FORMAT: Staatsopern-Verein verschlampt Fördergelder

333.000 Euro für Jungkünstler-Förderung wurden "vergessen"

Wien (OTS) - Die Bundestheater werden von einem neuen Skandal heimgesucht. Diesmal geht es um einen Verein im Dunstkreis der Wiener Staatsoper, wo für Jungkünstler-Förderung bestimmte Gelder offenbar verschlampt wurden. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Konkret geht es um den 1995 gegründeten Verein "Pro Opera" zur Förderung der Kunstform Oper. Im Vereinspräsidium saßen laut FORMAT Ex-Bundestheater-Geschäftsführer Georg Springer, Ex-Staatsopern-Direktor Ioan Holender und Ex-Casinos-Austria-General Leo Wallner. Auf Basis einer bis 1998 laufenden "Sponsoringvereinbarung" teilten die Casinos Austria ihre Einnahmen aus dem Roulettebetrieb am Opernball mit dem Verein. So wurde über die Jahre ein Vermögen angehäuft, das im Mai 2014 mit 333.000 Euro beziffert wurde.

Der Verein "Pro Opera" hatte acht Mitglieder. Bundestheater-Mitarbeiter stellten laut FORMAT die Mehrheit. Die verstorbene KPÖ-Treuhänderin Rudolfine Steindling (Spitzname: "die rote Fini") war Ehrenmitglied. Vor einem halben Jahr wurde "Pro Opera" abgewickelt und das Vereinsvermögen an die Staatsoper übertragen. Eine Untersuchung der Vereinsbehörde im September 2013 hatte zur freiwilligen Auflösung des Vereins geführt. Mehr als ein Jahrzehnt blieben die 333.000 Euro Fördergeld unangetastet, weil die Vereinsleute die Existenz des Geldtopfes offenbar "vergessen" hatten.

"Dass öffentliches Geld in privaten Vereinen versteckt wird, ist unglaublich", sagt Neos-Nationalrätin Beate Meinl-Reisinger. Dass Geld zur Förderung junger Künstler einfach so "vergessen" wurde, sei ein starkes Stück. Die Vorsitzende des parlamentarischen Kulturausschusses regt eine Sonderprüfung an: "Vielleicht ist in anderen Fördervereinen oder Freundeskreisen ähnlich viel Steuergeld versteckt. Der Rechnungshof soll sich das anschauen."

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