- 26.09.2014, 08:49:42
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"Tag der Industrie": Als Industrie die Zukunft der Menschen mitgestalten
IV-Präsident Kapsch: Industrie als stabiler Faktor der Volkswirtschaft und für die gesamte Gesellschaft
Utl.: IV-Präsident Kapsch: Industrie als stabiler Faktor der
Volkswirtschaft und für die gesamte Gesellschaft =
Wien (OTS/PdI) - "Es ist heute für uns ein Tag der Auseinandersetzung
mit großen Themen, die uns in den kommenden Jahren bewegen werden.
Dazu ist ein objektiver Blick auf die vor uns liegenden
Herausforderungen notwendig, die wir nicht mit Mitteln aus der
Vergangenheit werden lösen können, denn die Welt wartet nicht auf
Österreich", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV),
Mag. Georg Kapsch, Donnerstagabend anlässlich des "Tages der
Industrie" in der Metastadt in Wien. Unter den zahlreichen Gäste
befanden sich unter anderem die Spitzen der Bundesregierung in Person
von Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold
Mitterlehner, die ihrerseits einige Worte an das Publikum richteten.
"Im Kern muss es bei all unseren Bemühungen darum gehen, Armut zu
vermeiden, Leistung zu fördern und zu belohnen sowie für
Chancengerechtigkeit zu sorgen. Letztendlich geht es um
Arbeitsplätze, die nur von Unternehmen geschaffen werden können.
Dafür dürfen wir jedoch nicht Leistung verdammen und Neid zu einer
politischen Kategorie erheben", so Kapsch.
Die Industrie sei der stabile Faktor und die tragende Säule des
Wohlstandes in Österreich. Sie sorge für qualitative Produkte zu
leistbaren Preisen - bedingt durch den Wettbewerb, dem sie sich
täglich zu stellen habe. "Die Industrie stärkt die Kaufkraft der
Menschen über Lohnerhöhungen und hochwertigere Produkte, während
Leistungen der öffentlichen Hand immer teurer werden", gab Kapsch zu
bedenken, und weiter: "Um das auszugleichen, werden neue
Transferleistungen und Belastungen erfunden - ohne nachhaltigen
Erfolg." So konnte etwa das Wirtschaftswachstum über die Jahrzehnte
keineswegs mit dem Wachstum der Staatsverschuldung Schritt halten.
Auch die Belastungen seien deutlich stärker gewachsen, als die
Wirtschaft. "Wenn wir erfolgreich sein wollen, dürfen wir uns nicht
das kurzfristig Einfache herauspicken. Wir müssen den Unternehmen die
richtigen Rahmenbedingungen bieten. Wir müssen Menschen und
Unternehmen steuerlich entlasten, Bürokratie und Regulierung
zurückschrauben und das über echte, nachhaltige Strukturreformen
gegenfinanzieren", so der IV-Präsident, der einmal mehr die
schädliche Wirkung und mangelnde Nachhaltigkeit etwaiger
Vermögenssubstanzsteuern hervorhob. "Wir sind bereit und wollen als
Industrie die Zukunft der Menschen in unserem Land mitgestalten. Wir
sind überzeugt, dass unsere Konzepte jene sind, die zu einer
positiven Zukunft für die Menschen beitragen können. Aber wir
brauchen dafür die wirtschaftspolitische Basis, um die Industrie in
Österreich halten zu können", so der IV-Präsident.
Investitionen Richtung Zukunft umleiten
IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer hob die zentrale Bedeutung
der Industrie für den Standort Österreich hervor und präsentierte
neueste Zahlen des Industriewissenschaftlichen Instituts (iwi): "Die
Industrie und die mit ihr verbundenen Sektoren stehen laut neuesten
Zahlen des Industriewissenschaftlichen Instituts für mehr als 2,48
Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Waren im Wert von
mehr als 424 Milliarden Euro produzieren. Das ist mehr als jedes
zweite Beschäftigungsverhältnis in Österreich und fast 73 Prozent des
Produktionswerts der gesamten österreichischen Volkswirtschaft. Wir
sprechen von einer Wertschöpfung im Ausmaß von fast 162 Milliarden
Euro. Das ist ein Anteil von 59,8 Prozent an der Gesamtwirtschaft.
Wir sehen also, was die Industrie für die Gesellschaft zu leisten im
Stande ist, wenn man ihr die Möglichkeiten dazu in die Hand gibt."
Österreich müsse sich an den international jeweils Besten orientieren
- etwa an der Schweiz: "Die Eidgenossen haben ihre Hausaufgaben
gemacht. Vergleichen wir unsere Steuer- und Abgabenquoten - 43,6 bei
uns gegenüber 27,8 Prozent des BIP bei den Nachbarn.
Staatsschuldenquote in Prozent des BIP: 79,1 bei uns, 48,1 bei den
Schweizern. Und das hat natürlich Auswirkungen auf das reale Wachstum
- 0,8 Prozent in Österreich und 1,8 Prozent in der Schweiz." Auch
Österreich müsse nun seine Hausaufgaben machen. "Reformkonzepte bloß
zu erarbeiten genügt nicht mehr - sie müssen endlich auch umgesetzt
werden! Mit ganz konkreten, spürbaren Ergebnissen für Menschen und
Unternehmen! Denn nur so bekommen wir das enorme Ausgabenproblem, das
Österreich hat, in den Griff. Nur so können wir unser Land und
unseren Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig und attraktiv für
Investoren halten. Aber am wichtigsten ist: Nur so können wir
langfristig Arbeitsplätze in Österreich erhalten, sichern und neu
schaffen", so Neumayer.
Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik hat Österreich
gestärkt
"Die Bedeutung der Industrie für Österreich ist uns bewusst und auch
persönlich weiß ich sie sehr zu schätzen. Aber wir leben in
wirtschaftlich äußerst herausfordernden Zeiten. Wir müssen unter
verschärften Bedingungen das leisten, was von uns für das Land
erwartet wird", gab Vizekanzler Reinhold Mitterlehner zu bedenken. Es
werde nicht helfen, bloß das zu verteidigen, was wir in der
Vergangenheit erreicht haben - auch die Reformen der Zukunft müssten
nun angegangen werden. "Deshalb ist uns gerade auch die Steuerreform
besonders wichtig", so Mitterlehner. Ein anderer Punkt sei die
Verwaltungsreform. Auch diese werde nicht ohne die allgemeine
Bereitschaft zum Verzicht und die Bereitschaft zum Sparen umsetzbar
sein. "Die Unternehmen in unserem Land leisten Großes und tragen eine
hohe Verantwortung", hob auch Bundeskanzler Werner Faymann in seiner
Rede hervor und ergänzte: "Das gilt nicht nur für Forschung und
Entwicklung sondern etwa auch bei der Lehrlingsausbildung - gerade
dabei spielt die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik eine
entscheidende Rolle. Diese Zusammenarbeit hat unser Land stark
gemacht." Auch für die Zukunft müsse daher das Gemeinsame vor das
Trennende gestellt werden, besonders in Bezug auf - nicht immer
einfache - anstehende Reformen. "Wir leben in einer Zeit der
wirtschaftlichen und auch der geopolitischen Krise. Wenn wir uns aber
pragmatisch auf das Wesentliche konzentrieren und es gemeinsam
voranbringen, dann dienen wir damit unserem Land. Besonders der
Industrie danke ich für den Beitrag, den sie dabei für Österreich
leistet", so der Bundeskanzler abschließend.
Weitere Informationen: www.iv-net.at/medien
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