• 23.10.2014, 12:13:26
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OÖGKK: Angebot in letzten Jahren stark ausgebaut, Tendenz steigend

Linz (OTS) - Niemals zuvor hat die OÖGKK so viele Leistungen für
Versicherte erbracht wie aktuell. Dieses Faktum steht im krassen
Widerspruch zum behaupteten "Ärztemangel", der gerne mit
Sparvorwürfen garniert wird. OÖGKK-Obmann Albert Maringer: "Wenn
irgendetwas davon stimmen würde: Wie könnten wir dann das höchste
Leistungsangebot seit unserem Bestehen erbringen?"

Die OÖGKK ist die größte Gesundheitsversorgerin in Oberösterreich und
vertritt eine Versichertengemeinschaft von mehr als 1,2 Millionen
Menschen. "Gesundheit ist ein hoch emotionales Thema. Es gibt kein
höheres Gut für uns Menschen. Daher verdient die Weiterentwicklung
des Gesundheitswesens einen umso sachlicheren und präziseren Blick
auf die Fakten", so OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer. Tatsache ist,
dass es immer wieder Schwierigkeiten gibt, einzelne (!) Arztstellen
nachzubesetzen. Diese Herausforderung ist aber weder neu noch
unlösbar. Doch so emotional hochgespielt wie derzeit wurde das Thema
noch nie. Und das wirft berechtigte Fragen auf.

Panik bei dritthöchster Ärztedichte der Welt: Wem nützt das?
Liest ein Urlauber in Österreich die Zeitung, könnte er meinen, er
sei zu Gast in einem gesundheitlich unterversorgten Staat. In
Wahrheit zählt unsere Gesundheits-versorgung zur Weltspitze.
Tatsächlich weist Österreich im OECD-Vergleich mit 4,8 Ärzten je
1.000 Einwohnern die dritthöchste Ärztedichte der Welt auf. Der
internationale Durchschnitt (OECD) liegt bei 3,2. Nicht nur bei den
praktizierenden Ärzten, auch bei den Ärzteausbildungszahlen liegt
Österreich übrigens weltweit auf einem Spitzenplatz. Das ist eben die
andere Seite der Medaille beim immer öfter beschworenen "Ärztemangel"
in Österreich: Selbst sehr gute Gesundheitssysteme mit hoher
Versorgungsleistung - wie in den skandinavischen Staaten - haben
deutlich niedrigere Ärztedichten als Österreich.

"Es ist okay, wenn wir uns in Österreich eine überdurchschnittliche
Versorgungs-dichte leisten wollen. Aber wenn wegen einzelnen, ganz
konkreten Problemen ein angeblicher nationaler Versorgungsnotfall
inszeniert wird, muss die Frage erlaubt sein: Welches Spiel wird hier
eigentlich gespielt?", so Maringer.

Fakten statt reiner Emotionen

Die OÖGKK nimmt die derzeit auffallend heftige Diskussion zum
Ärztebedarf als Anlass für einen kritischen Blick auf die Fakten.
"Wir wollen die Herausforderungen - Stichwort Ärzteversorgung am Land
- nicht verhehlen. Aber um regionale Prob-leme einschätzen und lösen
zu können, müssen wir auch die Gesamtsituation im Blick behalten",
so Wesenauer. Im Zentrum steht daher die Frage:

- Wie haben sich die Kernleistungen der OÖGKK in den letzten fünf
Jahren tatsächlich entwickelt?

Tatsache 1: Plus bei allen Vertragsärzten

Zwischen 2008 und 2013 hat die OÖGKK in allen vertragsärztlichen
Bereichen neue Stellen geschaffen. Würden tatsächlich Ärzte fehlen,
wäre dies nicht möglich gewesen.
zusätzliche Stellen für Allgemeinmedizin + 7,8
zusätzliche Stellen für Fachärzte + 24,2
zusätzliche LogopädInnen in Vertrag genommen + 6
zusätzliche Stellen für ErgotherapeutInnen + 15
zusätzliche Stellen für PhysiotherapeutInnen + 12
zusätzliche Stellen für HippotherapeutInnen + 19
zusätzliche Stellen für Klinische Psychologen + 2

Tatsache 2: Neue Institute unter Vertrag genommen

Auch die Versorgung durch Gesundheitsinstitute wurde in den letzten
fünf Jahren ausgebaut:

