• 10.10.2014, 09:30:01
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Wohnbau: Nachholbedarf ist noch lange nicht gedeckt

Valide bundesweite Datengrundlagen über Wohnbautätigkeit für Wohnbedarfsprognosen nicht verfügbar

Utl.: Valide bundesweite Datengrundlagen über Wohnbautätigkeit für
Wohnbedarfsprognosen nicht verfügbar =

Wien (OTS) - Österreichs Bevölkerung wächst und diese erfreuliche
Tatsache führt zu einem steigenden Bedarf an Wohnungen. Seit Jahren
setzen sich Immobilien-, Bauwirtschaft und Baustoffhandel für bessere
Rahmenbedingungen ein, um die Bedarfslücke zu schließen. Dieses Ziel
ist noch lange nicht erreicht: Obwohl die in 2013, nach einem starken
Einbruch in den Vorjahren, ausgeschütteten Mittel für die
Wohnbauförderungen deutlich zugenommen haben, ist die Bautätigkeit
immer noch zu gering. Für die stark steigende Nachfrage nach
leistbarem Wohnraum gibt es noch immer nicht genügend neue Wohnungen,
so die Branchenplattform ProBauen.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Mittel für die Wohnbauförderung
im Vorjahr um 6% gestiegen sind. Wie das Institut für Immobilien,
Bauen und Wohnen (IIBW) erhoben hat, nahmen in der Folge auch die
Förderungszusicherungen 2013 um 20 Prozent zu, insgesamt wurden
30.300 Wohneinheiten gefördert, überwiegend Geschoßwohnbau, während
die Förderungszusicherungen für Eigenheime rückläufig waren. Die
Studie weist auch bei den Baubewilligungen einen Zuwachs aus.

Es wäre jedoch ein politisch gefährlicher Trugschluss daraus
abzuleiten, dass der Bedarf an Wohnungen bald gedeckt sei, mahnt
ProBauen. Baubewilligungen können nicht einfach mit demnächst auf den
Markt kommenden neuen Wohnungen gleichgesetzt werden. Die Zahl der
Bewilligungen ist nicht mit der Zahl der Baubeginne oder
Fertigstellungen gleichzusetzen!

Aus den Umsätzen von Baustoffindustrie und -handel lässt sich
jedenfalls keine vermehrte Bautätigkeit für 2014 ableiten,
bestenfalls Vorzieheffekte durch den milden Winter, die sich aber bis
Jahresende wieder nivellieren werden. Wieviele der Bewilligungen
tatsächlich zu einer konkreten Bautätigkeit führen, darüber liegen
teils nur Schätzungen vor. Diese Unsicherheit erschwert die
Unternehmensplanung für längerfristige Investitionsentscheidungen
sowie für die Personalplanung.

Die unscharfe Datenbasis wird bereits in den Fußnoten der
Publikationen von Statistik Austria ersichtlich. Man erfährt dort,
dass es sich überwiegend um vorläufige Ergebnisse mit hochgerechneten
Daten handelt. Selbst in den Erläuterungen zur Baumaßnahmenstatistik
steht der Satz: "Die insgesamt vorliegenden Ergebnisse sind derzeit
daher nur mit Vorsicht zu interpretieren und zu verwenden." Darauf
lassen sich keine haltbaren Prognosen für die Bau- und
Immobilienwirtschaft aufbauen.

Baubewilligung, Baubeginn als auch Baufertigstellung sollten deshalb
durch zeitnahe Meldung im Gebäude- und Wohnungsregister statistisch
besser und rascher erfasst werden. Die derzeit(zu)umfangreichen
Erhebungsdetails machen dies aber nahezu unmöglich. Ein möglicher
Lösungsansatz wäre, den Erhebungsbogen, den der Bauwerber einreichen
muss, zu teilen. Einerseits in dringende und planungsrelevante
Abfragen (mit sofortiger Weitergabe von z.B. Baubewilligung,
Baubeginn und Baufertigstellung) und andererseits in weitere
statistisch zu erfassende Detailfragen, die auch zu einem späteren
Zeitpunkt übermittelt werden könnten. Dadurch würde eine zeitnahe
Daten- und Entscheidungsgrundlage, möglichst auch bis auf
Bezirksebene, für Politik, Industrie und Verarbeiter geschaffen.

Angesichts der unzureichenden Datenlage fordert ProBauen, dass
Investitionen in den Wohnbau deswegen keinesfalls zurückgefahren
werden dürfen. Wir brauchen weiterhin eine starke Bauleistung, um zu
verhindern, dass Wohnungsmangel die Mieten in die Höhe treibt. Eine
aktuelle und exakte Wohnbaustatistik ist dringend erforderlich.

ProBauen ist eine Initiative der Fachgruppe Wien der Immobilien- und
Vermögenstreuhänder, des F.B.I - Forschungsverband der
österreichischen Baustoff-Industrie sowie des VBÖ - Verband der
Baustoffhändler Österreichs. ProBauen möchte leistbaren Wohnbau im
städtischen und ländlichen Raum durch Verbesserung der politischen,
rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen ermöglichen.

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