- 05.10.2014, 12:00:31
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Männer achten zu wenig auf ihre Gesundheit
Wien (OTS) - Ein wesentlicher Grund für die kürzere Lebenserwartung
von Männern: Das starke Geschlecht hält wenig von
Vorsorgeuntersuchungen und sorgt sich auch sonst nicht genug um seine
Gesundheit.
Mann ist einfach stark und Gesundheitsvorsorge ist nur etwas für das
schwache Geschlecht - so scheint noch immer die Mehrzahl des
männlichen Geschlechts zu denken: "Männer leben kürzer, weil sie
weder auf ihre Gesundheit achten, noch verschiedene
Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Sie sind viel nachlässiger, was
Termine und unzuverlässig, was Kontrollen betrifft", erläutert
Primarius Dr. Wolfgang Loidl dazu im neuen Vinzenz magazin. Der
Mediziner muss es wissen, denn er leitet die Abteilung für Urologie
des ersten oberösterreichischen Prostatazentrums in Linz. Und damit
ist er für eine Männerkrankheit kompetent, die sich durch
Früherkennung heute meist heilen lässt: Prostatakrebs.
Die Früherkennung erfordert allerdings, dass Männer ab dem 40.
Lebensjahr alle vier bzw. bei entsprechenden Ergebnissen des PSA-Test
(einer Tumor-Marker-Bestimmung im Zuge einer Blutuntersuchung) oder
Erkrankungen in der Familie jedes Jahr zur Voruntersuchung kommen.
Viele tun das nicht, auch deshalb, weil die angeblich starken Männer
große und oft sogar absurde Ängste vor dem Besuch beim Urologen
haben, erzählt Loidl im Vinzenz magazin: "Manche fürchten schon durch
eine Untersuchung der Prostata ihre Potenz zu verlieren."
Um seine Geschlechtsgenossen zum Reden und Nachdenken über dieses
Thema anzuregen, will sich Primarius Loidl im November einen Bart
wachsen lassen. "Movember" heißt diese mittlerweile weltweite Aktion,
die mehr Aufmerksamkeit für das Thema Männer und ihre
Gesundheitsprobleme erzielen will. Wobei das sogenannte starke
Geschlecht nicht nur die Prostatavorsorge vernachlässigt. Dass Männer
im Durchschnitt um 5,3 Jahre früher als Frauen sterben hat noch viele
andere Ursachen: Übergewicht, körperliche Inaktivität oder doppelt so
häufiger Alkoholkonsum wie Frauen gehören unter anderem dazu.
Dieser rundum schlechte Lebensstil ist für viele weitere Krankheiten
verantwortlich, die aus Nachlässigkeit oft ebenfalls zu spät erkannt
werden: "Männer brauchen Beschwerden, dann erst gehen sie zum Arzt",
meint dazu Oberarzt Dr. Björn Jagdt, Leiter des
Darmgesundheitszentrums im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in
Ried, im Vinzenz magazin. Auch bei Darmkrebs ist Früherkennung
essentiell und kein Grund Angst zu haben: "Die Darmspiegelung tut
nicht weh, weil sie unter Sedierung durchgeführt wird", beruhigt Dr.
Jagdt. Vielleicht ist der "Movember" Anlass, dass mehr Angehörige des
starken Geschlechtes ihren Mann stellen und die notwendigen
Vorsorgeuntersuchungen durchführen.
Möglicherweise verlockt manche dazu auch die Tatsache, dass dabei wie
in vielen anderen Bereichen der Medizin High-Tech-Geräte zum Einsatz
kommen. Und das interessiert Männer schließlich allemal. Auch im
neuen Vinzenz magazin wird dieses Thema behandelt, allerdings in
einem völlig anderen Zusammenhang: "Handy-Navigation bei
Knieoperationen" lautet der Titel der Geschichte. Und das ist keine
Übertreibung: Im Orthopädischen Spital Speising wird im Rahmen einer
wissenschaftlichen Studie tatsächlich ein Smartphone mit iAssist
eingesetzt. Dieses revolutionäre Tool hilft dem Arzt, die nötige
Knieprothese genau an jene Stelle zu setzen, wo sie am besten passt
und arbeitet.
