- 23.10.2014, 10:15:33
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BELVEDERE: IM LICHTE MONETS - Österreichische Künstler und das Werk des großen Impressionisten
Wien (OTS) - Die Ausstellung IM LICHTE MONETS zeigt vom 24. Oktober
2014 bis 8. Februar 2015 in der Orangerie des Unteren Belvedere
Ikonen des Impressionismus in einer europaweit einzigartigen
Zusammenschau - und zugleich deren vielfältige Einflussnahme auf die
heimische Kunst. Dank hochkarätiger Leihgaben aus aller Welt
versammelt die Ausstellung Schlüsselwerke Claude Monets, die zum Teil
noch nie in Österreich zu sehen waren. 18 Jahre nach der legendären
Monet-Ausstellung des Jahres 1996 stellt das Belvedere den Meister
impressionistischer Lichtmalerei erneut in den Mittelpunkt einer
spektakulären Sonderschau. Der Fokus der Ausstellung liegt auf Monet
als Inspirationsquelle für zeitgenössische Künstler, die sich an
seiner Motivik und seiner Pinselführung orientierten. Ausgewählte
Werke des Wegbereiters der Moderne treten in der Ausstellung in
Dialog mit einer Reihe österreichischer Künstler, die, nachdem sie
auf direkte oder indirekte Weise Werke Monets kennengelernt hatten,
in ihren eigenen Arbeiten darauf Bezug nahmen.
"Claude Monet war ein Ausnahmekünstler, der eine ganze Epoche geprägt
hat. Durch seine herausragende Stellung - er wurde bereits zu
Lebzeiten zur Legende - ist er für eine Vielzahl von Künstlern
weltweit zu einer immer neuen Quelle der Inspiration geworden. Dies
gilt auch für die österreichische Kunst; auch hierzulande
profitierten Maler wie Fotografen von der Auseinandersetzung mit den
Werken ihrer Vorfahren und Zeitgenossen im kulturellen Großraum
Europa - und im Speziellen mit den Bildlösungen Claude Monets", so
Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere.
"So bleibt das Belvedere seiner Tradition treu, wenn es diesen Herbst
mit der Ausstellung IM LICHTE MONETS den bedeutenden Einfluss des
französischen Malers auf die österreichische Kunst seiner Zeit wie
auch nachfolgender Generationen in den Fokus rückt", so Agnes
Husslein-Arco weiter.
Monet als Quelle der Inspiration
Die damalige Lebenswelt war von einschneidenden Veränderungen
geprägt: Technische Erfindungen wie die Dampfmaschine, die Eisenbahn,
der Telegraph, die chemische Industrie und die industrielle Fertigung
bedeuteten eine enorme Beschleunigung des Lebens. Darauf konnte die
Fotografie nicht reagieren. Sie konnte zwar viel exakter Gesichter,
Gebäude, Gegenstände, Pflanzen oder Landschaften abbilden, aber die
Bewegung konnte sie anfänglich nicht erfassen. Auch die Erscheinungen
des Atmosphärischen wiederzugeben war der Fotografie weitgehend
verwehrt. "Hier konnte eine neue Malerei ansetzen. Sie konnte dem
modernen Leben, dieser enormen Beschleunigung des Tagesablaufs, der
Vielfalt neuer gesellschaftlicher Phänomene Ausdruck geben", so
Kurator Stephan Koja. "Und sie konnte sich nun gerade den flüchtigen
Erscheinungen des Wetters, den Stimmungen auf der Wasseroberflache,
Nebel, Dunst, Wind und Rauch zuwenden, den Wechsel von Licht und
Farbe zu einem bevorzugten Bildgegenstand machen. Auf diese Weise
konnte sie den Fortschritt thematisieren, indem etwa rauchende
Fabrikschlote, Lokomotiven, Dampfer im Hafen usw. darstellungswürdig
wurden", erklärt Stephan Koja.
Die Schau des Belvedere, die mit der Orangerie als Ausstellungsort
auch einen starken architektonischen Rahmen erhält, hat sich zum Ziel
gesetzt, möglichst viele der Bilder Monets, die im Wien der vorigen
Jahrhundertwende zu sehen waren, wiederzuvereinen. Daneben sollen
aber auch Werke gezeigt werden, die nachweislich publiziert wurden
oder offensichtlich als Vorbilder für Arbeiten österreichischer
Künstler dienten. Monets Einfluss auf österreichische Maler und
Fotografen begann unmittelbar mit den ersten Ausstellungen und
erstreckte sich über viele Jahrzehnte. Dabei können die Auswirkungen
von Monets Errungenschaften auf die österreichischen Künstler auf
vielfältige Weise nachvollzogen werden: Einige sollten seine
stilistische Handschrift übernehmen und sich beispielsweise seinen
Pinselduktus zu eigen machen, andere ihr Interesse auf Motive und
Themen lenken, die sie von Monets Bildern kannten, wieder andere ihre
Bildkompositionen klar nach dem großen Vorbild ausrichten und wieder
andere konzeptionelle Ansätze wie die Idee der Serie aufnehmen. Vor
allem der Gedanke der Serie wird in eindrucksvoller Weise
nachvollziehbar sein: Den Höhepunkt der Ausstellung bilden zwei
Variationen von Monets Seerosen - einem Thema, das Monet fast 30
Jahre lang beschäftigte. Daneben werden fünf Versionen der Waterloo
Bridge zu bewundern sein. Im Vergleich mit Max Weilers vier
großformatigen Gemälden der Vier Wände und Herbert Boeckls Erzberg in
vierfacher Ausführung wird deutlich, welch wichtige
Inspirationsquelle Monet für andere Künstler war und auch heute noch
ist. Monets bewusste Beschränkung auf das reine Sehen -
Natureindrücke sind oft nur noch Ausgangspunkte für zunehmend freie
formale Kompositionen -, seine Konzentration auf den reinen Farbwert
und sein schwungvoller, impulsiver Pinselduktus waren wichtige
Voraussetzungen für die Entstehung der abstrakten, gegenstandsfreien
Kunst.
Die Ausstellung "IM LICHTE MONETS - Österreichische Künstler und das
Werk des großen Impressionisten" ist von 24. Oktober 2014 bis 8.
Februar 2015 in der Orangerie des Unteren Belvedere zu sehen.
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