Restrukturierung der ÖVAG aus eigener Kraft

Teilung der ÖVAG sichert Zukunft der Volksbanken mit neuen Strukturen und vermeidet eine weitere Belastung der Steuerzahler

Wien (OTS) - Der Vorstand der Österreichischen Volksbanken-AG (ÖVAG) hat heute den Grundsatzbeschluss gefasst, die Strukturen der ÖVAG neu zu ordnen: Das Spitzeninstitut Österreichische Volksbanken-AG (ÖVAG) wird geteilt. Jene Aufgaben, die die ÖVAG aufgrund gesetzlicher Vorgaben als Zentralorganisation des Volksbanken-Haftungsverbunds erfüllt, werden an eine große regionale Volksbank (in Prüfung derzeit: Volksbank Wien-Baden) übertragen. Ebenfalls übertragen werden Servicefunktionen, die die ÖVAG dem Volksbank-Sektor zur Verfügung stellt und die für den ordnungsgemäßen Bankenbetrieb notwendig sind. Ziel der Rest-ÖVAG ist es, den Abbauprozess, der seit zwei Jahren erfolgreich läuft, zügig fortzusetzen, die Verbindlichkeiten der Gläubiger planmäßig bei Fälligkeit zu bedienen und damit die ÖVAG final abzuwickeln.

Der erfolgreiche Abbau in den letzten beiden Jahren hat die Basis für die nun geplante Vorgangsweise geschaffen. Der konkrete Plan sowie rechtliche Aspekte werden in den nächsten Wochen detailliert erarbeitet. Die Teilung der ÖVAG wird für das erste Halbjahr 2015 angestrebt. Danach soll die ÖVAG aus dem Haftungsverbund ausscheiden. Die endgültige Umsetzung steht unter dem Vorbehalt behördlicher und aufsichtsrechtlicher Genehmigungen.

GD Stephan Koren: "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um diesen Schritt zu setzen. Der Abbau der ÖVAG war in den letzten beiden Jahren sehr erfolgreich. Wenn wir diesen Weg konsequent fortsetzen, vermeiden wir eine weitere Belastung der Steuerzahler."

Zukunftsfähige neue Struktur für Volksbanken
Heute wurden in einer Tagung sämtlicher Genossenschaftsbanken des Volksbanken-Verbunds die Umsetzung einer grundlegenden Neustrukturierung und das Modell "9+3" mit über 95 %-iger Mehrheit beschlossen.

Durch Zusammenschlüsse von kleinen und mittleren Instituten werden neun starke Regionalbanken entstehen, die künftig eng miteinander kooperieren. Ergänzt werden diese zukünftig durch drei Spezialinstitute.

Damit werden wesentlich bessere Kostenstrukturen und eine stärkere Marktpräsenz geschaffen, als dies derzeit mit 44 Volksbanken und 7 Spezialinstituten möglich ist. Die Volksbanken sollen damit ihre Ertragskraft stärken und in der Lage sein, bei Bedarf Eigenkapital erfolgreich am Kapitalmarkt aufnehmen zu können. Das Filialnetz der Volksbanken steht weiterhin als der finanzielle Nahversorger in den Regionen und als verlässlicher Partner der Klein- und mittelständischen Wirtschaft zur Verfügung.

Koren: "Ich bin froh, dass dieses Zukunftskonzept nun auf breite Zustimmung der Volksbanken stößt. Die Banken- und Finanzwelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Eine Zukunft werden nur jene Institute haben, die über einen guten Zugang zum Kapitalmarkt verfügen. Das Konzept der neun großen Regionalbanken bietet gute Voraussetzungen für die österreichischen Volksbanken, ihre Ertragskraft deutlich zu stärken."

Erfolgreicher Abbau in der ÖVAG
Seit 2012 wurden viele einzelne Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt, die eine sehr erfolgreiche Bilanz des bisherigen Abbaus der ÖVAG zeigen:
.) Die Bilanzsumme des ÖVAG-Konzerns wurde seit 2011 von EUR 41,1 Mrd. auf EUR 15,5 Mrd. (Vorschau 2014) um 62 % gesenkt.
.) Das Ausmaß des Gesamtrisikos des ÖVAG-Konzerns (risk weighted assets) wurde im selben Zeitraum von EUR 26,3 Mrd. auf EUR 9,5 Mrd. um 60 % reduziert.
.) Der Mitarbeiterstand im ÖVAG-Konzern wurde parallel zum Abbau von Assets von 2.038 (gerechnet auf Vollzeitbasis) auf 1.350 um 688 reduziert.
.) Die Eigenmittelquote beläuft sich auf 15,8 % (Vorschauwert 2014 ÖVAG-Konzern, IFRS, Basel III);
die harte Eigenkapitalquote (Tier I) auf 11,7 % (Vorschauwert 2014 ÖVAG-Konzern, IFRS, Basel III)

Der in den vergangenen beiden Jahren erfolgte Abbau ist rascher und in größerem Ausmaß gelungen, als dies im Restrukturierungsplan vorgesehen war. Das zeigt, dass in der ÖVAG konsequent und professionell gearbeitet wurde. Dieser Weg soll nun im Interesse der Steuerzahler, Aktionäre und Gläubiger zu Ende gegangen werden.

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