AKNÖ-Verkehrsstudie: Fast jeder 2. Weg am Tag ist ein "Hol- und Bringdienst" für die Kinder

Wien (OTS/AKNÖ) - Das bestausgelastete Verkehrsmittel in Niederösterreich ist das "Elterntaxi": 40 % aller Wege hängen mit Hol- und Bring-Fahrten zur Schule, zur Nachmittagsbetreuung oder zur Musikschule oder Sportvereinen zusammen. Dieses für viele überraschende Ergebnis brachte eine brandneue Studie der Universität für Bodenkultur im Auftrag der Arbeiterkammern Niederösterreich und Wien hervor, die gestern, Mittwoch, in Wiener Neustadt präsentiert wurde.

"Wir konnten alle täglichen Wege von 439 Haushalten im Triestingtal und Schneeberggebiet analysieren und mussten feststellen, dass 83 % aller Wege mit dem Pkw zurückgelegt werden", fasste Studienautorin Mag. Wiebke Unbehaun die Ergebnisse der Befragung zusammen. Nur 1,9 % aller notwendigen Wege werden mit dem Zug zurückgelegt. Arbeitsort, Schule, Hort, Supermarkt, Apotheke und Sportverein liegen in den Gemeinden nun einmal nicht rund um die Bahnhaltestelle konzentriert, sondern oft über die ganze Gemeinde verstreut. Abgesehen davon, dass sich die einzelnen Wege von früh bis spät über den ganzen Tag verteilen.

Hin und zurück zur Arbeit, da hält sich die Bahn ganz gut

AKNÖ-Verkehrsexperte Thomas Kronister: "Wenn Wohnort und Arbeitsort gut mit der Bahn verbunden sind, dann benützen immerhin 22 % den Zug. Das geht aber meist nur dann, wenn nach der Arbeit keine weiteren Bring- und Hol-Fahrten für Kinder notwendig sind." Da in den befragten Haushalten die Frauen nur 28 Stunden pro Woche berufstätig waren, Männer jedoch 45 Stunden pro Woche, übernehmen überwiegend die Mütter die Bring- und Hol-Fahrten und benützen deshalb das Auto noch häufiger als berufstätige Männer.

Das Zweitauto gehört fast zum Standard, Trend zum Drittauto

74 % der befragten Triestingtaler Haushalte verfügten über 2 oder sogar schon 3 Autos, einen Haushalt ohne Auto fanden die StudienautorInnen trotz großer Bemühungen nicht.

AKNÖ-Forderungen: Mehr Sicherheit auf Fuß- und Radwegen, mehr Gemeindebusse

AKNÖ-Präsident Markus Wieser wies auf die großen Sicherheitsbedenken hin, die aus den Befragungen der Eltern hervorgingen:
"Bushaltestellen und Radwege müssen bei Dunkelheit gut beleuchtet und im Winter geräumt sein. Viele Bring- und Hol-Fahrten mit dem Auto entspringen nicht nur der Bequemlichkeit, sondern dem Sicherheitsdenken bei Kindern und Eltern.
Radwege müssen von stark befahrenen Straßen gut getrennt sein, die kleinräumige Mobilität kann durch Gemeindebusse mit regulären Arbeitsplätzen eine größere Rolle spielen.
Mehr und bessere Information ist ebenfalls notwendig, denn eine Befragte beschrieb den öffentlichen Verkehr im Triestingtal so: "Ja, es gibt eine Bahn, aber die fährt ja nicht.
Die Studie "Unterwegs zwischen Erwerbs- und Familienarbeit" (Institut für Verkehrswesen der Univ. für Bodenkultur Wien, Rosinak und Partner ZT GmbH und anderen) kann in der AKNÖ kostenlos bestellt werden. Mail: thomas.kronister@aknoe.at

Rückfragen: Dipl.-Geograf Thomas Kronister, Tel. 05-7171-1602.

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