IndustrieGruppe Pflanzenschutz: Feldversuch zeigt enorme Verluste bei Verzicht auf Pflanzenschutzmittel

Durch Verzicht auf Pflanzenschutzmittel Verluste zwischen 20 und 86 Prozent der Erntemenge - Selbstversorgung mit heimischen Lebensmitteln ohne Pflanzenschutz gefährdet

Wien (OTS) - Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz und die erzeugergemeinschaft zistersdorf haben heute die Ernteergebnisse der schauFELDER vorgestellt. Bei diesem Feldversuch wurden auf mehreren Parzellen verschiedene Kulturpflanzen angepflanzt, jeweils eine Hälfte wurde mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, die zweite nicht. Die Ergebnisse dieses Versuchs sprechen für sich: "Wir haben bei den Feldern ohne Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln signifikante Verluste zwischen 20 und 86 Prozent zu verzeichnen gehabt. Auch bei der Qualität hat es deutliche Einbußen gegeben", sagt der Vorstand der IndustrieGruppe Pflanzenschutz, Christian Stockmar. "Würden die österreichischen Bauern komplett auf Pflanzenschutzmittel verzichten, wäre damit die Selbstversorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln gefährdet."

Hohe Verluste auf unbehandelten Feldern

Die Zahlen sprechen für sich. Bei der Gerste wurde auf dem konventionellen Feld 0,72 kg/m2 geerntet, auf dem unbehandelten jedoch nur 0,58 kg/m2 (-20 Prozent). Auch bei den anderen Kulturen gab es Verluste: Beim Roggen wurden statt 1,03 kg/m2 nur 0,78 kg/m2 geerntet (-25 Prozent), bei den Sonnenblumen statt 0,30 kg/m2 nur 0,12 kg/m2 (-60 Prozent), beim Winterdurum statt 0,80 kg/m2 nur 0,29 kg/m2 (-64 Prozent), beim Winterweizen statt 0,91 kg/m2 nur 0,26 kg/m2 (-72 Prozent). Am größten war der Verlust bei der Zuckerrübe:
Konnten durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln 11,60 kg/m2 geerntet werden, so waren es beim Nachbarfeld nur 1,57 kg/m2. Dies entspricht einem Verlust von 86 Prozent der Erntemenge. Auch die Qualität der Ernte hatte gelitten. Durch den Konkurrenzkampf mit den Unkräutern büßten die Getreidekörner sowohl an Größe als auch an Gewicht ein. Leider nicht geerntet werden konnte der Ölkürbis, da die Gemüsewurzelfliege die Ernte auf beiden Feldern vernichtet hat.

"Auf den unbehandelten Flächen mussten die Pflanzen mit Unkräutern, wie Gänsefuß, Klatschmohn, Kamille und Windhalm um Nährstoffe, Platz und Licht konkurrieren, das hat sich stark auf das Wachstum ausgewirkt", sagt Franz Bauer von der erzeugergemeinschaft zistersdorf. "Den Bauern geht es vor allem um die Gesunderhaltung ihrer Pflanzen. Wir streben keine Maximalerträge an, sondern wollen nachhaltig das Optimum auf einem gesunden Boden produzieren."

Selbstversorgung mit heimischen Lebensmitteln gefährdet

Legt man die Ergebnisse der schauFELDER auf den Agrarsektor in Österreich um, dann zeigt sich, was ein Verzicht auf Pflanzenschutzmittel für die Versorgung mit qualitativ hochwertigen heimischen Produkten bedeuten würde. So hat Österreich laut dem Grünen Bericht 2014 der Ende September vom Landwirtschaftsministerium vorgelegt wurde, beim Roggen einen Selbstversorgungsgrad von 94 Prozent. Ohne Pflanzenschutzmittel würde dieser auf 71 Prozent zurückgehen. Auch die Selbstversorgung mit Gerste würde von derzeit 84 Prozent auf 68 Prozent zurückgehen. Beim Weichweizen, zu dem der Winterweizen zählt, würde sich die Selbstversorgung von 97 Prozent auf nur mehr 28 Prozent und beim Winterdurum von 57 Prozent auf 21 Prozent reduzieren.

Industrie fordert Bekenntnis der Politik zu moderner Landwirtschaft

Um die Bauern zu unterstützen fordert die IndustrieGruppe Pflanzenschutz stabile und verlässliche rechtliche sowie politische Rahmenbedingungen für die Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. "Kurzfristige Verbote aufgrund einseitig geführter Debatten helfen niemanden, zu einer sachliche Diskussion über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sind wir aber gerne bereit", sagt Stockmar. Der Vorstand der IndustrieGruppe Pflanzenschutz warnt vor einem Alarmismus in der Diskussion ohne wissenschaftliche Grundlage: "Oftmals wird pauschal vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gewarnt und unreflektiert ein kompletter Verzicht auf Pflanzenschutzmittel gefordert. Dabei wird jedoch übersehen, welche Auswirkungen dies auf die Ernährungssicherheit und die Selbstversorgung hätte. Wir fordern ein klares Bekenntnis der Politik zur Absicherung der modernen produzierenden Landwirtschaft in Österreich."

Stockmar und Bauer sind sich einig: "Die Verluste die bei den schauFELDERN im kleinen gezeigt wurden, würde für die Bauern zu enormen Ernteeinbußen führen. Der Einsatz moderner Betriebsmittel hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, dass im Zuge der grünen Revolution die Erträge der heimischen Landwirtschaft immens gesteigert werden konnten. Ein Verzicht darauf würde nicht nur die Versorgungssicherheit gefährden, sondern Österreich auch abhängig vom Weltmarkt machen", so Stockmar und Bauer abschließend.

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