• 22.10.2014, 12:36:50
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Viele gute Ideen - zu wenig mutige Investoren

Casinos Austria Tourismus Talk in Baden erörterte Szenarien für die Finanzierung von Innovationen im österreichischen Tourismus

Utl.: Casinos Austria Tourismus Talk in Baden erörterte Szenarien
für die Finanzierung von Innovationen im österreichischen
Tourismus =

Baden (OTS) - Österreichs Tourismus braucht Investitionen. Die
Betriebe der Freizeitwirtschaft haben die Jahre der Krise zur
Konsolidierung genutzt, doch die Investitionen sind zurückgegangen,
sowohl in der Hotellerie als auch bei der touristischen
Infrastruktur. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht, denn immer noch
verfügen Hotels und andere Freizeitbetriebe nur über geringe
finanzielle Handlungsspielräume. Da gleichzeitig die Auflagen der
Banken für Kreditvergaben im Gefolge von Basel III immer strenger
werden, sind alternative Ideen gefragt, um der österreichischen
Tourismusbranche neue Impulse zu geben.

Zu diesem Ergebnis kam eine hochkarätige Diskussionsrunde beim
Casinos Austria Tourismus Talk am Dienstag, 21. Oktober, im Casino
Baden. Vor interessiertem und fachkundigem Publikum diskutierten
unter der Leitung des Chefredakteurs der Fachzeitschrift Tourist
Austria International, Christopher Norden: Franz Hartl,
Geschäftsführer der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT);
der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) Gregor
Hoch; Projektfinanzierungs-Experte Johann Breit (Erste Bank); der
Badener Tourismusdirektor Klaus Lorenz sowie als Gastgeber Casinos
Austria Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher.

"Förderrichtlinien, Nullzins und Kreditklemme: Wie finanziert man ein
wettbewerbsfähiges Tourismusangebot in schwierigen Zeiten?"" lautete
das Motto des Abends. Der Geschäftsführer der Österreichischen Hotel-
und Tourismusbank Dr. Franz Hartl entwarf dazu in seinem
Impulsreferat ein ambivalentes Szenario. Zwar weist derzeit die
österreichische Hotellerie im Schnitt solide Strukturen bei
Eigenkapital und Verschuldung aus. Das liegt aber nicht zuletzt an
den extrem niedrigen Zinsen. Einen Anstieg des Zinsniveaus würden
viele Betriebe nicht verkraften können, rechnete Hartl vor.

Damit trotzdem die nötigen Investitionen nicht versiegen, müssten
neue, zusätzliche Finanzierungsformen gefunden werden. Hartl: "Es ist
bedauerlich, dass es immer noch keine Börse für KMUs gibt. Dafür
sehen wir aber, dass beispielsweise Crowdfunding und Crowdinvesting
zunehmen, stark steigend sind auch Buy-to-let-Modelle, wo also
private Anleger eine Wohnung oder ein Appartement im Hotel erwerben
und es dann durch professionelle Betreiber vermieten lassen."

ÖHV-Präsident Gregor Hoch wies auf die angespannte Ertragssituation
in der Hotellerie hin und machte dafür die hohe Kostenbelastung
verantwortlich: "Von jedem Euro, den wir erwirtschaften, gehen 47
Cent an den Staat. Allein die Lohnkosten pro Nächtigung sind in den
letzten zehn Jahren um 140% gestiegen". Der Tourismus brauche aber
Investitionen, um immer wieder ein neues Angebot schaffen zu können:
"Nehmen Sie den Wellnesstourismus, der ganz neu erfunden wurde und
jetzt so erfolgreich ist - der war nur möglich, weil die Hotels in
Bäder und Spas investiert haben."

Erste-Bank-Experte Johann Breit wies den Vorwurf einer Kreditklemme
zurück: "Der Markt verfügt über ausreichende Liquidität. Es stimmt,
dass die Regeln für Kreditvergaben strenger geworden sind, aber eine
penible Wirtschaftlichkeitsprüfung lohnt sich auf lange Sicht auch
für die Projektwerber." Breit sprach dem Einfallsreichtum der
heimischen Tourismusbranche ein Lob aus: "Für mich ist es immer
wieder spannend, wie viele gute Ideen und Projekte regelmäßig an uns
herangetragen werden."

Neue Ideen und eine klare Positionierung der Destination sind auch
für den Badener Tourismusdirektor Klaus Lorenz der Schlüssel zum
künftigen Erfolg. Baden hat vor kurzem ein umfangreiches
Markenbildungsprojekt gestartet. "Wir müssen ein eigenständiges
Profil entwickeln und uns vor allem von der benachbarten Großstadt
Wien abheben", sagte Lorenz, "Ziel ist, dass die Gäste gezielt zu uns
kommen, denn als Zweitdestination, die von Wienbesuchern lediglich,
mitgenommen wird, würden wir nicht überleben können."

Casinos-Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher hob neben den Gefahren auch
die positiven Langzeitfolgen der strengen Basel II- und Basel
III-Regelungen hervor: "Tourismusbetriebe sahen sich plötzlich
gezwungen, sich mit ihren Finanzkennzahlen auseinanderzusetzen. Das
hat bewirkt, dass sich heute die Eigenkapitalsituation deutlich
verbessert hat." Hoscher warnte jedoch davor, die Strukturprobleme
der Branche als gelöst anzusehen: "Weder die Branche noch die Politik
kann sich zurücklehnen, denn irgendwann wird es wieder höhere Zinsen
geben, und bis dahin braucht es kluge Impulse und tragfähige
Konzepte, um eine nachhaltige Gesundung der Hotellerie zu
ermöglichen."

Als Initiator der Veranstaltungsreihe Tourismus Talk zeigte sich
Hoscher anschließend sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Abends: "Mit
der Veranstaltungsreihe "Tourismus Talk" will Casinos Austria den
Dialog zwischen den Beteiligten im österreichischen Tourismus
fördern. Hier in Baden ist das sehr gut gelungen, das hat die
kompetent geführte Debatte gezeigt." Casinos Austria wird die
Veranstaltungsreihe in diesem Sinne fortsetzen, der nächste Tourismus
Talk soll im Frühjahr 2015 stattfinden.

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