Klimt-Foundation: Offizielle Büroeröffnung zu einjährigem Bestehen

Klimt-Foundation lud anlässlich 1 Jahr "Gustav Klimt | Wien 1900-Privatstiftung" zur offiziellen Büroeröffnung in das MQ-West

Wien (OTS) - Gestern Abend lud die Klimt-Foundation anlässlich ihres einjährigen Bestehens zum offiziellen Büro-Opening und zur Präsentation der ersten beiden Publikationen in ihren Stiftungssitz im MQ-West. Peter Weinhäupl dankte in seiner Rede der unter den 150 Gästen anwesenden Stifterin Ursula Ucicky für ihr wegweisendes Projekt, der Errichtung einer gemeinnützigen Privatstiftung. Sandra Tretter, Geschäftsführerin der Stiftung, würdigte den Mut der Stifterin, die sich trotz ihres hohen Alters und des schwierigen Erbes der Vergangenheit zu dem Schritt entschloss. "Dieser Impuls für eine unabhängige und interdisziplinäre Forschung und ihr Wunsch nach objektiver Aufarbeitung der Geschichte wird von uns mit Verantwortung sensibel und transparent weitergetragen", so Sandra Tretter.

Unter den zahlreichen Gästen versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Kulturszene, Kulturmanager, Kunstschaffende und Kunstsammler sowie zahlreiche Kooperations- und Forschungspartner, darunter Repräsentanten des Filmarchiv Austria (Armin Loacker), der Österreichischen Galerie Belvedere (Peter Aufreiter), des Wien Museums (Stv. Dir. Ursula Storch, Ralph Gleis), des Museums für angewandte Kunst (Stv. Dir. Martina Kandeler-Fritsch, Rainald Franz), der Österreichischen Nationalbibliothek (Uwe Schögl), des Arnold Schönberg Centers (Dir. Christian Meyer), der Wiener Stadt- und Landesbibliothek (Christoph Sonnlechner), der Österreichischen Nationalbank (Elisabeth Dutz), der Universität für angewandte Kunst (Prof. Patrick Werkner, Prof. Matthias Boeckl, Elisabeth Frottier), des Niederösterreichischen Landesmuseums (Dir. Carl Aigner), der Kunsthalle Krems (Dir. Hanspeter Wipplinger), Art for Art (Dir. Josef Kirchberger), Prof. Arch. Laurids Ortner (MuseumsQuartier), Arch. Galerist Johannes Faber.

In einzigartiger Weise formierten sich erstmals Klimts Nachfahren seiner Beziehungen mit Marie Mizzi Zimmermann (Gustav Zimmermann), Consuela Camilla Huber (Christa und Gustav Huber) und Maria Ucicka sowie Vertreter der Klimt-Familie Peter und Helga Zimpel. Ebenso unter den Gästen waren Provenienzforscher Christoph Bazil, Sonja Niederacher und Michael Wladika sowie die Rechtsexperten Clemens Jabloner (Präs. Verwaltungsgerichtshof i.R.), Ernst Ploil (im Kinsky), Andreas Nödl (Vorstandsmitglied Leopold Museum) und Franz-Stefan Meissel (Universität Wien), Sothebys Chefin Andrea Jungmann, Arthandling-Experten Siegfried Schöffauer (hs-art Service) und Birgit Vikas (Kunsttrans), Restaurator Manfred Siems, ALBA Communications Geschäftsführer Reinhold Gmeinbauer sowie die Künstler Manfred Bockelmann, Victoria Coeln, Irene Andessner, Peter Sengl und Silvia Meisterle.
Namhafte Klimt-Experten und Initiativen, darunter Emilie Flöge-Forscher Paul H. Simpson aus London, Klimt-Zeichnungsexpertin Marian Bisanz-Prakken, Vertreter des Vereins Gedenkstätte Gustav Klimt (Felizitas Schreier, Georg Becker, Veronika Birke, Markus Landerer) und der Klimt-Region Attersee (Präs. Eva Knoll, Dir. Christian Schirlbauer, Waltraud Ottet), Verena Traeger, Klimt-Villa Betreiber Wilhelm Rasinger, Werner Dillenz und Ursina Zwettler (Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden) waren ebenfalls unter den Gästen.

Großen Anklang fanden auch die ersten eigens für das Büro gestalteten Künstlerinterventionen von Hannes Mlenek (Physical Dynamics) und Johannes Deutsch (Zeitversetzungen. Über Inspiration, Zukunft und Herkunft). Während Mleneks aktuell ausgeführter Wandzyklus in Ölstick mit dem architektonischen Außen- und Innenraum der Veranstaltungsebene changierte, präsentierte der Medienkünstler Johannes Deutsch erste sensible Skizzen seiner komplexen Auseinandersetzung mit Gustav Klimts Malerei im Umfeld der Klimt-Foundation.

Peter Scholz, Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt, las ausgewählte Klimt Korrespondenz, darunter die wiederentdeckten und erstmals veröffentlichten, im Stiftungsbesitz befindlichen Briefe und Postkarten des Meisters an seine Geliebte Maria Ucicka.
Für gute Resonanz sorgte Musiker Ulrich Drechsler beim anschließenden Ausklang im benachbarten Glacis Beisl, der mit seinem Trio Werke aus seinem neuen Album präsentierte.

