"profil": Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner über Saudi-Arabien: "Nicht jeden Freitag wird geköpft"

Konferenz mit hohen religiösen Repräsentanten wird im November in Wien zum Thema "Gewalt im Namen der Religion" stattfinden

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" zieht Claudia Bandion-Ortner, die ehemalige Justizministerin und derzeitige Generalsekretärin des saudi-arabischen "König-Abdullah-Dialog-Zentrums" eine positive Bilanz der ersten beiden Jahre: "Saudi-Arabien mischt sich in unsere Arbeit überhaupt nicht ein." Auch ihre persönlichen Erfahrungen in Saudi-Arabien schildert sie durchgehend positiv: "Ich war angenehm überrascht. Als Frau dort zu leben, ist sicher nicht einfach." Als emanzipierte Frau "hätte ich sicher meine Schwierigkeiten dort. Aber ich bin sehr gut und nett behandelt worden." Bandion-Ortner musste sich - wie alle Frauen in Saudi-Arabien - mit einer schwarzen Abaya verhüllen. "Aber ich muss sagen: Die ist praktisch. Ein angenehmes Kleidungsstück. Sie hat mich ein bisschen an den Talar erinnert." Bei einem Ladies-Abend sei sie "von gebildeten hochintelligenten Frauen, Managerinnen, Universitätsprofessorinnen" umgeben gewesen. Sie sei sich vorgekommen "wie in Österreich bei einer Damenrunde. Da war eigentlich kein Unterschied." Auf den Vorhalt, dass im Jahr 2014 in Saudi-Arabien bereits 60 Menschen hingerichtet worden sind, dass an Freitagen nach dem Gebet öffentlich geköpft und ausgepeitscht werde, sagt Bandion-Ortner im "profil"-Interview: "Das ist nicht jeden Freitag" und sie sei natürlich gegen die Todesstrafe.

Sie glaube, dass sich "durch die Dialogbereitschaft in Saudi-Arabien - der König steht da wirklich sehr dahinter, ich habe mit dem König persönlich darüber gesprochen - langsam etwas verändert".

Am 18. Und 19. November werde das Zentrum in Wien eine Konferenz mit hohen religiösen Repräsentanten zum Thema "Religionsführer gegen Gewalt im Namen der Religion" veranstalten. Genaueres könne sie nicht bekanntgeben, denn "so eine Konferenz ist auch ein Sicherheitsrisiko", so Bandion-Ortner im "profil"-Interview.

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