iAssist erfüllt alle Erwartungen und bietet den Medizinerinnen und
Medizinern noch weitere Vorteile wie Univ.-Prof. Dr. Martin Dominkus,
an dessen Abteilung diese Innovation verwendet wird, im Vinzenz
magazin erklärt. Im Gegensatz zu anderen Verfahren etwa, wo Sensoren,
mit extra Bohrungen im Knochen fixiert werden müssen, kommen hier
Sensor-Würfel zum Einsatz, die viel unkomplizierter exakte Daten
liefern. "So gibt es eine noch größere Passgenauigkeit ohne
zusätzliche Schmerzen, und das ganze Verfahren ist auch noch
unglaublich schnell - reduziert also die OP-Zeit", erläutert
Univ.-Prof. Dominkus.
Ein ganz anderes Thema, über das die neue Ausgabe des Vinzenz
magazins ausführlich berichtet, heißt Somnambulismus oder
Schlafwandeln. Die nächtlichen Ausflüge - die sich allerdings meist
auf Spaziergänge in der Wohnung beschränken - können Folge einer
genetisch bedingten Aufwachstörung sein, aber ebenso auf andere
Erkrankungen hinweisen. Vor allem beim plötzlichen Auftreten von
Somnambulismus im Alter sollten die Ursachen genau abgeklärt werden.
Im Vinzenz magazin wird der Fall einer älteren Dame beschrieben, die
während der Nacht Rundgänge in der Wohnung machte und sich am
nächsten Tag daran nicht mehr erinnern konnte. Im Zuge einer
Video-EEG-Untersuchung im Krankenhaus Göttlicher Heiland wurde dann
die Ursache herausgefunden: eine bisher unerkannte Altersepilepsie,
die sich mit Medikamenten gut behandeln lässt. Bei männlichen Kindern
und Jugendlichen, wo die Aufwachstörung besonders häufig auftritt,
steckt aber in den meisten Fällen keine Krankheit dahinter. Das
Schlafwandeln legt sich bei diesen Patientinnen und Patienten sehr
oft in der Pubertät.
Schlafwandler können sich übrigens tatsächlich nicht an ihr
nächtliches Abenteuer erinnern. Der Grund ist, dass beim
Schlafwandeln nur ein Teil des Gehirns aktiv ist, während sich andere
Areale im Tiefschlaf befinden. Man sollte die nächtlichen Wanderer
nicht mit Gewalt aufwecken, raten die Experten im Vinzenz magazin,
sondern sie sanft ins Bett zurückbegleiten und ihnen dabei
Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
Auf eine völlig andere Art des "Schlafes" geht der Artikel
"Punktgenaue Landung" ein. Hier erzählt Primar Dr. Manfred Greher
über die Vollnarkose. Viele Patienten haben davor nämlich Angst, "und
das muss der Arzt ernst nehmen", sagt der Leiter der Abteilung für
Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie im Herz-Jesu
Krankenhaus. In einem offenen und aufklärenden Gespräch mit dem
Anästhesisten können die Bedenken des Patienten fast immer aufgelöst
werden.
Allein die Statistik ist nämlich schon sehr beruhigend: Das Risiko
für schwere Komplikation liegt heute bei 1:250.000. Moderne Geräte,
die permanent alle wesentlichen Funktionen des Körpers überwachen,
sowie Medikamente, die laufend an die Bedürfnisse des Patienten
angepasst werden, haben die Narkose zu einer sicheren Sache gemacht.
Da müssen selbst starke Männer keine Angst mehr haben.
Die neueste Ausgabe des Vinzenz magazins mit diesen und vielen
weiteren interessanten Beiträgen steht ab sofort unter
www.vinzenzgruppe.at zum kostenlosen Download im pdf-Format bereit.
Die elektronische Ausgabe, das Vinzenz e-magazin, ist unter folgendem
Link verfügbar:
http://www.vinzenzgruppe.at/media/vinzenzmagazin/03-14#/1/
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