- Therapiezentrum Ried des PGA seit 1. Jänner 2008
- MR-Institut in Wels seit 1. Oktober 2009
- Therapiezentrum Traun des PGA seit 1. September 2010
- Physikalisches Institut Gugerbauer Schärding seit 1. Juli 2012
- Zentrum amb. Rehabilitation in Steyr seit 1. Oktober 2012
- Mehrfachtherapeutisches Zentrum in Linz seit 1.10.2008 für den
Bereich
Physio-therapie
- Sozialpsychiatrische Ambulanz von EXIT-sozial seit 1.1.2010

Tatsache 3: Mehr Medikamente

Im Jahr 2008 hat die OÖGKK rund 13 Millionen verschriebene
Medikamente finanziert (Kosten: rund 338,25 Millionen Euro). 2013
waren es 13,4 Millionen Arzneien um rund 353,24 Millionen Euro.
"Medikamente sind und bleiben ein wichtiger Bestandteil von
medizinischen Therapien - aber auch ein bedeutender Kostenfaktor.
Entscheidend ist allein die gute Wirkung eines Präparats. Der
verstärkte Einsatz von Generika macht es möglich, unsere Versicherten
mit hochwirksamen Medikamenten zu versorgen und gleichzeitig die
Kosten im Griff zu behalten. Nur dann können wir neue und oft sehr
teure Therapieformen dauerhaft finanzieren", so Maringer.

Tatsache 4: Steigende Aufwendungen für den Spitalsbereich

Die OÖGKK leitet zwar nicht den Spitalsbereich, ist aber dessen
größter Financier. Jährlich leistet sie eine erhebliche Zahlung an
den Krankenanstaltenfonds, um die erbrachten Behandlungen für ihre
Versicherten abzugelten. 2008 betrug die Summe für stationäre
Krankenhausbehandlungen rund 503 Millionen Euro. 2013 wurde die Marke
von 600 Millionen Euro überschritten - noch ohne Ambulanzen,
Geburten-stationen usw. Die Zahlung an die Krankenanstalten ist die
größte Ausgabenposition der OÖGKK und in den letzten Jahren stark
gestiegen. "Im Gegenzug dürfen unsere Versicherten auch hier optimale
Versorgungsstrukturen erwarten. Dabei geht es nicht um möglichst
viele Betten oder Operationen, sondern um passende,
krankheitsbezogene Behandlungsangebote. Durch die Gesundheitsreform
ist es uns jetzt möglich, jenseits der Zahler-Rolle auch
gestalterisches Know-How in Spitalsbereich einzubringen", so
Wesenauer.

Tatsache 5: Fülle gänzlich neuer Leistungen

Ein Fünfjahresvergleich der "klassischen" Kassenleistungen gibt einen
ersten Über-blick zur Versorgungsentwicklung. Nicht abgebildet werden
hier aber neu einge-führte Angebote für Versicherte, die 2008 noch
nicht bestanden haben - und bis heute erhebliche Outcomes erzielen
konnten. Dazu zählen vor allem integrierte Versorgungsangebote für
Patienten von Schlaganfall, Demenz und Diabetes. So nutzen
mittlerweile über 10.000 Diabetiker die strukturierte ärztliche
Begleitung "Therapie Aktiv". Mehr als 200 Betriebe in Oberösterreich
konnte die OÖGKK für ihr Angebot der Betrieblichen
Gesundheitsförderung (BGF) gewinnen - das macht 83.000 gesündere
Arbeitsplätze in Oberösterreich. Insgesamt stiegen die Investitio-nen
der OÖGKK in die Gesundheitsförderung von jährlich rund vier
Millionen Euro auf über 8,5 Millionen.

Fazit: Spiel mit der Angst beenden - zurück zur Arbeit!

"Die OÖGKK hat jetzt lange genug das Spiel mit der Angst um die
Gesundheitsver-sorgung hingenommen. Zu einem gewissen Grad verstehen
wir auch diese Taktik, wenn Standesvertretungen oder Teile der
Politik ihre Forderungen unterstreichen wollen. Die OÖGKK mit ihren
Versicherten und Beitragszahlern wird aber nicht länger zusehen, wie
mit Gesundheitsthemen Angstszenarien aufgebaut werden. Was wir
wollen, sind partnerschaftlich entwickelte, funktionierende Lösungen
für unsere Versicherten. So wie die Diskussion jetzt läuft, sind für
unsere Versicherten mit Sicherheit keine Verbesserungen zu erwarten",
so Maringer.

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