- 16.10.2014, 11:58:47
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FORMAT: Staatsopern-Verein verschlampt Fördergelder
333.000 Euro für Jungkünstler-Förderung wurden "vergessen"
Utl.: 333.000 Euro für Jungkünstler-Förderung wurden "vergessen" =
Wien (OTS) - Die Bundestheater werden von einem neuen Skandal
heimgesucht. Diesmal geht es um einen Verein im Dunstkreis der Wiener
Staatsoper, wo für Jungkünstler-Förderung bestimmte Gelder offenbar
verschlampt wurden. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in
seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.
Konkret geht es um den 1995 gegründeten Verein "Pro Opera" zur
Förderung der Kunstform Oper. Im Vereinspräsidium saßen laut FORMAT
Ex-Bundestheater-Geschäftsführer Georg Springer,
Ex-Staatsopern-Direktor Ioan Holender und Ex-Casinos-Austria-General
Leo Wallner. Auf Basis einer bis 1998 laufenden
"Sponsoringvereinbarung" teilten die Casinos Austria ihre Einnahmen
aus dem Roulettebetrieb am Opernball mit dem Verein. So wurde über
die Jahre ein Vermögen angehäuft, das im Mai 2014 mit 333.000 Euro
beziffert wurde.
Der Verein "Pro Opera" hatte acht Mitglieder.
Bundestheater-Mitarbeiter stellten laut FORMAT die Mehrheit. Die
verstorbene KPÖ-Treuhänderin Rudolfine Steindling (Spitzname: "die
rote Fini") war Ehrenmitglied. Vor einem halben Jahr wurde "Pro
Opera" abgewickelt und das Vereinsvermögen an die Staatsoper
übertragen. Eine Untersuchung der Vereinsbehörde im September 2013
hatte zur freiwilligen Auflösung des Vereins geführt. Mehr als ein
Jahrzehnt blieben die 333.000 Euro Fördergeld unangetastet, weil die
Vereinsleute die Existenz des Geldtopfes offenbar "vergessen" hatten.
"Dass öffentliches Geld in privaten Vereinen versteckt wird, ist
unglaublich", sagt Neos-Nationalrätin Beate Meinl-Reisinger. Dass
Geld zur Förderung junger Künstler einfach so "vergessen" wurde, sei
ein starkes Stück. Die Vorsitzende des parlamentarischen
Kulturausschusses regt eine Sonderprüfung an: "Vielleicht ist in
anderen Fördervereinen oder Freundeskreisen ähnlich viel Steuergeld
versteckt. Der Rechnungshof soll sich das anschauen."
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