• 27.10.2014, 11:11:01
  • /
  • OTS0072 OTW0072

"Mechaye Hametim": Christliches Gedenken an Novemberpogrome

Bis 9. November "Bedenktage" in Wien - Benefizkonzert der Heiligenkreuzer Mönche mit Timna Brauer - Ökumenischer Gottesdienst in Ruprechtskirche

Utl.: Bis 9. November "Bedenktage" in Wien - Benefizkonzert der
Heiligenkreuzer Mönche mit Timna Brauer - Ökumenischer
Gottesdienst
in Ruprechtskirche =

Wien, 27.10.14 (KAP) Zum Gedenken an die Opfer der
nationalsozialistischen Novemberpogrome des Jahres 1938 gegen die
jüdische Bevölkerung in Wien veranstalten auch heuer wieder mehrere
christliche und jüdische Organisationen gemeinsam die
"Bedenktage"-Reihe "Mechaye Hametim - Der die Toten auferweckt". In
Erinnerung an die Ereignisse vor 76 Jahren finden bis 9. November
zahlreiche religiöse, wissenschaftliche und kulturelle
Veranstaltungen statt. Außer in Wien geschieht das heuer auch im
Stift Heiligenkreuz, wo die durch ihre Sakralmusik-CDs weltweit
bekannt gewordenen Mönche gemeinsam mit der jüdischen Sängerin Timna
Brauer und dem Elias Meiri Ensemble ein Benefizkonzert unter dem
Titel "Laudate Dominum" geben.

In der Nacht vom 9. auf 10. November 1938, die noch immer unter dem
euphemistischen Nazi-Ausdruck "Reichskristallnacht" bekannt ist,
wurden im gesamten deutschen Machtbereich Synagogen in Brand
gesteckt, jüdische Geschäfte sowie Wohnungen zerstört und verwüstet.
Zahlreiche Juden wurden bei den Pogromen getötet oder verletzt.

Im Zentrum der diesjährigen Gedenkveranstaltungen steht ein
ökumenischer Gottesdienst am Sonntag, 9. November, um 18 Uhr in der
Wiener Ruprechtskirche. Der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der
Kirchen in Österreich, Lothar Pöll, wird dabei Worte des Gedenkens
sprechen. Anschließend ist ein Schweigegang zum Mahnmal für die
österreichischen jüdischen Opfer der Schoa auf dem Judenplatz
vorgesehen.

Bereits am Dienstag, 28. Oktober, um 18.30 Uhr blickt Annemarie
Fenzl, Kirchenhistorikerin und frühere enge Mitarbeiterin Kardinal
Königs, im Rahmen der Vortragsreihe "Überleben in Wien" auf die
Tätigkeit der "Hilfsstelle für nichtarische Katholiken" zurück.
Diese Einrichtung der Erzdiözese Wien rettete durch die Ausstellung
von Visa für die Ausreise vielen vom Nazi-Furor bedrohten Juden das
Leben.

Blick auf Wiener jüdische Familien

Am Donnerstag, 30. Oktober, um 19 Uhr knüpft der Wiener Germanist,
Theologe und Übersetzer Cornelius Hell im Otto-Mauer-Zentrum (1090
Wien, Währinger Straße 2-4) an Edmund de Waals Bestseller "Der Hase
mit den Bernsteinaugen" an: Unter dem Titel "Wiener jüdische
Familien. Literarische Zugänge zu einer vernichteten Welt" greift er
neben der Geschichte der darin beschriebenen Ephrussis auch andere
Familie auf, die Wien an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert
nachhaltig prägten.

Einen architekturbezogenen Zugang zu dieser dunklen Stunde der
österreichischen Geschichte wählt der Stadtentwickler Franz Denk am
5. November um 15 Uhr mit einem Stadtspaziergang zu jüdischen
Ringstraßenpalais wie dem Palais Ephrussi gegenüber der Universität.
Dabei wird deutlich, dass die repräsentativen Bauten entlang der
Wiener Prachtstraße nicht nur eine Errungenschaft der Habsburger
sind, sondern etliche jüdischen Bauherrn zu verdanken sind, die
später enteignet, vertrieben oder gar ermordet wurden.

Konzert in Heiligenkreuz mit Konzilsbezug

Künstlerischer Höhepunkt am 9. November, dem eigentlichen
"Bedenktag", ist ein jüdisch-christliches Benefizkonzert der
Heiligenkreuzer Mönche mit Timna Brauer um 19.30 Uhr in der
Abteikirche. Unter dem Titel "Laudate Dominum" interpretieren die
Sängerin und das Elias-Meiri-Ensemble jüdische Sakralmusik aus der
Chassidischen und Jemenitischen Tradition, die Zisterziensermönche
singen Gregorianischen Choral.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) rme/rme/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel