Neue Führung entscheidet situativ – zwischen Intuition und Rationalität

The Boston Consulting Group lud zum Dialog über die Zukunft des Arbeitens und Risikomanagement ins 21er Haus in Wien ein

Wien (OTS) - Wie sieht die Arbeitswelt unter dem Druck von Flexibilisierung und globalem Wettbewerb aus? Wie verändert das permanent geforderte Risikomanagement die Anforderungen an die Mitarbeiterführung? Die Auswirkungen von zunehmend mehr "Black Swans", also von unvorhergesehenen und unberechenbaren Ereignissen wie etwa die Entwicklungen in der Ukraine oder die Folgen von Ebola in Afrika, müssen gemanagt werden -und können sie überhaupt alle gemanagt werden?

Wie sich die veränderten Rahmenbedingungen und die gewaltige Beschleunigung der Entwicklung durch die Digitalisierung auf Arbeit und Management auswirken, darüber tauschten sich am 20. Oktober 2014 hochrangige Gäste bei der Podiumsdiskussion "Zukunft:Jetzt!" aus. Die Boston Consulting Group (BCG) lud zum vierten Mal zum Dialog ins 21er Haus, um zukunftsrelevante Themen zu erörtern. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand das Thema "Zukunft des Arbeitens und Risikomanagement". Die Diskutanten waren Ragnhildur Geirsdóttir von der isländischen Bank Landsbankinn, Dr. Karl Sevelda von der Raiffeisen Bank International, MMag. Peter J. Oswald von Mondi Europe & International, 
Mag. Norbert Zimmermann von der Berndorf AG sowie Dr. Andreas Zeuch, deutscher Experte für Entscheidungskompetenz und kultur in Unternehmen.

Die Gastgeberin der Veranstaltung, Dr. Antonella Mei-Pochtler, Senior Partner und Managing Director von BCG, wies auf die Notwendigkeit hin, sich mit zukunftsrelevanten Themen zu beschäftigen: "Wir leben in einer Zeit extremer Beschleunigung, mit der wir alle umgehen müssen. Das Internet verändert die Intensität der Kommunikation grundlegend. Diese Beschleunigung ist zwar eine große Chance, stellt aber für zahlreiche Menschen eine starke Belastung dar und führt zu Gesundheitsproblemen. Viele schaffen den Umgang mit der beschleunigten Welt nicht und haben Probleme - Süchte wie Drogen-oder Pornographiesucht, Krisen im privaten und beruflichen Bereich, die in Scheidungen oder Burnout resultieren, sind die Folgen und der Versuch, sich bestimmten Anforderungen zu entziehen."

Leadership muss sich ändern, um erfolgreich zu bleiben

In diesem Zusammenhang gewinnt Leadership noch stärker an Bedeutung. Umfragen zeigen, dass die Forderung nach gutem und effektivem Leadership sich immer mehr verbreitet. Antonella Mei-Pochtler zeigte auf, was Leadership können muss: "Mut und Fähigkeit zur Vereinfachung sowie zur Flexibilität und Diversität, das Nutzen von Crowd Intelligence, Empowerment, d. h. Menschen die Fähigkeit geben, sich zu entwickeln, und eine Wertekultur gepaart mit Intuition und Co-Learning sind die Grundvoraussetzungen für gutes Leadership."

Risikomanagement und Zukunft des Arbeitens

"Die Zukunft des Arbeitens hat sehr viel mit Risiko zu tun. Die Kombination dieser Themen ist eine große Herausforderung - hier entscheidet die Gestaltungsfähigkeit des Leadership", so Antonella Mei-Pochtler. Ragnhildur Geirsdóttir sieht den Schlüssel im Vertrauen - nur dadurch könne man durch die Krise steuern. Insgesamt, so die Bankerin aus Island, sind typisch weibliche Fähigkeiten gefragt. Das bestätigte auch Andreas Zeuch: "Frauen sind anders sozialisiert und emotionale, empathische Aspekte sind ein natürlicher Teil ihrer Kommunikation. Diese Fähigkeiten sind in Krisensituationen wertvoll."

