• 23.10.2014, 17:31:56
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AKNÖ-Verkehrsstudie: Fast jeder 2. Weg am Tag ist ein "Hol- und Bringdienst" für die Kinder

Wien (OTS/AKNÖ) - Das bestausgelastete Verkehrsmittel in
Niederösterreich ist das "Elterntaxi": 40 % aller Wege hängen mit
Hol- und Bring-Fahrten zur Schule, zur Nachmittagsbetreuung oder zur
Musikschule oder Sportvereinen zusammen. Dieses für viele
überraschende Ergebnis brachte eine brandneue Studie der Universität
für Bodenkultur im Auftrag der Arbeiterkammern Niederösterreich und
Wien hervor, die gestern, Mittwoch, in Wiener Neustadt präsentiert
wurde.

"Wir konnten alle täglichen Wege von 439 Haushalten im Triestingtal
und Schneeberggebiet analysieren und mussten feststellen, dass 83 %
aller Wege mit dem Pkw zurückgelegt werden", fasste Studienautorin
Mag. Wiebke Unbehaun die Ergebnisse der Befragung zusammen. Nur 1,9 %
aller notwendigen Wege werden mit dem Zug zurückgelegt. Arbeitsort,
Schule, Hort, Supermarkt, Apotheke und Sportverein liegen in den
Gemeinden nun einmal nicht rund um die Bahnhaltestelle konzentriert,
sondern oft über die ganze Gemeinde verstreut. Abgesehen davon, dass
sich die einzelnen Wege von früh bis spät über den ganzen Tag
verteilen.

Hin und zurück zur Arbeit, da hält sich die Bahn ganz gut

AKNÖ-Verkehrsexperte Thomas Kronister: "Wenn Wohnort und Arbeitsort
gut mit der Bahn verbunden sind, dann benützen immerhin 22 % den
Zug. Das geht aber meist nur dann, wenn nach der Arbeit keine
weiteren Bring- und Hol-Fahrten für Kinder notwendig sind." Da in den
befragten Haushalten die Frauen nur 28 Stunden pro Woche berufstätig
waren, Männer jedoch 45 Stunden pro Woche, übernehmen überwiegend die
Mütter die Bring- und Hol-Fahrten und benützen deshalb das Auto noch
häufiger als berufstätige Männer.

Das Zweitauto gehört fast zum Standard, Trend zum Drittauto

74 % der befragten Triestingtaler Haushalte verfügten über 2 oder
sogar schon 3 Autos, einen Haushalt ohne Auto fanden die
StudienautorInnen trotz großer Bemühungen nicht.

AKNÖ-Forderungen: Mehr Sicherheit auf Fuß- und Radwegen, mehr
Gemeindebusse

AKNÖ-Präsident Markus Wieser wies auf die großen Sicherheitsbedenken
hin, die aus den Befragungen der Eltern hervorgingen:
"Bushaltestellen und Radwege müssen bei Dunkelheit gut beleuchtet und
im Winter geräumt sein. Viele Bring- und Hol-Fahrten mit dem Auto
entspringen nicht nur der Bequemlichkeit, sondern dem
Sicherheitsdenken bei Kindern und Eltern.
Radwege müssen von stark befahrenen Straßen gut getrennt sein, die
kleinräumige Mobilität kann durch Gemeindebusse mit regulären
Arbeitsplätzen eine größere Rolle spielen.
Mehr und bessere Information ist ebenfalls notwendig, denn eine
Befragte beschrieb den öffentlichen Verkehr im Triestingtal so: "Ja,
es gibt eine Bahn, aber die fährt ja nicht.
Die Studie "Unterwegs zwischen Erwerbs- und Familienarbeit" (Institut
für Verkehrswesen der Univ. für Bodenkultur Wien, Rosinak und Partner
ZT GmbH und anderen) kann in der AKNÖ kostenlos bestellt werden.
Mail: [email protected]

Rückfragen: Dipl.-Geograf Thomas Kronister, Tel. 05-7171-1602.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKN

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