KURIER: Staatsanwalt klagt EX-OGH-Präsident Rzeszut an

Mitglied der Kampusch-Evaluierungskommission soll vor Gericht falsch ausgesagt haben.

Wien (OTS/Kurier) - Johann Rzeszut, der pensionierte Präsident des Obersten Gerichtshofs (OGH), wird sich wegen des Vorwurfs der falschen Beweisaussage im Fall Natascha Kampusch gerichtlich verantworten müssen. "Die entsprechende Anklage ist von uns beim Wiener Landesgericht für Strafsachen eingebracht worden", bestätigte am Mittwoch Philip Christl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Linz, gegenüber dem KURIER.

Seitens der Anklagebehörde war gegen den ehemaligen Höchstrichter auch wegen des Verdachts der Bestimmungstäterschaft zum Amtsmissbrauch ermittelt worden. "Dieses Verfahren ist jedoch eingestellt worden", betont Christl. Rzeszut war vorgeworfen worden, einen Polizisten angeleitet zu haben, illegal in einer Volksschule zu ermitteln, um zu versuchen, an die DNA eines Mädchens zu gelangen. Der pensionierte OGH-Präsident stand in dem Verdacht, dass er auf diese Weise Klarheit erlangen wollte, ob es sich bei dem Kind um die leibliche Tochter Natascha Kampuschs handelt.

In dem Ermittlungsverfahren gegen den Polizisten soll Rzeszut allerdings unter Wahrheitspflicht ausgesagt haben, den Mann weder zu kennen, noch jemals mit ihm telefoniert zu haben. Eine Rufdaten-Rückerfassung widerlegte allerdings seine Behauptung.

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