- 09.10.2014, 16:05:44
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Plasmapherese in Österreich: seit 50 Jahren Vorreiter
Österreichs pharmazeutische Industrie verarbeitet ca. ein Fünftel der weltweit gesammelten Menge an Blutplasma. Festakt im Bundesministerium für Gesundheit anlässlich 50 Jahre Plasmapherese
Utl.: Österreichs pharmazeutische Industrie verarbeitet ca. ein
Fünftel der weltweit gesammelten Menge an Blutplasma. Festakt
im Bundesministerium für Gesundheit anlässlich 50 Jahre
Plasmapherese =
Wien (OTS) - "Wien darf zurecht als eine Welthauptstadt bezeichnet
werden. Denn hier verarbeiten Unternehmen der pharmazeutischen
Industrie knapp ein Fünftel der weltweit gesammelten Menge an
Blutplasma zu lebenswichtigen Medikamenten", erklärte Prof. Dr. Robin
Rumler, Präsident der Pharmig, in seiner Eröffnungsrede bei der
Festveranstaltung zu "50 Jahre Plasmapherese in Österreich" im
Festsaal des Bundesministeriums für Gesundheit.
Dr. Matthias Gessner, Sprecher der IG Plasma und Director Plasma
Operations Europe bei der Baxter AG betonte, dass das freiwillige
Engagement aus der Bevölkerung die Basis dafür sei, Plasmapräparate
überhaupt entwickeln und Krankheiten wie Hämophilie und
Autoimmunerkrankungen behandeln zu können. Allein in Österreich sind
180.000 Patienten auf Medikamente aus Blutplasma angewiesen.
Bundesministerin Dr. Sabine Oberhauser hielt zu Beginn des Festaktes
fest, dass Österreich gute Voraussetzungen habe, um nicht nur in den
Zahlen, sondern auch in der Qualität weltweit führend zu sein. Auch
Sektionschefin Dr. Pamela Rendi-Wagner unterstrich die hohe Qualität
in der österreichischen Plasmagewinnung und -verarbeitung. Seit Mitte
der 80er Jahre habe es in Österreich keine einzige Infektion mehr im
Zusammenhang mit einer Plasmaspende oder der Verabreichung von
Plasmaprodukten gegeben. Schließlich führte auch Dr. Christa
Wirthumer-Hoche, Leiterin der AGES Medizinmarktaufsicht, aus: "Unsere
wichtigsten Aufgaben sind die Sicherheit der Spender einerseits und
die der Empfänger der Plasmaprodukte andererseits zu gewährleisten,
von der Inspektion der Plasmaphereseeinrichtungen bis hin zur
Überprüfung der Produkte aus Plasmaproteinen, bevor sie auf den Markt
kommen."
Schon seit langem gilt Österreich als Vorreiter in Sachen Humanplasma
und Plasmaprodukte. In Wien wurde 1964 das erste Plasmaspendezentrum
Europas gegründet. Einer der Initiatoren, Dr. Hans Eibl, war
ebenfalls Gast im Bundesministerium. Mittlerweile gibt es an mehreren
heimischen Standorten 18 Plasmaspendezentren, europaweit sind es 84.
Die österreichische Spenderbereitschaft ist wünschenswert für viele
andere Länder, um den weltweiten Bedarf an Arzneimitteln aus
Blutplasma auch nur annähernd decken zu können. Dazu Gessner: "Es
sind allein schon 1200 Spenden erforderlich, um genügend Arzneimittel
herzustellen, damit ein Hämophilie-Patient während eines Jahres
behandelt werden kann."
Im Jahr 2013 gaben 40.000 österreichische Spender 547.840 Liter
Plasma ab, das ist pro Kopf Rang 3 weltweit nach den USA und
Deutschland. Darüber hinaus verfügt Wien über die größte Kapazität
aller Hauptstädte weltweit, was die Verarbeitung von Blutplasma
betrifft. Von den jährlich weltweit gesammelten mehr als 27 Millionen
Liter Plasma werden allein in Wien mehr als vier Millionen in seine
Bestandteile aufgetrennt und zu Arzneimitteln weiterverarbeitet.
Dass Österreich eine bedeutende Rolle zukommt, unterstrich auch Jan
Bult, Präsident und CEO bei der PPTA-Plasma Protein Therapeutics
Association. Er stellte bei seinem Vortrag im Ministerium den
Standort Österreich in einen internationalen Kontext und wies darauf
hin, dass sich der Plasmabedarf allein für die Herstellung von
Immunglobulinen von 15 Mio. Litern im Jahr 2000 auf mehr als 30 Mio.
Liter im Jahr 2010 erhöhte - aufgrund gestiegener medizinischer
Versorgung in vielen Bereichen der Welt. Dazu Bult: "Der klinische
Bedarf von Arzneimitteln aus Plasma wird in Zukunft weltweit
zunehmen. Erklärtes Ziel ist eine globale Versorgung. Angesichts der
zu erwartenden Entwicklung werden wir vermehrt Plasma benötigen, um
die Patientinnen und Patienten auch in Zukunft mit Arzneimitteln aus
Blutplasma versorgen zu können."
Nach einer Diskussionsrunde zur Zukunft der Plasmaversorgung mit
Vertretern mehrerer Organisationen bildete die Ehrung langjähriger
Plasmaspender den Abschluss der Festveranstaltung. Karin Modl von der
Österreichischen Selbsthilfegruppe für Primäre Immundefekte (ÖSPID),
selbst auf Plasmaspenden angewiesen, überreichte gemeinsam mit Dr.
Gessner die Urkunden und sagte den zwölf anwesenden Spendern: "Danke,
dass ich aufgrund eurer Spende leben darf."
Über die IG Plasma:
Die IG Plasma ist ein Zusammenschluss aller Plasmaproduzenten, die in
Österreich insgesamt 18 Plasmazentren betreiben. Die IG Plasma wurde
1993 formiert und vertritt die gemeinsamen Interessen ihrer
Mitglieder im Bereich der Plasmapherese in Österreich mit den
folgenden Zielsetzungen: Sicherheit für Plasmaspender, Sicherheit für
Plasmaempfänger durch höchstmögliche Plasmaqualität, sowie
Ermöglichung eines Beitrags Österreichs zur europäischen Versorgung
mit Blutplasma.
Über die Pharmig:
Die Pharmig ist die freiwillige Interessenvertretung der
österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband 120
Mitglieder (Stand Oktober 2014), die den Medikamenten-Markt zu fast
100 Prozent abdecken. Die Mitgliedsunternehmen der Pharmig bieten
Arbeitsplätze für ca. 12.000 Beschäftigte.
Über die PPTA:
Die PPTA vertritt sowohl Hersteller von Plasmaderivaten aus
Blutplasma als auch von entsprechenden gentechnisch hergestellten
Wirkstoffen, gemeinsam unter der Bezeichnung Plasmaproteintherapien
bekannt. Plasmaspendezentren, in denen menschliches Blutplasma
gewonnen wird, werden ebenfalls durch die PPTA vertreten. Rund 80 %
der Plasmaproteintherapien in den USA bzw. 60% in Europa werden von
PPTA-Mitgliedsunternehmen hergestellt.
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