- 21.10.2014, 09:30:03
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Geldwäsche-Verdachtsfälle um 12% gesunken
Risikobewertung bedeutet mehr als das Abrufen von Ratings, sondern beinhaltet die Compliance-Prüfung von Geschäftspartnern.
Utl.: Risikobewertung bedeutet mehr als das Abrufen von Ratings,
sondern beinhaltet die Compliance-Prüfung von
Geschäftspartnern. =
Wien (OTS) - "Nicht nur die Bilanz seiner Kunden gelesen zu haben und
über deren Zahlungsmoral Bescheid zu wissen, sondern auch die
Eigentümer und Konzernverflechtungen ausfindig zu machen - das
verstehe ich unter einer Risikoanalyse der Kunden", stellte Dieter
Bodingbauer, Geschäftsführer von Bisnode D&B Österreich beim
Expertenfrühstück des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF)
klar. "Nur so bin ich in der Lage, mögliche Interessenskonflikte
durch die Aufnahme einer Geschäftsbeziehung vorzeitig zu erkennen."
Der WdF hatte am Freitag, dem 17. Oktober zu einem Expertenfrühstück
zum Thema "KnowYour Business Partner - Check Your Business Partner"
ins Haus der Industrie am Wiener Schwarzenbergplatz eingeladen. Neben
Bodingbauer, der die österreichische Niederlassung des führenden
Wirtschaftsinformationsdienstleisters Bisnode D&B leitet,
diskutierten Rechtsanwalt Hannes Füreder von Siemer-Siegl-Füreder &
Partner und Armin Toifl von ATcons Unternehmensberatung.
Know Your Customer, und davon abgeleitet, Know Your Business Partner,
bezieht sich auf die gesetzliche Pflicht von Unternehmen, ihre
Geschäftspartner in Hinblick auf möglichen Geldwäscheverdacht oder
Verstrickung in kriminelle bzw. terroristische Machenschaften zu
prüfen. Der Geldwäschebericht des Bundeskriminalamts listet für das
Jahr 2013 die Meldung von knapp 1.500 Verdachtsfällen auf. Das
bedeutet einen Rückgang um zwölf Prozent gegenüber dem Jahr 2012, in
dem es fast 1.700 Verdachtsfälle gab.
Den wirtschaftlichen Eigentümer feststellen
Branchen, die oft Opfer von Geldwäscheaktivitäten werden bzw. dafür
instrumentalisiert werden, sind zum Großteil Banken, Versicherungen,
Rechtsanwälte, Casinos, Notare oder Immobilienmakler oder andere
Geschäftsbereiche, in denen viel Bargeld fließt. Natürlich sind aber
auch Gewerbetreibende aller Branchen betroffen, und damit auch
verpflichtet, ihre Geschäftspartner zu prüfen und Verdachtsfälle zu
melden. Bisnode D&B bietet dafür treffsichere und einfach zu
handhabende Werkzeuge, wie Bodingbauer beim Expertenfrühstück
erklärte: "Wir können weltweit Unternehmen eindeutig identifizieren,
und zwar anhand von öffentlichen und nachvollziehbaren Quellen. Wir
geben ihnen eindeutige Schlüssel und können so Konzernverflechtungen
weltweit klar aufzeigen. Die Nachverfolgung von der Filiale bis
hinauf zur globalen Muttergesellschaft und somit dem wirtschaftlichen
Eigentümer ermöglicht etwas, was bei der Prüfung nach Know Your
Customer-Maßstäben ganz essentiell ist: Besteht der Verdacht von
Geldwäsche bzw. kriminellen Machenschaften oder steht mein
Geschäftspartner gar auf Sanktionslisten von Staaten oder
supranationalen Organisationen wie der EU?"
Interessenskonflikte erkennen
Die Prüfung, die Bisnode D&B ermöglicht, gehe aber über die Erfüllung
der gesetzlichen Vorschriften hinaus, so Bodingbauer weiter:
"Natürlich macht die Aufdeckung von Firmenstrukturen auch mögliche
Interessenskonflikte sichtbar. Zum Beispiel verwenden große
internationale Anwaltssozietäten unsere Produkte, um zu prüfen, ob
die Annahme von Fällen den Interessen anderer, bereits bestehenden
Klienten entgegenwirkt." Und dass auch Anwälte von Geldwäsche
betroffen sein können, zeigt der aktuelle Geldwäschebericht - die
Meldungen von Verdachtsfällen durch Rechtsanwälte sind im Vergleich
zum Vorjahr gestiegen. Was zukünftige Anforderungen an den
Geldwäschebericht betrifft, wünscht sich Rechtsanwalt Füreder die
Berücksichtigung von Studien, die den volkswirtschaftlichen Schaden
von Geldwäsche darstellen. "Dies wäre eine weitere Veranschaulichung
der notwendigen Bekämpfung von Geldwäsche."
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