ÖH Uni Wien: Für eine Universität frei von rechtem Gedankengut

Studierendenvertretung fordert Uni Wien auf, sich von rechtem Gedankengut klar zu distanzieren. Die ÖH Uni Wien ruft dazu auf sich Burschenschaftern in den Weg zu stellen.

Wien (OTS) - Jeden Mittwoch findet auf der Rampe vor dem Hauptgebäude der Universität Wien ein Aufmarsch von Burschenschaftern statt, der, so kläglich diese Ansammlung auch scheinen mag, keinesfalls bedeutungslos ist: "Die Burschenschafter frönen ihrem reaktionären Weltbild und werden dabei von rechten Parteien unterstützt, während anderen Institutionen dazu schweigen - so auch die Leitung der Universität Wien", kritisieren die Vorsitzenden der ÖH Uni Wien.

Bereits zu Beginn des Semesters spitzte sich die Situation um den "Burschibummels" zu: Nachdem am 08. Oktober auf der Rampe der Universität eine Kundgebung von Antifaschist_innen stattfand und die Burschenschafter nicht am gewohnten Ort ihrer Bummelei fröhnen konnten, entschlossen sich diese kurzerhand dazu, sich vor dem "Siegfriedskopf" im Arkadenhof zu versammeln. In den Zwanziger Jahren von antisemitischen Deutschnationalen errichtet, war der "Siegfriedskopf" bis 2006 Pilgerstätte der Rechten. Nach vielen Protesten und langen Streitigkeiten wurde der Kopf 2006 aus der Aula der Uni Wien entfernt und, in künstlerischer Neukonzeption, im Arkadenhof platziert.

"Dass der Schädel auch heute noch als Versammlungspunkt der Burschenschafter attraktiv ist, verdeutlicht die nur spärliche historische und politische Aufarbeitung der Uni Wien", macht Stephanie Marx vom Vorsitzteam deutlich.

Letzte Woche erklärte das Rektorat in einer öffentlichen Bekanntmachung, weshalb vergangene Woche die Türen der Universität mit Security-Personal besetzt wurden - ging dabei aber mit keinem Wort auf die Burschenschafter ein.

"Das zeigt das mangelnde Problembewusstsein gegenüber faschistischem, rassistischem und sexistischem Gedankengut", so Cathy Schneider vom Vorsitzteam. "Dass ausgerechnet an dem Tag eine Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung ausgemacht wird, an welchem sich Antifaschist_innen den Burschenschaftern entgegenstellten, beweist in welche prekäre Situation sich die Universitätsleitung mit ihrer Pragmatisierung des Problems bringt. Die Universität Wien muss endlich klar Stellung gegen diese Ewiggestrigen und ihre Rituale beziehen", so das Vorsitzteam unisono.
Auch morgen haben engagierte Antifaschist_innen zur Kundgebung ab 11 Uhr gegen die Burschenschafter aufgerufen. Die ÖH Uni Wien schließt sich dem an und fordert alle Studierenden dazu auf, sich den Burschenschaftern ebenfalls in den Weg zu stellen

Die ÖH Uni Wien hat die Broschüre "Völkische Verbindungen. Beiträge zum deutschnationalen Korporationsunwesen in Österreich" heraus gegeben. Mit dieser Broschüre sollen Geschichte, Hintergründe und Verstrickungen völkischer Korporierter beleuchtet werden und sie soll zur weiteren Auseinandersetztung anregen:
http://oeh.univie.ac.at/sites/default/files/CMS/dokumente/downloads/v
oelk_verbindungen.pdf

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