• 01.10.2014, 08:55:34
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  • OTS0012 OTW0012

Schlechtes Raumklima belastet Mitarbeitergesundheit und Arbeitsleistung

Endergebnisse von Österreichs umfangreichsten Büro-Luftmessungen liegen vor

BILD 1 zu OTS - MeineRaumluft.at

Utl.: Endergebnisse von Österreichs umfangreichsten
Büro-Luftmessungen liegen vor =

Wien (OTS) - Wien, 01.10.2014 - Vor einem Jahr haben schon die
Zwischenergebnisse für Aufregung gesorgt. Nun sind die Endergebnisse
der umfangreichsten Büro-Luftmessungen da: Über 7.000 Einzelmesswerte
aus hunderten österreichischen Büroräumlichkeiten, vom
Einzelunternehmer bis zum Konzern, zeigen ein alarmierendes Bild. In
über 80 % der teilnehmenden Büros ist zumindest einer der gemessenen
Indikatoren punktuell überschritten worden. Die Plattform
MeineRaumluft.at warnt vor den negativen Auswirkungen auf
Arbeitsleistung und Krankenstandstage.

Das ist die Situation in Österreichs Büroräumen: In mehr als jedem 5.
Büro liegt der durchschnittliche CO2-Wert, der als Leitindikator für
die Raumluftqualität herangezogen wird, über 1.000 ppm. In jedem 13.
Büro liegt dieser Wert sogar über 1.500 ppm. In der Heizperiode
verschärft sich dieses Bild noch weiter: Hier liegt jedes 3. Büro
über 1.000 ppm und mehr als jedes 10. über 1.500 ppm! Das sind die
Durchschnittswerte - Einzelmessungen zeigten in so manchen Büros gar
Werte über 2.500 ppm an.

Konzentrationskiller und Krankmacher

Bereits bei einem CO2-Wert von über 1.000 ppm (ppm = Parts per Milion
= Messeinheit für CO2) liegt der Übergang von angenehmer zu
unangenehmer Luftqualität und kann von den BüromitarbeiterInnen als
störend empfunden werden. Werte, die über 1.500 ppm hinausgehen,
können bereits zu einer Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit
oder Kopfschmerzen führen. Zusätzlich haben amerikanische Forscher
(Rudnick/Milton) einen direkten Zusammenhang zwischen
CO2-Konzentration und Infektionsrate festgestellt. Das bedeutet, das
Ansteckungsrisiko steigt mit dem CO2-Gehalt in der Raumluft. In der
Folge kommt es zu höheren Ausfällen durch Krankenstände, die den
Unternehmen zusätzliche Kosten verursachen.

Trockenes Betriebsklima in jedem 3. Büro

Neben dem CO2 spielt die Luftfeuchtigkeit in Büroräumen, vor allem in
der Heizperiode und beim Einsatz von Klimaanlagen, eine wesentliche
Rolle. "Die Büromessungen haben in diesem Zusammenhang ergeben, dass
in über einem Drittel der Büros die Luftfeuchtigkeit sogar unter 30 %
liegt und damit zu trocken ist. Dies verschärft sich in der
Heizperiode drastisch, dann ist bei nahezu jedem zweiten Büro die
Luftfeuchtigkeit zu niedrig" kommentiert Mag. Thomas Schlatte,
Plattform-Sprecher von MeineRaumluft.at, die vorliegenden Daten. Im
Idealfall liegt die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % und 60 % (die
Arbeitsstättenverordnung schreibt beim Einsatz von Klimaanlagen einen
Wert von 40 % bis 70 % vor). Auch die Luftfeuchte nimmt Einfluss auf
die Gesundheit: Denn eine geringere Anfälligkeit für
Infektionskrankheiten setzt eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit
von mindestens 30 % voraus. Ebenfalls zu bestätigen scheint sich,
dass sich das Symptom trockener Augen und Schleimhäute bei höherer
Feuchte bessert.

