• 16.10.2014, 11:09:53
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In Österreich sind 20% der unter 19-Jährigen armutsgefährdet! KJSÖ fordert Maßnahmen zur Existenzsicherung von Kindern

Kinderarmut geht uns alle an! Katholische Jungschar Österreichs präsentiert anlässlich des Internationalen Tags für die Beseitigung der Armut ein neues Positionspapier zu Kinderarmut.

Utl.: Kinderarmut geht uns alle an! Katholische Jungschar
Österreichs präsentiert anlässlich des Internationalen Tags
für die Beseitigung der Armut ein neues Positionspapier zu
Kinderarmut. =

Wien (OTS) - 16.10.2014: "Österreich ist ein reiches Land, dennoch
sind 20% unserer Kinder und Jugendlichen von Armut betroffen. Das ist
inakzeptabel! Gerade bei Kindern verdichtet sich die Problemlage, da
von Armut betroffene Kinder und Jugendliche überdurchschnittlich oft
von mehreren Armutsfaktoren betroffen sind und sich selbst nicht aus
dieser Situation heraushelfen können. Wir müssen dafür Sorge tragen,
dass Kinder und Jugendliche ein sorgenfreies Leben führen und ihr
ganzes Potenzial entfalten können", fordert Anneliese Schütz,
Vorsitzende der Katholischen Jungschar Österreichs (KJSÖ), anlässlich
des Internationalen Tags für die Beseitigung der Armut am 17.
Oktober.

Kinderarmut grenzt aus. Kinder, die in armutsgefährdeten Haushalten
aufwachsen, haben ungünstigere Entwicklungsbedingungen in schulischer
und beruflicher Ausbildung, familiären Beziehungen, Freizeit und
Interaktion in Gruppen Gleichaltriger. Benachteiligungen in der
schulischen und beruflichen Ausbildung lassen sich mit der Tatsache
belegen, dass zwischen der sozialen Stellung der Eltern und dem
Ausbildungsweg der Kinder nach wie vor ein starker Zusammenhang
besteht. Armutskarrieren der Herkunftsfamilien werden so nahtlos
fortgesetzt.

Laut EU-SILC 2012 sind in Österreich 362.000 Kinder und Jugendliche
bis 19 Jahre armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Die Quote der
Kinderarmut liegt über dem österreichweiten Durchschnitt von 18,5%.
Besonders betroffen sind Alleinerzieher/innen-Haushalte und
Mehrkindfamilien. Somit sind Kinder nicht nur überdurchschnittlich
von Armut betroffen, sondern gelten auch häufig als deren
Verursacher/innen.

"Die Katholische Jungschar fordert die Einführung einer universellen
Kindergrundsicherung, die unabhängig ist von der Familienform und der
Herkunft oder des Aufenthaltsstatus der Eltern und die alle
bisherigen Transferleistungen bündelt. Damit vermeiden wir einerseits
die Stigmatisierung von Familien durch Bedürftigkeitsprüfungen und
garantieren andererseits, dass Kinder nicht länger als
armutsverursachend gelten. Österreich soll ein Land sein, in dem
Kinder wertvoll sind und nicht als Belastung für ihre Familien
gelten. Alle Familien sollen von der Leistung profitieren, damit
jedes Kind die bestmöglichen Bedingungen für seinen Entwicklungsweg
hat," unterstreicht Anneliese Schütz, Vorsitzende der KJSÖ.

Im neuen Positionspapier zu Kinderarmut fordert die KJSÖ ein Bündel
an konkreten Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut und spricht
sich für die umfassende Umsetzung der Kinderrechte aus. "Eine
wirksame Bekämpfung von Kinderarmut ist nur möglich, wenn wir
aufhören, Kinder als Anhängsel ihrer Familie zu betrachten und sie
unter ein Haushaltseinkommen subsumieren. Wir müssen Kinder als
eigenmächtige Akteur/innen mit spezifischen Bedürfnissen ernst
nehmen. Das kann nur Hand in Hand mit der Umsetzung der Kinderrechte
erfolgen - und zwar für alle Kinder", sagt Anneliese Schütz.

Zum Positionspapier "Kinderarmut" der Katholischen Jungschar
Österreichs: http://www.jungschar.at/index.php?id=800&L=2

Die KJSÖ setzt sich nicht nur in Österreich für die Beseitigung von
Kinderarmut ein, sondern engagiert sich mit ihrem Hilfswerk, der
Dreikönigsaktion, in zahlreichen Projekten in Asien, Afrika und
Lateinamerika für die Verbesserung der Lebenssituation von Kindern
und Jugendlichen: www.dka.at

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