- 26.09.2014, 12:14:59
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Weiland: Verantwortung für Flüchtlinge nicht abschieben
Niederösterreichischer Superintendent fordert solidarisches Miteinander ein
Utl.: Niederösterreichischer Superintendent fordert solidarisches
Miteinander ein =
St. Pölten (OTS/epdÖ) - Für "nicht angebracht" hält der
niederösterreichische Superintendent Paul Weiland die "in letzter
Zeit immer wieder zu hörenden mahnenden Worte mancher Politiker" an
die Kirchen, mehr für Flüchtlinge zu tun. "Für mich ist das ein
Versuch, Verantwortung abzuschieben", stellt Weiland wörtlich fest.
Die Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen sei eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die im politischen
Verantwortungsbereich liege, so der Superintendent gegenüber dem
Evangelischen Pressedienst.
Für die Kirchen sei der grundsätzliche und konkrete Einsatz für
Flüchtlinge nicht nur ein Anliegen, sondern eine aus den biblischen
Grundsätzen kommende Verpflichtung. Weiland: "Auch wenn es oft nicht
gesehen wird - das ehrenamtliche Engagement der evangelischen
Pfarrgemeinden bei der Aufnahme von Flüchtlingen, der Übernahme von
Kosten, bei Begleitungen, dem Angebot von Deutschkursen, der Hilfe
bei Behördenwegen und bei der Integration ist enorm. Ganz abgesehen
von der vielfältigen Arbeit des Diakonie Flüchtlingsdienstes."
Leerstehende Pfarrhöfe oder kirchliche Einrichtungen gebe es in der
Evangelischen Kirche in Niederösterreich nicht. "Gott sei Dank sind
alle Pfarrhäuser besetzt", sagt der Superintendent, außerdem hätten
diese im Regelfall auch nur die Größe eines Familienhaushalts. Schon
des Öfteren hätten Pfarrgemeinden ihre Kirchen geöffnet, um Menschen
wenigstens ein Dach über dem Kopf zu geben. Dennoch könne "das
Schlafen auf den Kirchenbänken meist nicht gut heizbarer Kirchen"
nicht das Ziel sein.
Der Superintendent erinnert daran, dass die Kirchen seit Jahrzehnten
in der Flüchtlingsfrage ein solidarisches Miteinander einfordern.
"Jetzt aber so zu tun als wären die Kirchen Verhinderer dieser
Solidarität - das ist nachdrücklich zurückzuweisen", betont Weiland.
Zuletzt hatte der niederösterreichische ÖVP-Landtagsklub in einem
Brief an Kardinal Christoph Schönborn, Bischof Klaus Küng und
Superintendent Paul Weiland die Kirchen aufgefordert, Quartiere für
Flüchtlinge zu schaffen.
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