• 30.09.2014, 14:50:54
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ÖGNI: 5 Jahre und kein bisschen leise

ÖGNI Ehrenmitglied Univ.-Prof. Dr. Karin Stieldorf
(TU Wien)

Linz (OTS) - Am 29.09.2014 feierte die Österreichische Gesellschaft
für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) ihren 5. Gründertag in
der Blauen Lagune. Der Verein ist die erste Grassroot-Bewegung, bei
der alle Stakeholder, die sich mit Immobilien beschäftigen, an einem
Tisch sitzen und gemeinsam am Paradigmenwechsel hin zur
Nachhaltigkeit arbeiten. Mit 99 zertifizierten Gebäuden und 5
ethischen Unternehmen konnten Meilensteine erzielt werden.

Vor fünf Jahren begann eine neue Ära der Nachhaltigkeit in
Österreich. Mit der Gründung der ÖGNI am 29. September 2009 hat es
einen Ruck in der Bau- und Immobilienbranche gegeben: Waren es zu
Beginn 125 Gründer, welche die ÖGNI damals aus der Taufe gehoben
haben, so beschäftigen sich heute mehr als 300 Mitglieder und 400
Experten intensiv mit dem Thema der Nachhaltigkeit in der Bau- und
Immobilienbranche. "Eine Branche, die für bis zu 50 Prozent des
Ressourcenverbrauchs, 40 Prozent des Endenergieverbrauchs, 30 Prozent
der CO2-Emissionen und 20 Prozent der Krankheitsbilder verantwortlich
ist, muss von sich aus Verantwortung für ihre Aktivitäten
übernehmen", erläutert Gründungspräsident Philipp Kaufmann bei seiner
Begrüßung die Absicht hinter der Gründung und ergänzt: "Wir stehen
für Internationalität, für Inhalte, die aus der Branche für die
Branche entwickelt werden und schlussendlich nutzen wir Marktkräfte,
damit das neue Wissen im Markt Fuß fassen kann. Diese drei Aspekte
haben wir vor fünf Jahren formuliert und seither umgesetzt, denn
Visionen ohne Umsetzung bleiben geträumt."

"ÖGNI hat ein Umdenken in der Branche bewirkt: Qualitäten werden
sichtbar gemacht, dadurch sind höhere Investitionskosten akzeptabel
geworden, um die Lebenszykluskosten zu optimieren", so
Gründungspräsident Kaufmann und erwartet: "Wir bauen auf die hohe
österreichische Baukultur auf und wollen mitwirken, dass der Mensch
im Mittelpunkt aller Anstrengungen steht." In der Podiumsdiskussion
hebt Andreas Gnesda hervor: "Die nächste Stufe ist es, Büros einen
Sinn zu geben, die Unternehmenskultur durch Räume zu prägen und
erlebbar zu machen." Andreas Köttl (value one) bekannte sich zum DGNB
System und der Notwendigkeit, Nachhaltigkeit täglich einzufordern.
Für Ewald Müller (AluKönigStahl) geht die Entwicklung noch immer
nicht weit genug, da integrale Planung, BIM und Lebenszyklus oft nur
Schlagworte sind und in den Projekten nicht umgesetzt werden. Für
Gerald Geiger (Spar) und Johannes Kislinger (ah3 architekten) war
ÖGNI ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Nachhaltigkeit der Bau-
und Immobilienwirtschaft.

Die ÖGNI handelt nach dem 3P-Ansatz, welcher eben nicht nur die
Produkte (Immobilien und Baustoffe), sondern auch Prozesse in
Unternehmen und Personen umfasst. "Bei den Produkten konnten bisher
99 Gebäude mit einer Gesamtfläche von knapp 2,7 Mio. m2 mit DGNB
Zertifikaten bzw. BlueCARDS als Blue Buildings ausgezeichnet werden."
freut sich ÖGNI Geschäftsführerin Ines Reiter. "Seit Beginn bieten
wir mit dem internationalen DGNB System ein einzigartiges
Gebäudezertifizierungssystem der 2. Generation an, welches
kontinuierlich weiterentwickelt wird. Wir leben seit 2009 eine
intensive und wahre Partnerschaft mit der Deutschen Gesellschaft für
Nachhaltiges Bauen und freuen uns, auf Augenhöhe im DGNB
Partnernetzwerk mitwirken zu dürfen." Im Bereich Prozesse können sich
Unternehmen der Bau- und Immobilienbranche im Sinne ihres ethischen
Handelns bei der ÖGNI zertifizieren lassen. "Zielsetzung ist es,
Compliance, CSR und Corporate Governance branchenspezifisch zu
etablieren und die Branche mit Integrität, Transparenz und Fairness
zu professionalisieren", erläutert Peter Engert, welcher als
Moderator durch den Abend führte. Bisher haben sich fünf Vorreiter
dieser ethischen Unternehmenszertifizierung unterzogen. "Wir stehen
erst am Anfang! Nach den Aufbaujahren geht es jetzt um Inhalte. Wir
verändern die Prozesse sowohl innerhalb von Unternehmen als auch in
den Abwicklungsmodellen und schließlich brauchen wir Personen mit
ausreichend Kompetenz, sodass Nachhaltigkeit tatsächlich gelebt
werden kann."

Ehrenmitgliedschaft an Professorin Karin Stieldorf

Als Höhepunkt des Abends erhielt Professorin Karin Stieldorf von der
TU Wien die Ehrenmitgliedschaft der ÖGNI. "Mit Karin Stieldorf
zeichnet die ÖGNI die Vorreiter der Nachhaltigkeit aus und freut sich
auf ihr Engagement in den Reihen der ÖGNI-Familie", so ÖGNI
Botschafter Erich Benischek (Blaue Lagune). Mit dem "LISI the house"
hat Frau Stieldorf ein Leuchtturm- und Weltmeisterprojekt der
Nachhaltigkeit entwickelt, welches nunmehr in der Blauen Lagune
ausgestellt wird. Professorin Stieldorf ist nach Professor Werner
Sobek, der diese Anerkennung bei der ersten Gründungsveranstaltung
verliehen bekommen hat, das zweite Ehrenmitglied.

5 Jahre ÖGNI in Zahlen

- Über 300 Mitglieder und 400 Experten; als jüngste Mitglieder freut
sich die ÖGNI über das Ingenieurbüro Andreas Lacina und die comm.ag
- 99 Blue Buildings mit einer Gesamt BGF von 2.687.923 m2 und 260
Projekte in Zertifizierung
- 12 Systemvarianten; Neubau Büro- und Verwaltung, Bestand Büro- und
Verwaltung, Neubau Handel, Bestand Handel, Neubau Bildungsbauten,
Neubau Forschung und Labor, Neubau Gesundheitsgebäude, Neubau Hotel,
Neubau Industrie, Neubau Mischgenutzte Gebäude, Neubau Wohnen,
Modernisierung Büro- und Verwaltung
- 5 Unternehmenszertifizierungen (EHL, Rhomberg, IIG, IG Immobilien,
CA Immo)

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