Ein flächendeckendes Breitband-Glasfasernetz für Österreich ist möglich!

FTTH Investors Day in Wien zeigt Wege für Glasfaserausbau in Europa. Neue Modelle und Ideen zur Teilung von Netzbetreibern wie A1 Telekom Austria sorgen für Diskussion.

Wien (OTS/FTTH Council Europe) - Während die Politik weiterhin über die Verteilung der "Breitbandmilliarde" diskutiert, trafen sich in Wien mehr als hundert Experten aus dem Bereich Telekommunikation und dem Finanzsektor um die Möglichkeiten der Finanzierung von Glasfasernetzen bis zum Haushalt zu diskutieren. Das überraschende Ergebnis: Glasfaserausbau in Europa ist flächendeckend möglich - auch in Österreich!

Die europäische Industrieorganisation "Fibre-to-the-Home Council Europe" veranstaltete ihren sechsten "FTTH Investors Day" in Kooperation mit Arthur D. Little am 7 Oktober 2014 in Wien. Mehr als 100 Teilnehmer diskutierten über Wege, Glasfasernetze flächendeckend in Europa zu finanzieren. Es herrschte breite Einigkeit, dass ein solcher Ausbau notwendig ist, da nur Glasfasernetze genügend Kapazität bieten, um aktuelle und zukünftige Breitbandanwendungen zu nutzen. Somit ist die Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen auch eine Voraussetzung um Europa im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu machen.

Präsentationen von der Europäischen Investment Bank, Arthur D. Little, dem deutschen WIK-Institut, Diffraction Analyisis und anderen Experten zeigten Wege und Möglichkeiten auf, wie selbst in ländlichen Gebieten der Bau von neuen Glasfasernetzen umsetzbar wird. Dabei wurde intensiv darüber diskutiert, ob die bestehenden Marktteilnehmer immer die richtigen Ansprechpartner sind. Gerade außerhalb der Großstädte sind europaweit neue Modelle anzutreffen, bei denen beispielsweise Gemeinden oder regionale Infrastrukturbetriebe die Errichtung der Breitband-Infrastruktur übernehmen. Diese wird dann zu gleichen Bedingungen für alle Telekom-Anbieter - auch im Mobilbereich - verfügbar gemacht.

Heiße Diskussionen gab es betreffend der Idee der "strukturellen Separation" bei der ehemalige Monopolisten wie die A1 Telekom Austria in zwei Unternehmen aufgespalten werden sollen. Dabei würden ein Teilunternehmen ausschließlich die Netzwerk-Infrastruktur betreiben und weiter ausbauen, während der andere Teil den Betrieb und die Services übernehmen würde. Dieses Modell hat den Vorteil für institutionelle Investoren, dass sie gezielt ausschließlich in langfristige, aber risikoarme Infrastruktur investieren könnten.

Ein interessanter Aspekt im Zusammenhang mit den neuen Breitbandmodellen betrifft die Nutzung von öffentlichen Mitteln. Denn bei struktureller Separierung oder bei der Nutzung von lokalen Infrastrukturunternehmen wären in vielen Fällen keine verlorenen Förderungen sondern lediglich Finanzierungsinstrumente notwendig. Umgelegt auf Österreich könnte dies bedeuten, dass die Breitbandmilliarde nicht einfach ausgegeben sondern stattdessen als Finanzierungsinstrument umgesetzt wird. Die Folge: die Milliarde wäre nicht verloren sondern würde über mehrere Jahre hinweg wieder an den Staat zurückfließen. Im Falle eines Re-Invest würde somit die Breitbandmilliarde mehrfach und u.U. sogar budgetneutral genutzt werden können.

"Der Investors Day brachte eine Reihe von positiven Lösungsansetzen für den Breitbandmarkt in Europa und somit in Österreich", freut sich Hartwig Tauber, Geschäftsführer des FTTH Council Europe, "als FTTH Council Europe vertreten wir die strikte Meinung, dass öffentliche Mittel im Breitbandbereich ausschließlich für zukunftssichere Lösungen wie Glasfaser bis zum Haushalt oder zumindest bis zum Gebäude genutzt werden sollten. Der heutige FTTH Investors Day hat eine Reihe von möglichen Lösungswegen aufgezeigt. Es ist nun an der Zeit, dass auch die Entscheidungsträger auf diese aktuellen Ansätze aufmerksam werden. Es wäre schade, wenn z.B. die Breitbandmilliarde in Österreich für Betreiberförderung genutzt werden würde, die keinerlei mittel- und langfristige Lösung für die österreichische Breitbandproblematik bedeutet."

Der nächste "FTTH Investors Day" findet am 10. Februar 2015 in Warschau statt. Er ist Teil der "FTTH Conference", der größten Konferenz zum Thema Glasfaser bis zum Haushalt weltweit mit mehr als 3000 Teilnehmern. Weitere Informationen unter www.ftthconference.eu.

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Nadia Babaali
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