• 27.10.2014, 08:43:16
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SOS Mitmensch: "Jedermann" und Klammer dafür, dass Asylsuchende arbeiten dürfen

Prominente erklären, warum sie für die Aufhebung des Arbeitsverbots eintreten

Utl.: Prominente erklären, warum sie für die Aufhebung des
Arbeitsverbots eintreten =

Wien (OTS) - "Jedermann" Cornelius Obonya, Skilegende Franz Klammer,
Unternehmer Heini Staudinger, Kabarettikone Josef Hader,
Falco-Keyboarder Thomas Rabitsch, die AutorInnen Eva Rossmann und
Robert Menasse, die Flüchtlingshelferin Ute Bock und viele Prominente
mehr unterstützen die Initiative von SOS Mitmensch zur Aufhebung des
Arbeitsverbots für Asylsuchende. Sie begründen jetzt, warum ihnen das
Arbeiten-Dürfen ein Anliegen ist.

Obonya: "Recht auf Arbeit für jeden"

"Das Recht auf Arbeit sollte immer gelten, für jeden", begründet
Schauspieler Cornelius Obonya seine Unterstützung für die Initiative
gegen das Arbeitsverbot. "Gerade Asylwerber sollten nicht zu
untätigem Warten verdammt sein, sondern sollten sich einbringen
dürfen. Das kann, nach menschlichem Ermessen nur positiv sein", so
der "Jedermann"-Darsteller der Salzburger Festspiele.

Klammer: "Asylwerbern Chance zur Integration geben"

Für Skilegende Franz Klammer ist es wichtig, "den Asylwerbern eine
Chance zu geben, sich in unserem Land integrieren zu können." Eine
wichtige Voraussetzung dafür sei der Zugang zu Lehre beziehungsweise
Arbeit, so Klammer, daher trete er für eine Arbeitserlaubnis für
Asylwerber ein.

Staudinger: "Lasst sie arbeiten!"

Unternehmer Heini Staudinger erzählt, dass seit über einem Jahr eine
Familie aus Tschetschenien bei ihm wohnt. "Mama, Papa und fünf
Kinder. Wir sind Teil ihres Alltags, sie Teil des unseren. Alles
normal. Dass nun die, die so sehr zu uns gehören, justament nichts
arbeiten dürfen, ist gelinde gesagt pervers. Sie dürfen nehmen,
dürfen aber nicht geben. Diese Situation ist entwürdigend und
unmenschlich. Arbeit ist mehr als Geldbeschaffung. Drum: Stoppt
diesen Unsinn. Lasst sie arbeiten! Wann? Sofort!", so der Appell des
Waldviertler Unternehmers.

Rabitsch: "Beschäftigung hilft"

Ex-Falco-Keyboarder Thomas Rabitsch ist überzeugt, dass ein Zugang
zum Arbeitsmarkt hilft, "durch Beschäftigung wieder Struktur in eine
schwierige Lebenssituation zu bringen." Das Gefühl, zu etwas
gebraucht zu werden, sei für alle Menschen eines der wichtigsten
Dinge überhaupt, so der Musikproduzent

Hader: "Verordnetes Nichtstun ist Paradoxon"

Kabarettikone Josef Hader findet es höchst seltsam, dass "seit Jahren
Maßnahmen zur Förderung der Integration diskutiert und
Staatssekretariate etabliert werden, man aber Asylwerbern nach wie
vor das Recht auf Arbeit verweigert." Für Hader ist dieses
"verordnete Nichtstun" ein "politisches Paradoxon", denn, so fragt er
sich, "was könnte noch integrativer wirken als die sinnvolle
Gestaltung des Tagesablaufs, die regelmäßige Teilnahme am sozialen
Leben und das gute Gefühl, aus eigener Kraft etwas zu leisten?"

Menasse "Recht nicht gegen Menschenrecht ausspielen"

Autor Robert Menasse warnt davor, Menschenrechte zu untergraben. "Wer
Flüchtlingen und Asylsuchenden verbietet zu arbeiten, mag einen
Rechtsstandpunkt vertreten - aber er bricht einen
Menschenrechtsstandpunkt. Gesetze kann man ändern, aber Menschenrecht
bleibt Menschenrecht. Wer Recht gegen Menschenrecht ausspielt, setzt
die Aggression derer fort, vor denen Menschen flüchten!", so Menasse.

Rossmann: "Leben selbst in die Hand nehmen können"

Autorin Eva Rossmann unterstützt die Initiative zur Aufhebung des
Arbeitsverbots, weil "Menschen nicht nur einen Platz brauchen, an dem
sie vor Verfolgung sicher sind, sondern sie auch die Chance brauchen,
ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können."

Bock: "Arbeitserlaubnis überfällig"

Und für Flüchtlingshelferin Ute Bock ist klar: "Die Arbeitserlaubnis
für AsylwerberInnen ist sehr wichtig und hätte schon längst erteilt
werden müssen."

Bereits mehr als 6.500 Unterschriften

Innerhalb weniger Tage haben mehr als 6.500 Personen für die
Aufhebung des seit 10 Jahren gültigen Arbeitsverbotserlasses des
Sozialministeriums unterschrieben. Die Petition für das
Arbeiten-Dürfen von Asylsuchenden läuft noch bis zum 10. November und
kann auf der Webseite von SOS Mitmensch www.sosmitmensch.at
unterzeichnet werden.

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