Bauern setzen sich gegen Stromkonzerne durch

Ein von Landwirten initiierter Strom-Gemeinschaftseinkauf zeigt jetzt konkrete Ergebnisse. Die Stromanbieter sind erstmals zu deutlichen Preissenkungen bei Agrarstrom bereit.

St. Leonhard (OTS) - 4,0 bis 4,5 Cent pro/kWh: Soviel werden Österreichs Bauern voraussichtlich in Zukunft für ihren Strombedarf auf den Tisch legen müssen. Dieser günstige Energiepreis ist das Ergebnis einer im Sommer dieses Jahres von Landwirten gestarteten Initiative. Bei der Aktion hatte die bäuerliche Einkaufsgenossenschaft BestpreisAgrar auf ihrer Website (www.bestpreisagrar.at) zum gemeinsamen Strombezug aufgerufen.

Man verstehe sich sozusagen als Anwalt der Bauern, wenn es um einen langfristig günstigen Strompreis gehe, erklärt Anton Emsenhuber, Vorstand von BestpreisAgrar: "Selbst wenn der einzelne Landwirt mit seinem Stromlieferanten einen etwas besseren Preis als der Standardtarif ausverhandelt, so sind das doch immer Einmaleffekte, die spätestens nach einem Jahr wieder verpuffen. Was wir jetzt in den Verhandlungen mit den Stromanbietern erreicht haben, sind langfristige und vor allem gerechte Konditionen." Gerecht deshalb, weil die Stromkonzerne laut Emsenhuber bislang bäuerliche Betriebe beim Stromtarif trotz eines meist deutlich höheren Verbrauchs gleich einstufen wie Privathaushalte, während gewerbliche Betriebe weit weniger bezahlen. Um den gemeinsamen Stromeinkauf noch attraktiver zu machen, bietet BestpreisAgrar eine zweijährige Preisgarantie plus einen 15-prozentigen Poolrabatt auf den ausverhandelten Strompreis.

Einsparungspotenzial höher als beim VKI-Energiekosten-Stop

Laut der Einkaufsgenossenschaft zeigen die Stromanbieter ein sehr großes Interesse, bei der derzeit laufenden Ausschreibung für den Agrar-Strompool als Bestbieter hervorzugehen. Der voraussichtliche Landwirte-Strompreis im Bereich von 4,0 bis 4,5 Cent/kWh liegt sogar deutlich unter dem Ergebnis der breit angelegten Aktion Energiekosten-Stop des Vereins für Konsumenteninformation (VKI), zu der sich heuer rund eine Viertelmillion österreichische Haushalte angemeldet hatten. Im vom VKI ausgehandelten Paket kostet eine Kilowattstunde Strom 5,7 Cent.

Aufgrund des großen Interesses der Landwirte am Strom-Gemeinschaftseinkauf wurde die Aktion jetzt verlängert. Bäuerliche Betriebe, die teilnehmen möchten, können sich noch bis 12.10.2014 auf der Homepage www.bestpreisagrar.at unverbindlich anmelden.

Über BestpreisAgrar:

BestpreisAgrar ist genossenschaftlich organisiert und tritt überparteilich auf. Die Einkaufsgenossenschaft mit Sitz in St. Leonhard am Forst im Bezirk Melk bündelt die Einkaufsmengen der landwirtschaftlichen Mitglieder in den Bereichen Energie, Pflanzenbau, Tierhaltung und Technik. Vorstand der Genossenschaft ist der Mostviertler Landwirt und Steuerberater Herbert Emsenhuber.

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