselbständigen Erwerbstätigen eingerichtet werden. Die administrative Entlastung sowohl von Seiten der Unternehmen als auch von Seiten der Behörden wäre enorm.

Rückfragen & Kontakt:

Kammer der Wirtschaftstreuhänder
Heinrich Mathis
Schönbrunnerstraße 222 - 228
1200 Wien
Tel: +43/ 1 / 81173 - 245
Fax: +43 / 1 / 81173 - 100
mathis@kwt.or.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KWT0001