Viele gute Ideen - zu wenig mutige Investoren

Casinos Austria Tourismus Talk in Baden erörterte Szenarien für die Finanzierung von Innovationen im österreichischen Tourismus

Baden (OTS) - Österreichs Tourismus braucht Investitionen. Die Betriebe der Freizeitwirtschaft haben die Jahre der Krise zur Konsolidierung genutzt, doch die Investitionen sind zurückgegangen, sowohl in der Hotellerie als auch bei der touristischen Infrastruktur. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht, denn immer noch verfügen Hotels und andere Freizeitbetriebe nur über geringe finanzielle Handlungsspielräume. Da gleichzeitig die Auflagen der Banken für Kreditvergaben im Gefolge von Basel III immer strenger werden, sind alternative Ideen gefragt, um der österreichischen Tourismusbranche neue Impulse zu geben.

Zu diesem Ergebnis kam eine hochkarätige Diskussionsrunde beim Casinos Austria Tourismus Talk am Dienstag, 21. Oktober, im Casino Baden. Vor interessiertem und fachkundigem Publikum diskutierten unter der Leitung des Chefredakteurs der Fachzeitschrift Tourist Austria International, Christopher Norden: Franz Hartl, Geschäftsführer der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT); der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) Gregor Hoch; Projektfinanzierungs-Experte Johann Breit (Erste Bank); der Badener Tourismusdirektor Klaus Lorenz sowie als Gastgeber Casinos Austria Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher.

"Förderrichtlinien, Nullzins und Kreditklemme: Wie finanziert man ein wettbewerbsfähiges Tourismusangebot in schwierigen Zeiten?"" lautete das Motto des Abends. Der Geschäftsführer der Österreichischen Hotel-und Tourismusbank Dr. Franz Hartl entwarf dazu in seinem Impulsreferat ein ambivalentes Szenario. Zwar weist derzeit die österreichische Hotellerie im Schnitt solide Strukturen bei Eigenkapital und Verschuldung aus. Das liegt aber nicht zuletzt an den extrem niedrigen Zinsen. Einen Anstieg des Zinsniveaus würden viele Betriebe nicht verkraften können, rechnete Hartl vor.

Damit trotzdem die nötigen Investitionen nicht versiegen, müssten neue, zusätzliche Finanzierungsformen gefunden werden. Hartl: "Es ist bedauerlich, dass es immer noch keine Börse für KMUs gibt. Dafür sehen wir aber, dass beispielsweise Crowdfunding und Crowdinvesting zunehmen, stark steigend sind auch Buy-to-let-Modelle, wo also private Anleger eine Wohnung oder ein Appartement im Hotel erwerben und es dann durch professionelle Betreiber vermieten lassen."

ÖHV-Präsident Gregor Hoch wies auf die angespannte Ertragssituation in der Hotellerie hin und machte dafür die hohe Kostenbelastung verantwortlich: "Von jedem Euro, den wir erwirtschaften, gehen 47 Cent an den Staat. Allein die Lohnkosten pro Nächtigung sind in den letzten zehn Jahren um 140% gestiegen". Der Tourismus brauche aber Investitionen, um immer wieder ein neues Angebot schaffen zu können:
"Nehmen Sie den Wellnesstourismus, der ganz neu erfunden wurde und jetzt so erfolgreich ist - der war nur möglich, weil die Hotels in Bäder und Spas investiert haben."

Erste-Bank-Experte Johann Breit wies den Vorwurf einer Kreditklemme zurück: "Der Markt verfügt über ausreichende Liquidität. Es stimmt, dass die Regeln für Kreditvergaben strenger geworden sind, aber eine penible Wirtschaftlichkeitsprüfung lohnt sich auf lange Sicht auch für die Projektwerber." Breit sprach dem Einfallsreichtum der heimischen Tourismusbranche ein Lob aus: "Für mich ist es immer wieder spannend, wie viele gute Ideen und Projekte regelmäßig an uns herangetragen werden."

Neue Ideen und eine klare Positionierung der Destination sind auch für den Badener Tourismusdirektor Klaus Lorenz der Schlüssel zum künftigen Erfolg. Baden hat vor kurzem ein umfangreiches Markenbildungsprojekt gestartet. "Wir müssen ein eigenständiges Profil entwickeln und uns vor allem von der benachbarten Großstadt Wien abheben", sagte Lorenz, "Ziel ist, dass die Gäste gezielt zu uns kommen, denn als Zweitdestination, die von Wienbesuchern lediglich, mitgenommen wird, würden wir nicht überleben können."

Casinos-Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher hob neben den Gefahren auch die positiven Langzeitfolgen der strengen Basel II- und Basel III-Regelungen hervor: "Tourismusbetriebe sahen sich plötzlich gezwungen, sich mit ihren Finanzkennzahlen auseinanderzusetzen. Das hat bewirkt, dass sich heute die Eigenkapitalsituation deutlich verbessert hat." Hoscher warnte jedoch davor, die Strukturprobleme der Branche als gelöst anzusehen: "Weder die Branche noch die Politik kann sich zurücklehnen, denn irgendwann wird es wieder höhere Zinsen geben, und bis dahin braucht es kluge Impulse und tragfähige Konzepte, um eine nachhaltige Gesundung der Hotellerie zu ermöglichen."

Als Initiator der Veranstaltungsreihe Tourismus Talk zeigte sich Hoscher anschließend sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Abends: "Mit der Veranstaltungsreihe "Tourismus Talk" will Casinos Austria den Dialog zwischen den Beteiligten im österreichischen Tourismus fördern. Hier in Baden ist das sehr gut gelungen, das hat die kompetent geführte Debatte gezeigt." Casinos Austria wird die Veranstaltungsreihe in diesem Sinne fortsetzen, der nächste Tourismus Talk soll im Frühjahr 2015 stattfinden.

Rückfragen & Kontakt:

Hermann Pamminger
Leiter CSR, European Affairs und Tourismuspolitik
Casinos Austria AG
hermann.pamminger@casinos.at
Tel.: (+43 1) 53440 - 22527

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