Zwei neue Publikationsreihen: Edition Klimt und Edition Klimt-Research

Während die von Sandra Tretter und Peter Weinhäupl herausgegebene Publikationsreihe "Edition Klimt" ausgewählte künstlerische und persönlich prägende Meilensteine im Leben und Werk des österreichischen Jugendstilkünstlers beleuchtet, bespricht die "Edition Klimt-Research" neue bzw. bisher unbekannte Forschungsfacetten in Klimts Leben und Werk sowie interdisziplinäre Themenbereiche innerhalb der kulturhistorischen Zeitspanne "Wien 1900". Darüber hinaus gelangen in den kommenden Jahren weitere Themen im Kontext von Gustav Ucicky und seiner Frau Ursula in den Fokus dieser Edition. Beide Publikationsreihen erscheinen im Christian Brandstätter Verlag.

Sensationsfund: 68 neue Klimt-Autografen in Buchform

"Chiffre Sehnsucht 25". Gustav Klimts Korrespondenz an Maria Ucicka 1899-1916 lautet der präsentierte Titel in der Edition Klimt-Research. Die als Sensationsfund bewerteten Autografen beweisen damit eindeutig die oftmals in Abrede gestellte Vaterschaft Klimts zu Gustav Ucicky, dessen im Eigentum der Stiftung stehende Kunstsammlung gemäß deren Satzung eine kritisch-wissenschaftliche Aufarbeitung erfährt. Die überlieferten Schriftstücke sind im Original abgebildet, transkribiert und inhaltlich in den Kontext von Gustav Klimts bisher bekannter Korrespondenz gestellt. Zudem werden die ambivalenten Verhältnisse zwischen Klimt und den Ucickys besprochen, großteils unerforschte biografische Details der Familiengeschichte und erste filmhistorische Schritte des Sohnes skizziert.

Erstmalige Dokumentation: Klimts Atelierzeit in der Feldmühlgasse 1911-1918

Klimts innerstädtischer Stadt-Land-Flucht in sein neues Atelier in Wien-Hietzing ist der erste Band der Edition Klimt gewidmet. Er nützte das malerische Atelier ab 1911 bis zu seinem Tod im Jahr 1918 und vollendete dort rund 50 Gemälde und hunderte Zeichnungen. Moritz Nähr dokumentierte nach Klimts Tod einige Ansichten des Ateliers, darunter das Empfangszimmer und das Studio mit den zwei unvollendet gebliebenen Gemälden "Dame mit Fächer" und "Die Braut" (heute Stiftungsbesitz) auf der Staffelei. 1923 wurde das Biedermeier-Häuschen mit einer neobarocken Villa überbaut und wurde damit indirekte Schutzhülle für Klimts-Atelier. Im Rahmen einer Forschungskooperation mit dem Verein Gedenkstätte Gustav Klimt wurde nun erstmals die Geschichte und das Umfeld des Ateliers in der Feldmühlgasse dokumentiert, Zeitzeugen und aktuelle Fachexperten vermitteln ein kompaktes Porträt des naturnahen Refugiums in der Feldmühlgasse 11.

Umfassende Kooperationsprojekte

Gustav Klimt-Zentrum am Attersee, Retrospektive zu Gustav Ucicky in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria

Die gemeinnützige Stiftung unter der Geschäftsführung der Kunsthistorikerin Sandra Tretter und ihrem Vorstandsvorsitzenden, dem Kulturmanager Peter Weinhäupl, stellte gestern auch umfassende Kooperationsprojekte mit namhaften Partnern vor.

Zu den Forschungsprojekten, die sich mit dem Leben und Schaffen von Gustav Ucicky beschäftigen, zählt u.a. auch die filmhistorische Dokumentation seiner Karriere als Kameramann und Regisseur. In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria läuft ab Herbst 2014 eine Werkschau mit über 50 restaurierten Filmen, dazu entsteht die erste kritische filmhistorische Publikation zu seinem Schaffen. Alle bekannten und neu entdeckten Filmdokumente wurden zu diesem Zweck mit Unterstützung der Klimt-Foundation restauriert und digitalisiert, sie werden im Rahmen der Retrospektive im Metro-Kino (Kinokulturhaus) präsentiert. Parallel zur Retrospektive veranstaltet das Filmarchiv Austria ein zweitägiges Symposium, das sich mit dem Wirken von Künstlern in totalitären Systemen auseinandersetzt. Die bereits bestehende Forschungskooperation mit dem Filmarchiv Austria und dem neuen Filmkulturhaus wird ab 2015 ausgeweitet.

Ebenso vertieft wird ab 2015 die Zusammenarbeit mit dem Klimt-Zentrum in Kammer am Attersee. Das seit drei Jahren geöffnete Dokumentationszentrum wird in Kooperation mit der Klimt-Foundation wissenschaftlich und finanziell unterstützt. Als langfristiges Forschungsprojekt der Stiftung bis 2018 gilt der Aufbau einer umfassenden Online-Datenbank zum Netzwerk "Wien 1900", auch hier sind bereits Kontakte mit internationalen Partnern geknüpft.

Weiterführende Informationen zur Sammlung, Forschung und den Publikationen der Klimt-Foundation unter www.klimt-foundation.com.

Link zur Bildergalerie des Büro-Opening:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5946

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Mag. Daniela Ebeert, MBA und Mag. Alexandra Seyer
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