Neue Gründerzeit? Oder leben in der Komfortzone?

Lust auf Neues, die neue Gründerzeit ist wieder in aller Munde. Gleichzeitig erleben Manager jedoch, dass die Menschen sich gern in der Komfortzone bewegen, viel Sicherheit möchten und wenig mobil sind. "Wir beobachten eine Tendenz zu Cocooning, auch Cocooning von Unternehmen", sagte Antonella Mei-Pochtler. "Es gibt viele Unternehmer, die es nicht schaffen, die Schwelle zu überwinden und mehr Risiko einzugehen. Auf der anderen Seite sind die Menschen immer häufiger mit Risikosituationen konfrontiert und tendieren deshalb zu Sicherheit, zum vertrauten Umfeld statt zu Mobilität und wünschen sich Kontrollierbarkeit und Nähe."

Sinnkopplung und Vertrauen

Einig waren sich die Diskutanten darin, dass Sinnorientierung enorm wichtig ist. "Wenn ich selbst sinnvoll gekoppelt bin an das, was ich arbeite, dann kommt etwas ganz anderes heraus, dann ist Geld nicht mehr die Hauptmotivation", so Andreas Zeuch. Vertrauen sei extrem relevant. Auch Norbert Zimmermann plädierte für eine Kultur des Vertrauens und nicht des Misstrauens. "Die Kultur des Misstrauens macht mir Angst", betonte er. Leben mit Fehlern und der Umgang mit Fehlern müssten immer wieder geübt werden. Das Aufzeigen von Fehlern im Sinne des gemeinsamen Lernens im Unternehmen müsse möglich sein.  Die Intuition fördern, dem inneren Kompass folgen
Der Intuition müsse ein stärkeres Gewicht gegeben werden, das Gleichgewicht zwischen Rationalität und Intuition sollte wiederhergestellt werden. Antonella Mei-Pochtler ergänzte: "Die Form des Umgangs mit Risiko ist wichtig. In der Krise muss man auf einer Vertrauensbasis, mit gesundem Menschenverstand und nach inneren Werten agieren - dem inneren Kompass folgen."

Zukunft:Jetzt! - ein Dialog: Die Veranstaltungsreihe der Boston Consulting Group umfasst 21 Themenfelder, die für die Gesellschaft und den Standort Österreich im 21. Jahrhundert entscheidend sind. Das Spektrum der Themen reicht von Währungs- bis Wachstumskrise über Rohstoff- und Energieherausforderung, bis hin zu Arbeitsmarkt-, Integrations- und Internetfragen. Die Positionen zu den Thesen aus Zukunft:Jetzt! - ein Dialog und Resultate aus den Veranstaltungen finden Sie auf www.bcg.at. Die Themen basieren auf der Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen, NGOs sowie bedeutenden öffentlichen Institutionen. Die Weiterentwicklung dieses Themensets wird als offener Prozess verstanden. In unserer Reihe Zukunft:Jetzt! diskutiert BCG öffentlich mit Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kunst darüber, was wir heute tun können, um den Chancen und Herausforderungen von morgen gerecht zu werden.

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist heute an 81 Standorten in 45 Ländern vertreten. Das Unternehmen befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. In Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2013 mit 1.500 Mitarbeitern einen Umsatz von 510 Millionen Euro. Für weitere Informationen: www.bcg.at.

In ihrem Internetportal bcgperspectives.com bündelt die Boston Consulting Group alle unternehmenseigenen Studien, Kommentare, Grafiken und Videos und stellt sie online zur Verfügung. Neben Publikationen zu aktuellen Wirtschafts- und Unternehmensthemen beinhaltet die Plattform auch Veröffentlichungen aus der 50-jährigen Unternehmensgeschichte. Das Onlineportal findet sich unter www.bcgperspectives.com

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