Heißer Bürodienst

Das Ergebnis der Büromessungen zeigt: In mehr als jedem zehnten Büro
liegen die Temperaturen über 25 Grad. Dieser Wert steigert sich
während der Sommermonate, wo in jedem sechsten Büro zu heißer Dienst
verrichtet wird.

In Arbeitsräumen mit geringer körperlicher Tätigkeit - wie in Büros
üblich - liegt die ideale Temperatur zwischen 20 und 22 Grad. Die
Arbeitsstättenverordnung schreibt hier einen Bereich von 19 bis 25
Grad vor. Eine zu hohe Temperatur führt zu Müdigkeit und schnellerer
Erschöpfung. Die Folge: Hitze im Büro senkt die Produktivität.

Appell an Versicherungsträger und Arbeitsmediziner

Mag. Brigitte John-Reiter Projektleiterin des Kompetenz|Zentrums
Gesundes Bauen und Geschäftsführerin der Österreichischen Akademie
für Arbeitsmedizin und Prävention betont die Bedeutung der Raumluft
als Gesundheits- und Wirtschafts-Faktor. "Die Ergebnisse sind ein
klarer Beweis, dass dem Raumklima in Büros und damit der
Mitarbeitergesundheit zu wenig Beachtung geschenkt wird, weder in der
Planungs- und Bauphase, noch im täglichen Büroalltag. Dies liegt
sicher auch daran, dass es bis jetzt keine verlässlichen Daten gibt,
wie viele Krankenstände und Krankheitsbilder tatsächlich im
Zusammenhang mit den klimatischen Bedingungen in Arbeitsräumen
stehen. Hier ist aus meiner Sicht dringlicher Forschungsbedarf
gegeben, denn konkrete Zahlen daraus würden vielen Unternehmen die
Augen öffnen", richtet John-Reiter einen klaren Appell an die
Versicherungsträger und Arbeitsmediziner.

Hintergrund-Information: Größte derartige Messaktion des
Landes

Die unabhängige Plattform "MeineRaumluft.at" hatte letztes Jahr
österreichische Unternehmen dazu aufgerufen, sich an einer
einzigartigen Aktion für Raumluftmessungen zu beteiligen. Dabei
konnten kostenfrei Messgeräte angefordert werden, die CO2,
Luftfeuchtigkeit, Raumtemperatur und Luftwechselrate erfassen. Diese
Werte stellen einen sehr guten Indikator für die Beurteilung der
Qualität der Raumluft dar. Jedes Messgerät wurde jeweils für eine
Woche in einem Büroraum aufgestellt. Die Messwerte wurden vom
Unternehmen erfasst, protokolliert und zur Auswertung an die
Plattform MeineRaumluft.at retourniert. Die Daten wurden in
anonymisierter Form vom renommierten Marktforschungsunternehmen
Hofmann & Forcher statistisch ausgewertet. Nach den ersten
Ergebnissen vom letzten Jahr, liegen nun nach Abschluss der Aktion
sämtliche Daten vor. Das Ergebnis ist besorgniserregend.

Über die Plattform

Die Plattform "MeineRaumluft.at" wird von Wissenschaft, Institutionen
mit Bezug zum Thema Raumluft, Forschungseinrichtungen und Unternehmen
getragen. MeineRaumluft.at ist eine unabhängige Plattform, die sich
zum Ziel gesetzt hat, die Öffentlichkeit in allen Fragen rund um das
Thema "Gesunde Raumluft" zu sensibilisieren und damit zu einer
spürbaren Verbesserung der Raumluft in Innenräumen beizutragen. Die
Plattform bietet umfassende Informationen zu den vielfältigen
Zusammenhängen zwischen Gesundheit, Wohlgefühl und Leistungsfähigkeit
mit der Qualität der Luft im geschlossenen Raum und bietet auch die
Möglichkeit zum Austausch mit Experten aus Wissenschaft, Baukunde und
dem Gesundheitssektor.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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