- 16.10.2014, 09:15:33
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Heinisch-Hosek: Lebenswerk-Preis an Freda Meissner-Blau verliehen
Verleihung des Frauen-Lebenswerk-Preises und der Käthe Leichter-Preise 2014
Utl.: Verleihung des Frauen-Lebenswerk-Preises und der Käthe
Leichter-Preise 2014 =
Wien (OTS) - "Käthe Leichter war in vieler Hinsicht eine Pionierin
und eine der bedeutendsten Frauen und Politikerinnen in der 1.
Republik. Sie studierte Staatswissenschaften in Wien, die
Abschlussprüfung musste sie jedoch in Heidelberg absolvieren. Käthe
Leichter wurde mit dem Aufbau des Frauenreferats der Wiener
Arbeiterkammer betraut und ihre Arbeit über die Lage der
Arbeiterinnen gehören zu den wichtigsten frauenrelevanten
Publikationen der Zwischenkriegszeit", sagte Frauenministerin
Gabriele Heinisch-Hosek gestern, Mittwochabend, im Rahmen der
festlichen Preisverleihung im Bildungs- und Frauenministerium. In
Zusammenarbeit mit ihrem Frauennetzwerk, dazu zählten u.a. Marie
Jahoda, Therese Schlesinger und Rosa Jochmann, konnten auf Grundlage
ihrer Untersuchungen und Studien konkrete Verbesserungen für Frauen
durchgesetzt werden, wie etwa die arbeits- und sozialrechtliche
Absicherung für Hausgehilfinnen.
Die Preise sollen an das Lebenswerk der 1942 von den
Nationalsozialisten ermordeten Nationalökonomin erinnern. "Viele
Themen und Forderungen, für die Käthe Leichter eintrat, sind auch
heute noch aktuell, wenn auch mit anderen Schwerpunkten.
Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, die Vereinbarkeit
von Beruf und Familie und die Berufsausbildung für Mädchen waren
damals wie heute wichtige Anliegen", so Heinisch-Hosek bei der
Eröffnung der Festveranstaltung.
Ziel des Lebenswerk-Preises ist die Würdigung herausragender
Lebenswerke von Personen, die sich für die Verwirklichung der
Gleichstellung von Frauen und Männern eingesetzt und in diesem Sinne
in ihrem Wirkungsbereich Bedeutendes geleistet und Vorbildcharakter
haben. In diesem Jahr wurde Freda Meissner-Blau ausgezeichnet. "Sie
hat durch ihr Wirken als Politikerin und ihr Engagement für
Gleichstellung, Menschenrechte, Umwelt, Demokratie und Frieden
wesentlich die politische Landschaft in Österreich und den
gesellschaftlichen Diskurs geprägt. Als Kandidatin für das Amt der
Bundespräsidentin und als Klubobfrau im Parlament, hat sie einen
wesentlichen Beitrag zum Sichtbarmachen von Frauen in der
Öffentlichkeit geleistet", so Heinisch-Hosek, die betont: "Durch ihr
Wirken war und ist sie ein Vorbild für viele andere Frauen."
Dr.in Trautl Brandstaller hielt die Laudatio und beschreibt die
Preisträgerin "als bunter Vogel im grauen Wien der 60er Jahre", ihr
Leben war geprägt von Umbrüche, gleichzeitig hat sie nie aufgegeben
und blieb ihren politischen Zielen immer treu.
Der Käthe Leichter-Staatspreis für Frauenforschung,
Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt wurde von
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek an Univ.-Prof.in Dr.in Doris
Weichselbaumer verliehen. Doris Weichselbaumer ist eine renommierte
Ökonomin und seit Juli 2013 Institutsvorständin am überfakultären
Institut für Frauen und Geschlechterforschung an der Johannes Kepler
Universität Linz. "Seit Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere hat
sie sich um die Weiterentwicklung der feministischen Ökonomie
verdient gemacht. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt bei den
vielfältigen Formen der Diskriminierung am Arbeitsmarkt. Sie
beschäftigt sich nicht nur mit Aspekten geschlechtsspezifischer
Diskriminierung, sondern auch mit solchen aufgrund der sexuellen
Orientierung, der Religion oder der ethnischen Zugehörigkeit. Ihre
Studienergebnisse versteht sie als Weckruf, Benachteiligungen auf
allen Ebenen zu beseitigen", so die Frauenministerin in ihrer
Laudatio. Das Engagement und das verdienstvolle Wirken von Doris
Weichselbaumer soll durch den Käthe Leichter-Staatspreis sichtbar
gemacht werden, so Heinisch-Hosek.
Neben dem Lebenswerk-Preis und dem Käthe Leichter-Staatspreis wurden
weitere fünf Preise gestiftet. Ein Käthe Leichter-Preis wurde vom
BMBF verliehen. Dieses Jahr ging der Preis an Dr.in Ilse Bartosch.
"Ilse Bartosch ist eine geschlechtertheoretisch fundierte Forscherin
und gleichzeitig in der pädagogischen Praxis stehende Expertin in
Österreich, die sich seit 10 Jahren lehrend und forschend mit den
Möglichkeiten einer geschlechtergerechten MINT-Fachdidaktik
beschäftigt. Sie bietet Studierenden der Physik an der Universität
Wien, aber auch an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich einen
forschenden Zugang zur Reflexion der eigenen Unterrichtspraxis und
zur Reflexion eigener geschlechterstereotyper Bilder und
Erwartungen", so Heinisch-Hosek in ihrer Laudatio für die
Preisträgerin. Mit dem Preis wolle das Bildungs- und
Frauenministerium ihre Beharrlichkeit und ihren Mut in diesem
männerdominierten Bereich zu arbeiten, würdigen und anerkennen, so
die Ministerin.
Die vier weiteren Käthe Leichter-Preise, gestiftet vom
Sozialministerium, vom Wissenschaftsministerium, von der
Arbeiterkammer Wien und von der Österreichischen Nationalbank, gingen
an Dr.in Ingrid Mairhuber, Dr.in Angela Wroblewski, Dr.in Bettina
Haidinger und Dr.in Brigitte Rath.
Fotos zu dieser Veranstaltung sind unter, http://bdb.bmbf.gv.at/,
kostenfrei abrufbar.
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