profil: Neues Islamgesetz könnte auch andere Religionsgemeinschaften in Schwierigkeiten bringen

Verbot der Auslandsfinanzierung betrifft u.a. Russisch-Orthodoxe Kirche

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, könnte das geplante neue Islamgesetz auch andere Religionsgemeinschaften in Schwierigkeiten bringen - etwa die Russische-Orthodoxe Kirche. Eine zentrale Bestimmung des Gesetzesentwurfs - §6 Ziffer (2) - legt fest, dass "die Aufbringung der Mittel für die gewöhnliche Tätigkeit zur Befriedigung der religiösen Bedürfnisse ihrer Mitglieder (...) im Inland" zu erfolgen hat. Die laufenden Gehälter von Würdenträgern dürften somit nicht aus dem Ausland bezahlt werden.

Das Büro von Kultusminister Josef Ostermayer (SPÖ) erklärte gegenüber "profil", dass sich diese Bestimmung aus dem "Anerkennungsgesetz" des Jahres 1874 ergebe. Das Verbot der Finanzierung des laufenden Betriebs aus dem Ausland im Islamgesetz sei lediglich eine "Präzisierung" einer längst gültigen Norm, die für alle Glaubensgemeinschaften in Österreich Geltung habe.

Damit könnte die Regelung auch andere Religionsgemeinschaften treffen. Andreas Latzenhofer, Kassier der russisch-orthodoxen Gemeinde in Wien, erklärte vergangene Woche auf "profil"-Anfrage, die Gehälter der Seelsorger würden "direkt aus Moskau" bezahlt. Die russisch-orthodoxe Gemeinde in Salzburg wiederum untersteht administrativ der Diözese Berlin und Deutschland der Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland. Der einzige Priester, ein russischer Staatsbürger, bezieht sein Gehalt aus Deutschland, so Andrej Machanets, Kassier der Gemeinde in Salzburg.

Bei der Freien Christengemeinde - Pfingstgemeinde, einer gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaft, sind "etwa zehn Prozent" der über 100 Mitarbeiter aus dem Ausland entsandt. Unter den drei Vollzeitpastoren im Vienna Christian Center sei ein aus den USA stammender - und von dort finanzierter - Geistlicher, so Pastor Gerhard Kisslinger gegenüber "profil".

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